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StartseiteKommentare und Themen der WocheAufstand gegen Kramp-Karrenbauer abgesagt22.11.2019

CDU-ParteitagAufstand gegen Kramp-Karrenbauer abgesagt

Annegret Kramp-Karrenbauer habe mit ihrer Rede auf dem CDU-Parteitag demonstriert, dass sie von ungebrochenem Führungswillen angetrieben sei, kommentiert Stephan Detjen im Dlf. Friedrich Merz sei danach nicht mehr viel mehr übrig geblieben, als unter offenem Gelächter seine Loyalität zu behaupten.

Von Stephan Detjen

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Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesministerin der Verteidigung und Parteivorsitzende der CDU (Imago / Florian Gaertner)
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesministerin der Verteidigung und Parteivorsitzende der CDU, stellt beim CDU Parteitag die Machtfrage. (Imago / Florian Gaertner)
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Man kann sich die CDU vorstellen wie einen voll besetzten Reisebus, in dem bei voller Fahrt ein Fahrerwechsel stattfindet. Die neue Fahrerin sitzt noch nicht so ganz im Führerhaus. Ihre Vorgängerin steht noch mit einem Fuß auf dem Gaspedal und von hinten greifen ein paar Möchtegern-Rennfahrer ins Lenkrad. Währenddessen diskutieren die Passagiere hinten darüber, ob das Navigationssystem noch den rechten Weg anzeigt.

Leipzig war nicht die Endstation der turbulenten Reise. Es gab nicht einmal einen Zwischenhalt - immerhin auch keinen Crash. Die Reise geht weiter. Die neue Fahrerin aber hat den Sicherheitsgurt festgezogen. Sie scheint sich darauf einzustellen, dass es noch ziemlich ruckelig wird.

So wird man jedenfalls den denkwürdigen Schluss interpretieren müssen, mit dem Annegret Kramp-Karrenbauer ihrer kämpferischen Parteitagsrede ganz Ende noch einmal eine überraschende Wendung gab: Für einen kurzen, rhetorischen Überrumpelungsmoment hat die Vorsitzende heute ihr Amt zu Verfügung gestellt, als sie die CDU als Abschluss ihrer Rede aufforderte, die gemeinsame Reise "hier und heute" abzubrechen, wenn sie ihr nicht folgen wolle. "Hier und heute" auf diesem Leipziger Parteitag, war diese Frage so überraschend, weil Kramp-Karrenbauer die einzige war, die sie stellte.

Merz wollte mit seiner wüsten Attacke die Kanzlerin treffen

Auch Friedrich Merz hatte in seiner wüsten Attacke nach der Landtagswahl in Thüringen nicht die Vorsitzende, sondern die Kanzlerin, Angela Merkel, angegriffen. Sein Ziel ist die Kanzlerkandidatur bei einer vorgezogenen Bundestagswahl und er weiß, dass er Kramp-Karrenbauer dafür nicht zu stürzen braucht, solange sie nur nicht die Kraft oder Macht hat, ihr Erstzugriffsrecht als Parteivorsitzende auszuüben.

Kramp Karrenbauer aber hat mit ihrer Rede demonstriert, dass sie von ungebrochenem Führungswillen angetrieben ist. Die stehenden Ovationen waren ihr schon nach den ersten Ausrufezeichen sicher. Mit den kämpferisch vorgetragenen Formeln politischer, ökonomischer und technischer Dynamik bewies Kramp-Karrenbauer, dass sie das Vorsitzendenhandwerk in entscheidenden Momenten beherrscht.

Es gab danach kaum noch einen programmatischen oder rhetorischen Leerraum im Saal, den Friedrich Merz hätte füllen können. Ihm blieb nicht viel mehr, als unter offenem Gelächter im Saal Loyalität zur Vorsitzenden und zur Regierung zu behaupten.

Das Versprechen ist befristet bis zum nächsten Jahr. Dann will die Parteivorsitzende eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der CDU herbeiführen.

 

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