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StartseiteKommentare und Themen der WocheArmin Laschet besteht seine erste Feuerprobe24.01.2021

CDU-Parteitag in Baden-WürttembergArmin Laschet besteht seine erste Feuerprobe

Aus der CDU in Baden-Württemberg gab es viel Unterstützung für Friedrich Merz - dort hatte der neue CDU-Chef Armin Laschet jetzt seinen ersten großen Auftritt. Er sei gut bei den Parteimitgliedern angekommen, kommentiert Katharina Thoms. Armin Laschet habe bei der Südwest-CDU die richtigen Knöpfe gedrückt.

Ein Kommentar von Katharina Thoms

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Der neue Bundes-Parteichef Armin Laschet auf dem Online-Parteitag der CDU Baden-Württemberg (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
Der neue Bundes-Parteichef Armin Laschet auf dem Online-Parteitag der CDU Baden-Württemberg (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
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Test. Test? – Läuft. Armin Laschets erste große Rede nach seiner Wahl kann er als Erfolg verbuchen. Und das ausgerechnet in dem Bundesland, das mehrheitlich einen anderen wollte als CDU-Chef: Friedrich Merz.

Aber der jetzt Gewählte hat auf dem Landesparteitag der CDU in Baden-Württemberg einfach die Flucht nach vorn angetreten - und die Merz-Fans direkt angesprochen. Er, sagte Laschet, sei doch auch Merz-Fan. Und deshalb wolle er ja auch, dass er mit dabei ist.

Selbst offensive Merz-Anhänger sagen nach Laschets Rede: sehr gut. Müsse man neidlos anerkennen: Laschet habe sich die Phrasen gespart, und das kam an. Von Groll keine Spur.

Über Bundespolitik sprach Laschet kaum

Schon im Vorfeld hatten ihm erklärte Merz-Anhänger in Baden-Württemberg signalisiert: Wahl ist Wahl. Jetzt ist es entschieden. Allen voran die CDU-Führung in Baden-Württemberg.

Laschet hat sie nicht enttäuscht. Und hat ihnen mit seiner Rede noch einen Gefallen getan: Indem er kaum über Bundespolitik gesprochen hat. Ein paar Sätze zur Warnung vor Rot-Rot-Grün im Bund. Das war's.

Wahlurne, Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg (picture alliance / dpa-Zentralbild / Patrick Pleul ) (picture alliance / dpa-Zentralbild / Patrick Pleul )

Zumindest konnte die K-Frage so gar nicht erst aufkommen. Sehr zur Freude der Parteifreunde im Südwesten: Landesparteichef und Bundesvize Thomas Strobl hatte davor in seiner Rede gewarnt: Bloß jetzt nicht zu viel mit sich selbst beschäftigen. Klammer auf: Das können wir im Landtagswahlkampf hier jetzt gar nicht gebrauchen! Klammer zu.

Im Südwesten die richtigen Knöpfe gedrückt

Stattdessen hat Laschet drei Viertel seiner Redezeit genutzt, um über Themen zu sprechen, die das CDU-Mittelstandsherz zwischen Heilbronn und Friedrichshafen erwärmen: Er lobte den Tüftlergeist, die unternehmerische Gründerkultur, aus der jetzt Start-ups entstehen müssten. Lobte die Familienunternehmen im Südwesten, die lieber weniger Staat und mehr Eigenverantwortung wollten. Und kam an als Mann, der Mittelstand und Wirtschaft versteht. Der aus einem Bundesland kommt, das die industrielle Krise schon hinter sich hat. Während Baden-Württemberg bang auf die Autoindustrie guckt. Auch das hat ihm bei der Partei Pluspunkte gesichert.

Aber Laschet hatte für alle in der CDU was dabei: Stadt, Land, jung, alt. Er warnte vor grüner Regulierung in der Landwirtschaft und grüner Einseitigkeit bei den Antriebstechnologien. Kurz: Er hat bei der CDU im Südwesten die richtigen Knöpfe gedrückt.

Und ist der CDU-Spitzenkandidatin hier, Susanne Eisenmann, zur Seite gesprungen. Lobte sie als gute Bildungsministerin. Und warb für Verständnis bei ihrem viel kritisierten Kurs zur Öffnung der Grundschulen in der Pandemie. Da könne man es eben nie jedem recht machen.

Motiviert in den Wahlkampf

Viele Kandidaten und Kandidatinnen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg wünschen sich, dass der Armin jetzt öfter vorbeikommt. Wo er doch den Sound so gut trifft. Und auch schon mal eine Landtagswahl gewonnen hat, als kaum noch jemand damit gerechnet hat. Und sooo eng sei das in Baden-Württemberg ja gar nicht.

Viele Parteimitglieder dürften nach dem digitalen Parteitag in Stuttgart motivierter in den ersten Wahlkampf des Superwahljahres ziehen. Ob das auch reicht, um die zurückzuholen, die früher mal treu CDU gewählt haben und jetzt erklärte Fans des Grünen Winfried Kretschmann sind in Baden-Württemberg – das wird noch zu beweisen sein.

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