Samstag, 25. Juni 2022

Gasversorgung
Bundesnetzagentur ruft Industrie und Haushalte zum Energiesparen auf

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Müller, ruft Industrie und private Haushalte in Deutschland wegen der sinkenden Gaslieferungen aus Russland zum Energiesparen auf. Müller sagte im Deutschlandfunk, er hoffe, dass ein Ruck durch Deutschland gehe.

24.06.2022

Ein Gaszähler in einem privaten Haushalt
Die Bundesnetzagentur ruft zum Energiesparen auf. (picture alliance / dpa / Foto: Carsten Rehder)
Er betonte, alle Möglichkeiten zur Senkung des Gasverbrauchs müssten genutzt werden. Derzeit sei nicht damit zu rechnen, dass die Speicher vor dem Winter auf die gewohnten Niveaus gefüllt werden könnten.

Fährt Russland Nord-Stream-1 nach Wartung wieder hoch?

Zudem äußerte Müller Zweifel, dass Russland nach den routinemäßigen Wartungsarbeiten an der Nord-Stream-1-Pipeline im Juli die Lieferungen wieder hochfahre. Sollte es zu einer Gasknappheit in Deutschland kommen, seien derzeit keine Einschränkungen für private Gaskunden geplant. Garantien könne man aber nicht geben, betonte Müller.
Gestern hatte Müller bereits erklärt, dass er eine Steigerung der Verbraucherpreise für Gas um bis das Dreifache für möglich. Der konkrete Wert hänge sehr davon ab, wie man heize und wie ein Gebäude gebaut sei, sagte Müller dem Senderverbund RTL/ntv.

Zweite Warnstufe ausgerufen

Bundeswirtschaftsminister Habeck hatte gestern die zweite Krisenstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die sogenannte Preisanpassungsklausel tritt damit noch nicht in Kraft. Sie würde Energieversorgern erlauben, die stark gestiegenen Einkaufspreise für Erdgas umgehend an die Kunden weiterzureichen. Die Bundesnetzagentur hält in diesem Fall eine Verdreifachung der Gaskosten für möglich.

Weiterführende Informationen

Notfallplan Gas - Was die Ausrufung der Alarmstufe bedeutet
In unserem Newsblog zum Krieg in der Ukraine finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen, den wir laufend aktualisieren.

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Diese Nachricht wurde am 24.06.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.