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StartseiteVerbrauchertippHerbstlaub richtig entsorgen12.10.2018

Bunte Pracht Herbstlaub richtig entsorgen

Die herbstliche Farbenpracht von Bäumen und Büschen sieht zwar hübsch aus, sorgt aber auch für viel Arbeit, denn es muss oft weggeräumt werden. Es gibt viele Möglichkeiten der Entsorgung - mit dem Laubsauger statt mit dem Besen das Laub zu entfernen, ist aber keine gute Lösung.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Hausmeister mit Laubbläser wirbelt in einer Wohnsiedlung Blätter auf (picture alliance/imageBROKER/Oliver Ring)
Laubbläser saugen das Laub nicht auf, sondern blassen es einfach nur weg (picture alliance/imageBROKER/Oliver Ring)
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Gerade gefegt und schon wieder hat der Wind jede Menge Laub auf den Bürgersteig geweht. Auch wenn die Blätter nicht von den eigenen Bäumen stammen, muss man sie entfernen. So jedenfalls sehen es die Gerichte, denn Laub sorgt für glitschige Wege, auf denen Menschen ausrutschen und sich verletzten könnten. Aber wohin mit dem Laub? Einfach in die Gosse kippen oder fegen ist jedenfalls keine Lösung, sagt Christiana Mai von den Abfallwirtschaftsbetrieben in Münster:

"Einmal ist es für die normale Straßenreinigung schlecht, weil die Teams unter Umständen ihr Revier nicht mehr schaffen und Gullis können ja auch verstopfen."

Lärmbelästigung durch Laubsauger

Laubabfälle gehören auf den Komposthaufen oder in die Biotonne – schließlich lässt sich aus ihnen noch guter Kompost und Blumenerde herstellen. Wenn beim Kehren aber zu viel Müll in den Laubhaufen landet, muss alles in die Rest-Mülltonne:

"Wenn ein hoher Anteil an Störstoffen drin ist würde ich es nicht mehr in der Biotonne entsorgen, dann ist es Restabfall."

Mit Laubsauger statt Besen Laub zu entfernen, mag zwar bequem sein - ist aber auch keine gute Lösung. Sie sind oft sehr laut, saugen das Laub aber nicht auf, sondern blassen es einfach nur weg. Häufig in Nachbars Garten oder auf die Straße - und das sorgt  für Ärger. In vielen Kommunen gibt es neben Biotonnen auch spezielle Laubtonnen und Garten-Abfallsäcke, die regelmäßig abgeholt werden. Für die wird allerdings oft eine Gebühr fällig, so die Erfahrungen von Marja Rottleb vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Sie empfiehlt das Laub auf einem Haufen im eigenen Garten zu sammeln.

"Wenn man bedenkt, dass so ein Müllsack für Laub in Berlin zum Beispiel für das Laub vier Euro kostet und so eine Tonne 16 Euro alle zwei Wochen kostet ... Dann in das schon ein lukratives Angebot - so ein Haufen für das Laub, da spart man viel."

Bei Kastanienlaub sollte man ganz genau hinschauen

Im Garten auf seinen Beeten kann man Laub ruhig liegen lassen. Auf Rasenflächen oder Wiesen sollte allerdings nicht zu viel Laub liegen bleiben:

"Weil sonst hat man ja da die braunen Flecken hat. Wenn man aber ohnehin  schon ein bisschen naturnah gärtnert,  dann kann man das Laub auch überall im Garten verteilen, das ist auch gut zum Beispiel unter Hecken usw."

So schützt das Laub die Stauden vor Kälte, den Boden vor Erosion und verhindert das Austrocknen. Während des Zersetzungsprozesses versorgen die Blätter den Boden außerdem mit Nährstoffen. Die bunte Laubvielfalt kann auch ganz dekorativ sein:

"Zusammen kehren, eine schöne Ecke suchen, wo man nicht öfter lang geht, weil den sollte man nicht stören im Herbst, weil da überwintern ganz viele Tiere, zum Beispiel Igel überwintern."

Aber Achtung bei Kastanienlaub. Michael Blaschke  vom Landesbetrieb Wald und Holz in NRW rät da ganz genau hinzuschauen:

"Die Kastanie hat ja die Miniermotte, die die Bäume schädigt. Die Schädlinge überwintern auch im Laub. Da gilt bei den Kastanien eigentlich das Laub wegnehmen und nicht auf den Kompost legen sondern in den  Mülleimer."

Schnelles Entsorgen im Wald ist strafbar

Und entsorgen. Laub im Garten zu verbrennen ist eher schädlich für die Natur und  in vielen Kommunen ohnehin verboten. Die Laubberge schnell und billig im Wald zu entsorgen ist übrigens keine gute Idee für Michael Blaschke:

"Das ist illegale Abfallentsorgung, die strafbar ist. Der Wald ist darauf eingerichtet, das Laub, was runterfällt wieder zu verarbeiten. Wenn jetzt durch anderes Laub mehr zusätzliche Nährstoffe in den Boden kommen, dann kommt es an der Stelle zu einer Überdünnung und außerdem bringe ich so Pflanzen in den Wald, die da gar nicht hingehören."

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