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StartseiteVerbrauchertippTipps für Wohnmobil-Neulinge26.03.2019

Caravan-UrlaubTipps für Wohnmobil-Neulinge

Beim ersten Urlaub mit einem Wohnmobil gibt es einiges zu beachten. So ist es zum Beispiel sinnvoll, das Fahrzeug zu fotografieren, bevor die Reise losgeht. So gibt es hinterher keine Probleme mit der Rückzahlung der Kaution. Auch ein Blick in den eigenen Führerschein lohnt sich.

Von Margret Bielenberg

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Ein einsamer Campingbus in der australischen Wüste. (imago stock&people, 64253314, JOKER/AlexanderxStein )
Beim Urlaub mit dem Caravan ist der Weg oft das Ziel (imago stock&people, 64253314, JOKER/AlexanderxStein )
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Auf zum Nordkap, nach Südfrankreich oder auf Nebenstraßen Deutschland entdecken. Wer in einem Wohnmobil reisen möchte, sollte sich darüber klar sein, dass der Weg das Ziel ist, sagt Christian Hieff vom ADAC Hamburg.

"Man spart dadurch nicht, wenn man das vergleicht mit einem normalen Pauschalurlaub, sondern es geht da mehr um das Abenteuer. Preise zu nennen ist sehr, sehr schwierig, weil es unterschiedliche Anbieter gibt."

Dazu gehören klassische Autovermietungen, die Wohnmobile mit standardisierten Mietverträgen anbieten, aber auch Privatleute verleihen ihr Gefährt. Man findet sie im Internet über verschiedene Plattformen wie Paul Camper oder Share a Camper beispielsweise. Ältere Wohnmobile sind da schon ab etwa 60 Euro pro Tag zu haben. Bei wem man auch mietet, diese Fragen sollten vorab geklärt:

"Ist dieses Fahrzeug vollkaskoversichert? Bin ich dann auch wirklich mitversichert oder läuft diese Versicherung nur auf den Eigner des Fahrzeugs, das heißt: Bin ich überhaupt berechtigt, dieses Fahrzeug zu fahren, und wie sieht es überhaupt im Schadensfall aus? Das heißt: Passiert irgendwas auf der Strecke, wie läuft dann die weitere Abwicklung?"

Informieren über Versicherung und Schadensfälle

Plattformen, über die man private Fahrzeuge mieten kann, bieten passende Versicherungen an. Wer ein Wohnmobil mietet, kann mit einer Kaution ab etwa 1.500 Euro rechnen. Wer privat mietet, zahlt oft weniger. Oft entspricht die Kaution der Höhe des Selbstbehalts der Vollkaskoversicherung. Wer das minimieren möchte, kann zusätzlich eine Selbstbehaltversicherung abschließen. Die gibt es ab etwa sechs Euro pro Tag.

"Dann kann man dieses Risiko auf 200, 250 Euro reduzieren. Das ist vielleicht ganz gut, wenn man beim Rangieren auf dem Campingplatz mal einen Baum streift, dann ist nicht schon der ganze Urlaub hinüber, weil die Urlaubskasse geplündert ist."

Bevor man sich allerdings auf die Suche nach einem passenden Wohnmobil macht, sollte man sich erkundigen, wie alt der Fahrer sein muss und welche Fahrzeuge man fahren darf.

"Leute, die den alten Klasse 3 Führerschein haben, die können auch größere Wohnmobile fahren, der gilt ja bis 7,5 t. Allerdings nach der Führerscheinreform ist das nicht mehr so. Ab 1999 gilt nur noch: bis 3,5 t."

Wohnmobil vor der Reise abfotografieren

Wer sein Wohnmobil abholt, sollte sich umfassend einweisen lassen: Wie fährt sich das Fahrzeug? Wie packt man sinnvoll? Und wie funktioniert die Entleerung des Fäkalientanks beispielsweise? Außerdem ist das Wohnmobil von innen und außen genau zu dokumentieren, um die Kaution nicht zu gefährden, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Grundsätzlich sollte man bei Übernahme des Fahrzeugs Fotos machen oder vielleicht sogar ein Video, bei dem auch das Datum eingeblendet ist. Das ist das Allerbeste, dass man dann sehen kann: Dieser Kratzer war schon da oder eben noch nicht da."

Geht die Wohnmobilreise los, sollte man immer die Seitenwindempfindlichkeit im Blick haben, sagt Christian Hieff. Außerdem:

"Wenn man neben einem LKW in einen Tunnel hineinfährt, dann gibt es einen Luftsog, dann werden diese Fahrzeuge aneinander gezogen, sozusagen, darauf sollte man achten. Deswegen der Rat: Mit einem Wohnmobil niemals vor einer Tunneleinfahrt überholen."

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