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StartseiteThemaAlles auf einen Blick – von Kandidatinnen, Wahlprogrammen und Koalitionen06.09.2021

Bundestagswahl 2021Alles auf einen Blick – von Kandidatinnen, Wahlprogrammen und Koalitionen

Bei der bevorstehenden Bundestagswahl gibt es diesmal mehr als die sonst gewohnten zwei Hauptkandidaten. Aber wofür stehen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet? Was versprechen die Parteien – und welche Koalitionen erscheinen möglich? Ein Überblick.

Der Reichstag spiegelt sich am 07.02.2016 in Berlin am frühen Abend bei der Langzeitbelichtung im Wasser der Spree. (picture alliance / dpa | Paul Zinken)
Wer zieht ins Parlament ein und welche Mehrheiten könnten zustande kommen? (picture alliance / dpa | Paul Zinken)
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Die diesjährige Bundestagswahl bringt ein Novum mit sich, das es in der Geschichte der Bundesrepublik bislang nicht gegeben hat: Die amtierende Kanzlerin tritt nicht mehr an – einen Amtsinhaberbonus gibt es also erstmalig für keine der am 26. September zur Wahl stehenden Personen. Aber auch bei den Kandidatinnen und Kandidaten selbst gibt es Premieren.

Die Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten

Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin wird in Deutschland nicht direkt gewählt. In Umfragen erhält der SPD-Kandidat Olaf Scholz derzeit aber deutlich mehr Zustimmung als sein Herausforderer Armin Laschet von der CDU. Annalena Baerbock folgt auf dem dritten Platz. Ende Juli war Scholz in diesem Trio noch das Schlusslicht.

Annalena Baerbock (Grüne)

Mit Annalena Baerbock haben die Grünen erstmalig in ihrer Geschichte offiziell eine Kanzlerkandidatin aufgestellt. Im Fall des Wahlerfolgs wäre sie mit 40 Jahren die jüngste in der Reihe der bisherigen Kanzlerinnen und Kanzler. Den Titel der jüngsten Kandidatin hat sie bereits sicher. Seit 2018 teilt sich Baerbock den Parteivorsitz der Grünen mit Robert Habeck und war früher bereits deren Landesvorsitzende in Brandenburg (2009 bis 2013). Regierungserfahrung hat Baerbock allerdings nicht.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, gibt ein Interview vor der Bundesdelegiertenkonferenz ihrer Partei. Auf dem Parteitag wird das Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschiedet. (dpa) (dpa)Dafür steht Annalena Baerbock
Die Grünen schicken Annalena Baerbock ins Rennen um das Kanzleramt. Sie fordert, Klimaschutz in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft zu beachten. Zuletzt stand sie wegen Korrekturen an ihrem Lebenslauf in der Kritik.

Olaf Scholz (SPD)

Dass der Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz heißen wird, hatte sich bereits im Sommer 2020 angedeutet und damit deutlich früher als bei den anderen Parteien. Der 63 Jahre alte  Bundesfinanzminister und Vizekanzler war in seiner politischen Laufbahn u.a. bereits Bundesminister für Arbeit und Soziales sowie Erster Bürgermeister von Hamburg. Als einstiger Generalsekretär von Gerhard Schröder setzte er die umstrittenen Arbeitsmarktreformen Hartz IV  mit durch.

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD (picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm) (picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm)Dafür steht Olaf Scholz 
Nüchtern, sachlich, hanseatisch: Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist Kanzlerkandidat der SPD und setzt sich für mehr Geld für Pflegende ein, will den Mindestlohn auf zwölf Euro anheben und einen höheren Steuersatz für Besserverdienende durchsetzen.

Armin Laschet (CDU)

Nach langem Ringen um die Kanzlerkandidatur der Union hat sich der amtierende CDU-Parteivorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder durchgesetzt. Der gebürtige Aachener ist 60 Jahre alt und gilt im Grundsatz als treuer Merkel-Mann und als Vertreter der Mitte der CDU.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, CDU-Chef und Kanzlerkandidat der Union. (dpa) (dpa)Dafür steht Armin Laschet 
Für die CDU kandidiert der Vorsitzende Armin Laschet ums Kanzleramt. Er bringt viel Regierungserfahrung mit und wird beschrieben als jemand, der Brücken in verschiedene Lager bauen kann.

 Die Umfragen

Die SPD hat die CDU in den jüngsten Umfragen zur Bundestagswahl überholt. Die Grünen sind demnach drittstärkste Kraft - mit deutlichen Stimmgewinnen gegenüber der Bundestagswahl 2017. Demoskopen sagen jedoch, dass die Aussagekraft der Umfragen noch nicht eindeutig sei. Viele Wähler seien noch unentschlossen, die Parteien würden sich gerade in der Schlussphase des Wahlkampfs auf die möglichen Wechselwähler fokussieren. 

