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StartseiteStreitkulturIst Unsterblichkeit erstrebenswert?04.04.2020, 17:05 Uhr

C. Juliane Vieregge vs. Volker DemuthIst Unsterblichkeit erstrebenswert?

Der Tod ist Bestandteil des Lebens. Die Menschen werden immer älter und versuchen dem Unausweichlichen entgegenzuwirken. Doch ist es überhaupt erstrebenswert Unsterblichkeit zu erreichen? Darüber diskutieren die Journalistin C. Juliane Vieregge und der Philosoph Volker Demuth.

Moderation: Christiane Florin

Ein Steg auf einem See (picture alliance/dpa - Walter G. Allgöwer)
(picture alliance/dpa - Walter G. Allgöwer)
Eintritt zum Forum neuer Musik 2020

Pro Veranstaltungstag im Deutschlandfunk: 15 Euro (ermäßigt 12 Euro)

Vorbestellung rolf.otten@dradio-service.de

Vorbestellte Karten sind ab 30 Minuten vor dem Konzertbeginn ohne weitere Bestätigung an der Konzertkasse im Funkhaus hinterlegt. In der Kirche Sankt Peter ist der Eintritt frei.

Deutschlandfunk
Raderberggürtel 40
50968 Köln

Anfahrtsskizze

Diese "Streitkultur" mit C. Juliane Vieregge und Volker Demuth wird auf dem Forum neuer Musik 2020 am 3. April 2020 um 17:00 Uhr im Foyer des Deutschlandfunks aufgezeichnet.

"Unsterblichkeit ist der älteste Menschheitstraum", sagt die Journalistin C. Juliane Vieregge: "Ihn wahr zu machen, wäre das Ende des guten Lebens. Der Mensch ist ein schöpferisches, vernunft- und fantasiebegabtes Wesen.

C. Juliane Vieregge (C. Juliane Vieregge privat)C. Juliane Vieregge hat das Buch "Lass uns über den Tod reden" geschrieben (C. Juliane Vieregge privat)

Ein Leben ohne Sterben wäre das Ende menschlicher Kreativität, da ein Ziel immer der temporären Orientierung bedarf. Erst durch den Tod gewinnt das Leben seinen Sinn. Es ist nicht die Aufgabe unserer Gesellschaft, den Tod technisch zu verdrängen durch Vorspiegelung eines perfektionierten Lebens, sondern ihn durch eine Kultur des Sterbens und der Trauer sinnvoll in unser Leben zu integrieren."

Volker Demuth (Helmut Voith  )Volker Demuth beschäftigt sich mit Fragen humantechnologischer Verbesserung und Bioutopie (Helmut Voith )

Der Philosoph und Medienforscher Volker Demuth formuliert Entgegengesetztes: "Als Menschen sind wir Lebewesen, die ihre Optimierung betreiben. Dazu gehen wir an unsere Grenze – und darüber hinaus. Zum Nordpol oder auf den Mond. Längst geht es heute um biomedizinische Verbesserungen unbekannten Ausmaßes. Die Frage unserer Epoche lautet: Zu was kann der Mensch umgeformt werden? Dieses humantechnologische Projekt, bei dem ein nächster Mensch entstehen soll, wird mit Nachdruck und Kapitaleinsatz betrieben. Die gesteigerte Bioperfektion soll uns zu mehr Glück, Vitalität, Gesundheit und Lebensdauer verhelfen. Die Überwindung des Todes ist da gewiss die spektakuläre Pointe."

C. Juliane Vieregge
Die Autorin, Bloggerin und Online-Journalistin lebt in NRW. Sie studierte evangelische Theologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Münster, Hamburg und Tübingen. Unterrichtet in Tübingen Creative Wiriting. 2019 erschien im Berliner Ch. Links Verlag ihr erzählendes Sachbuch "Lass uns über den Tod reden".

Volker Demuth
Der Autor und Medienwissenschaftler wurde 1961 geboren und lebt in Berlin. Er produzierte Radio-Features und Hörspiele und wirkte bis 2004 als Professor für Medientheorie. Neben Romanen und kulturtheoretischen Essays beschäftigt er sich in seinen Büchern "Fleisch" (2016) und "Der nächste Mensch" (2018) mit Fragen humantechnologischer Verbesserung und Bioutopie.

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