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StartseiteVerbrauchertippSparvorwahlen beim Telefonieren17.07.2019

Call-by-CallSparvorwahlen beim Telefonieren

Sogenannte Call-by-Call-Billigvorwahlen kamen in der Zeit der Liberalisierung des Telefonmarkts auf. Das Prinzip zum Geldsparen: Erst eine bestimmte Vorwahl anrufen - dann die eigentliche Ziel-Telefonnummer. Solche Vorwahlen gibt es noch, sie lohnen sich aber nur in bestimmten Fällen.

Von Stefan Römermann

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Zwischenzeitlich waren die Call-by-Call-Angebote etwas in Verruf geraten (unsplash / Alexander Andrews)
Auch heutzutage könne sich die Nutzung von Call-by-Call in bestimmten Situationen lohnen, sagen Experten (unsplash / Alexander Andrews)
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Eingeführt wurden die Call-by-Call-Billig-Vorwahlnummern vor über 20 Jahren. Sie sollten helfen, die Marktmacht der Deutschen Telekom zu brechen. Statt mit dem Telefonanschluss komplett auf einen neuen Anbieter zu wechseln, können Kunden der Telekom seither bei jedem Anruf neu entscheiden, ob sie für das Gespräch den Standard-Tarif nutzen wollen - oder einen alternativen Anbieter.

"Für beispielsweise Ferngespräche, also über den eigenen Ort hinaus, oder in bestimmte ausländische Länder", erklärt Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen das Prinzip.

Billiger ins Ausland telefonieren

Die passenden Call-by-Call-Vorwahlnummern finden sich regelmäßig auf den Service-Seiten mancher Zeitungen - oder über Vergleichs-Portale im Internet. Die Tarifsuche ist dabei nicht ganz leicht, denn für unterschiedliche Tageszeiten berechnen viele Anbieter oft unterschiedliche Tarife. Der Preisvergleich zahlt sich dann aber schon bei einem kurzen Telefonat von ein paar Minuten aus, sagt Verbraucherschützerin Henschler.

"Das kann sich um einzelne Cent handeln. Kann aber auch um mehrere Euro gehen. Denn zum Beispiel Auslandsgespräche sind teilweise immer noch ziemlich teuer. Und hier kann man durchaus erheblich sparen."

Zwischenzeitlich waren die Call-by-Call-Angebote etwas in Verruf geraten. Denn manche unseriöse Anbieter haben ihre Preise teilweise mehrfach am Tag geändert und manchmal sogar auf das Hundertfache erhöht, erinnert sich Henschler.

"Und wer da nicht wirklich vor jedem Telefonat am besten nachgeschaut hat, ob der Preis noch so ist, wie man ihn im Kopf hat, der konnte dann schnell mal in so eine solche Kostenfalle tappen."

Solche Überraschungen können heutzutage zum Glück nicht mehr passieren: Bevor das eigentliche Telefonat vermittelt wird, sagt jetzt in jedem Fall eine Computerstimme den aktuell gültigen Tarif an. Insgesamt geht die Zeit der Billig-Vorwahlen aber wohl langsam zu Ende. Schließlich sind Ferngespräche innerhalb Deutschlands heute auch bei vielen Festnetz-Anschlüssen schon im Monatspreis enthalten.

Tarife genau anschauen

Trotzdem kann sich auch für solche Kunden die Nutzung von Call-by-Call in bestimmten Situationen lohnen, sagt Alexander Kuch vom Telekommunikationsmagazin teltarif.de.

"Das heißt, wenn man jetzt schon sehr viel zu einem Handy anrufen möchte zum Beispiel, innerhalb von Deutschland, dann sind diese Telefonate nicht in der Flatrate mit enthalten. Also dafür macht es schon Sinn. Oder eben wenn man auch sehr viel ins Ausland telefonieren möchte."

Mit dem so genannten Pre-Selection-Verfahren lässt sich auch festlegen, dass grundsätzlich alle Auslands- oder Ferngespräche über einen speziellen, festgelegen alternativen Anbieter geführt werden.

"Das ist wie, wenn ich sozusagen in meinem Telefon einprogrammieren würde, dass ich immer dieselbe Call-by-Call-Nummer verwenden möchte um zu einem bestimmten Ziel zu telefonieren. So wurde praktisch dieser Anbieter fest im Telefon hinterlegt."

Inzwischen sei es aber meist einfacher und sinnvoller, komplett zu einem anderen Telefonanbieter zu wechseln, sagt Tarifexperte Kuch. Wer das machen möchte, sollte sich allerdings dessen Tarife genau anschauen. Denn die Call-by-Call-Billigvorwahlen und Preselection funktionieren tatsächlich nur bei Festnetz-Anschlüssen der Deutschen Telekom. Wer mit seinem Telefonanschluss komplett zu einem anderen Anbieter gewechselt ist, kann aber mit so genannten "Callback" und "Callthrough"-Angeboten ebenfalls sparen.

Oder er telefoniert gleich über das Internet - beispielsweise mit Messenger-Diensten wie Whatsapp oder Skype. Damit sind sogar Gespräche ins Ausland komplett kostenlos. Nur muss der Angerufene hier ebenfalls den passenden Messenger nutzen.

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