Die ähnlichen Werte von CDU und SPD ergeben sich daraus, dass die CDU zuletzt stark an Stimmen eingebüßt und die SPD deutlich aufgeholt hat.

Europawahl: Menschen betrachten vor dem Europäischen Parlament auf einer Leinwand Hochrechnungen der Wahlergebnisse von Deutschland (dpa / Marcel Kusch) (dpa / Marcel Kusch)Meinungsforschung - Das Kreuz der Demoskopen
Dass Donald Trump US-Präsident werden würde, hatten Wahlforscher nicht vorhergesehen – zwischen Wahlabsichten und dem Kreuz in der Kabine gibt es offenbar eine Kluft. Das gilt auch für Deutschland. 

Die Wahlprogramme der Parteien

Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, geben nach der Klausur der Spitzen von CDU und CSU eine Pressekonferenz zum gemeinsamen Wahlprogramm für die Bundestagswahl. (picture alliance/dpa | Kay Nietfeld) (picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)CDU und CSU
Die Union präsentiert in ihrem Wahlprogramm Pläne für ein "Modernisierungsjahrzehnt". Kernpunkte sind Steuersenkungen, Bürokratieabbau und der Erhalt des Industriestandorts Deutschland bei gleichzeitiger Stärkung des Klimaschutzes. 

Das Foto zeigt ein Pult mit Logo der SPD im Willy-Brandt-Haus in Berlin. (imago / IPON) (imago / IPON)SPD 
Klimaschutz, gute Arbeit und Gerechtigkeit stehen im Mittelpunkt Wahlprogramms der SPD zur Bundestagswahl. Es steht ist überschrieben mit dem Motto "Zukunft – Respekt – Europa".

Annalena Baerbock (r), Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld) (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)Grüne 
Mehr Klimaschutz, ein schnellerer Kohleausstieg, mehr Investitionen, aber auch höhere Schulden: die wichtigsten Inhalte und Knackpunkte aus dem Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl.

Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, spricht beim Bundesparteitag der FDP. (dpa/picture alliance/Michael Kappeler) (dpa/picture alliance/Michael Kappeler)FDP 
Die Liberalen wollen die Wirtschaft nach der Coronakrise entfesseln: Dazu setzt die FDP in ihrem Wahlprogramm vor allem auf Steuererleichterungen und Bürokratieabbau. Zudem wollen sie die Digitalisierung stärken und lehnen eine Aufweichung der Schuldenbremse ab.

(Imago | Jens Schicke) (Imago | Jens Schicke)AfD
Forderungen der AfD zur Bundestagswahl sind unter anderem ein EU-Austritt Deutschlands und eine vollständig andere Corona-Politik. Spitzdenkandidaten sind Alice Weidel und Tino Chrupalla.

Janine Wissler, Parteivorsitzende der Partei Die Linke, und Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke, stellen sich als Spitzenkandidatenduo für die Bundestagswahl vor. (picture alliance /dpa / Kay Nietfeld) (picture alliance /dpa / Kay Nietfeld)Die Linke 
Das zentrale Thema der Linkspartei im Bundestags-Wahlkampf: Soziale Gerechtigkeit – egal ob beim Klima, der Vermögenssteuer oder im Gesundheitssystem. Spitzenkandidaten sind Janine Wissler und Dietmar Bartsch.


Mehr zum Thema Bundestagswahlprogramme


Welche Koalitionen sind denkbar?

Um die absolute Mehrheit im Bundestag zu erlangen, müssen wahrscheinlich mindestens drei Parteien eine Koalition bilden.

Rein rechnerisch denkbar wäre zum Beispiel eine sogenannte Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen. Auch für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, für eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP und für ein Mitte-Links-Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei würde es derzeit reichen. Die aktuelle Regierungskoalition aus CDU und SPD hätte momentan keine Mehrheit, ebenso wie eine Koalition aus Union, FDP und AfD.

Die Farben Schwarz und Gelb liegen in einem Malkasten zusammen zwischen den Farben Rot und Grün  (picture-alliance/ dpa | Karl-Josef Hildenbrand) (picture-alliance/ dpa | Karl-Josef Hildenbrand)Bundestagswahl 2021 - Welche Koalitionen sind denkbar? 
Eine künftige Regierungskoalition wird voraussichtlich aus mindestens drei Parteien bestehen müssen. Das legen die aktuellen Umfragewerte zur Bundestagswahl nahe. Doch nicht jedes Bündnis, das rechnerisch möglich erscheint, ist auch inhaltlich denkbar. Ein Überblick.

 

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