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StartseiteDeutschland heute"Ich bin mächtig böse und auch sauer"25.06.2020

Bürgermeister zu Reisebeschränkungen"Ich bin mächtig böse und auch sauer"

Michael Esken, Bürgermeister der Stadt Verl im Kreis Gütersloh, kann die Reisebeschränkungen einiger Bundesländer für Bewohner seines Kreises nicht nachvollziehen. Man habe gerade etwas Normalität zurückgewonnen und würde nun von einigen Ministerpräsidenten jäh zurückgeholt, kritisierte Esken im Dlf.

Michael Esken im Gespräch mit Ute Meyer

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Verl: Wohnsiedlung, in der Mitarbeiter des Fleischerbetriebs Tönnies untergebracht sind, unter Quarantäne (imago/Noah Wedel)
Auch in der Stadt Verl stehen Wohnsiedlungen, in denen Werksvertragsmitarbeiter uaus der Fleischindustrie ntergebracht waren, unter Quarantäne (imago/Noah Wedel)
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Nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies und anderen Fleischbetrieben in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf gelten für die Bevölkerung dort wieder strenge Kontaktbeschränkungen – bis vorerst Ende Juni. Schulen und Kitas sind wieder geschlossen, ebenso Museen, Bars oder Fitnessstudios. Auch der Sommerferien der Einwohner sind in Gefahr. Denn einige Bundesländer haben bereits Einreisebeschränkungen für Urlauber aus den betroffenen Landkreisen verhängt – etwa Niedersachen, Schleswig-Holstein und Bayern. 

20.06.2020 in Verl, Kreis Gütersloh: Wohnsiedlung von Tönnies-Mitarbeitern in Quarantäne wegen der COVID-19-Fälle bei dem Schlachtbetrieb (imago / Noah Wedel) (imago / Noah Wedel)Weinberg (Linke): Hätte früher ganzen Kreis schließen müssen 
Der erneute Corona-Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf sei "absolut notwendig", er komme aber zu spät, sagte der Linken-Gesundheitspolitiker Harald Weinberg im Dlf. 

Michael Esken (CDU), Bürgermeister der von Coronavirus-Infektionen stark betroffenen Stadt Verl, hat kein Verständnis für diese Maßnahmen. Die Sorgen der Urlaubsregionen könne er überhaupt nicht nachvollziehen, sagte er im Gespräch mit dem Dlf. Esken teilt die Einschätzung der Landräte der Kreise Gütersloh und Warendorf, die von einer "Stigmatisierung" ihrer Bevölkerung durch die Urlaubsregionen sprechen.

23.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Gütersloh: Hendrik Oen, Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe führt bei einem Mann einen gratis Coronavirus-Test am Carl-Miele-Berufskolleg durch.  (dpa / picture alliance / Guido Kirchner) (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)Kuhle (FDP): Lockdown in NRW-Kreisen "der richtige Weg" 
Lokale Corona-Schutzmaßnahmen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf – für FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle sind sie "der richtige Weg". Die Beschränkungen örtlich noch weiter auszuweiten, wäre nicht mehr verhältnismäßig, sagte er im Dlf. 

Er wünsche sich eine differenzierte Betrachtung der Sachlage durch die Ministerpräsidenten der entsprechend Bundesländer, sagte Esken. Zwar sei in den betroffenen Landkreisen der zwischen den Bundesländern vereinbarte Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen "megamäßig" überschritten worden. Die COVID-19-Infektionen beschränkten sich momentan aber auf Werksvertragsarbeiterinnen und –arbeiter aus der Fleischindustrie. Man könne nachweisen, dass es keine breite Streuung in die Bevölkerung gebe. Und es würde alles getan werden, um das zu verhindern.

Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)

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