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StartseiteThemaWer folgt auf Angela Merkel?29.10.2018

CDU-VorsitzWer folgt auf Angela Merkel?

Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn oder Friedrich Merz? Nach der Rückzugsankündigung von Angela Merkel gibt es mehrere Anwärter für den CDU-Vorsitz. Wer sind die Kandidatinnen und Kandidaten?

BundeskanzlerinAngela Merkel geht im Bundestag in Berlin und wird dabei halb von einer Säule verdeckt. (dpa picture alliance/ Silas Stein)
Wer führt die CDU, wenn Angela Merkel im Dezember als Parteichefin abtritt? (dpa picture alliance/ Silas Stein)
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Nach der Entscheidung von Angela Merkel bringen sich mögliche Nachfolger für den CDU-Vorsitz in Stellung: Ebenso wie Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte auch Gesundheitsminister Jens Spahn in einer Sitzung des CDU-Vorstandes seine Bewerbung an. Auch der frühere Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, erwägt laut Medienberichten eine Kandidatur auf dem Parteitag im Dezember.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Die 56-jährige Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als enge Vertraute Merkels. Die Parteichefin war es, die die damalige Ministerpräsidentin des Saarlandes Anfang des Jahres nach Berlin holte, damit sie Peter Tauber auf dem Posten des CDU-Generalsekretärs ablöst. Sie wolle sich in den Dienst der Partei stellen, sagte Kramp-Karrenbauer damals im Dlf. Das Parteiamt sei dann wichtiger als das Regierungsamt, wenn deutlich werde, dass das "gesamte politische System in Bewegung gekommen" sei.

Eigentlich wollte Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Abitur Hebamme werden, danach Lehrerin. Als 18-Jährige trat sie im Saarland in die CDU ein und studierte Jura und Politik. "AKK" begann als Stadtratsmitglied in Püttlingen, 1999 zog sie erstmals in den saarländischen Landtag ein. Im Jahr 2000 berief sie der damalige Ministerpräsident Peter Müller (CDU) zur ersten Innenministerin in Deutschland. 2011 wurde sie selbst Regierungschefin an der Saar.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (dpa-Bildfunk / Christophe Gateau)Annegret Kramp-Karrenbauer (dpa-Bildfunk / Christophe Gateau)

Als offenes Geheimnis gilt in Berlin, dass Kramp-Karrenbauer Wunsch-Erbin Merkels ist. Mit einer Kennenlern-Tour an der Parteibasis versuchte sich die Saarländerin in den letzten Monaten bekannter zu machen. Mit konservativen Äußerungen etwa zur Innen- oder Flüchtlingspolitik und Sätzen zur notwendigen Erneuerung der Partei hat sie zudem versucht, sich von Merkel abzugrenzen, ohne sich wirklich stark von der Kanzlerin zu distanzieren.

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Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Spahn gilt als Mann für die Unzufriedenen in der Union. Der aus dem münsterländischen Ahaus stammende Spahn kam 2002 als jüngster direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag. Spahn entwickelte sich zum Hoffnungsträger für einen Teil der CSU. Der 38-jährige geriet immer wieder in die Kritik, etwa 2008, als er die von der damaligen Großen Koalition geplante Rentenerhöhung als "Wahlgeschenk" bezeichnete, das die junge Generation langfristig belaste. 2015 wurde Spahn Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium.

Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Jens Spahn (CDU) (dpa)Jens Spahn (dpa)

In den letzten Jahren setzte sich Spahn immer wieder als konservativer Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel in Szene. Er provozierte Diskussionen etwa mit Äußerungen zu Themen wie Hartz IV oder Migration. Regelmäßig wurde er als Anwärter für CDU-Spitzenämter in der Nach-Merkel-Ära gehandelt. 

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Friedrich Merz

Der im sauerländischen Brilon geborene Friedrich Merz gilt in der CDU als "Wertkonservativer". 1994 zog der Jurist für den Hochsauerland-Wahlkreis in den Bundestag ein. Im Jahr 2000 übernahm Merz den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die Rivalitäten mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel mündeten in einen Machtkampf um den Fraktionsvorsitz, den Merz verlor. In Erinnerung blieb sein Steuerkonzept, das mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte.

Friedrich Merz, Vorsitzender der Atlantik-Brücke (11.1.2018). (imago stock&people)Friedrich Merz (imago stock&people)

Merz zog sich 2009 aus der Politik zurück - und übernahm neue Aufgaben in der Wirtschaft. Regelmäßig äußerte er sich in Interviews aber weiter zu politischen Themen - wie zum Beispiel 2011 im Dlf zur Währungsunion. 2016 wurde er Deutschland-Aufsichtsratschef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock. Für die SPD-Opposition im NRW-Landtag ist Merz ein "Top-Lobbyist einer internationalen Heuschrecke". Die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung ernannte den Sauerländer 2017 zum Landes-Beauftragten für die Folgen des Brexit. 

Dlf-Haupstadtkorrespondent Stephan Detjen , Merz habe nach der Zeit im Bundestag ausgesprochen lukrative Wirtschaftsmandate vertreten. Der Mann habe schwer Geld verdient und sei Millionär. Die Wirtschaftsbeziehungen profilierten ihn, sie machten ihn aber auch angreifbar. "Die Frage wäre", so Detjen, "wäre Merz in der Lage mit einer Rede etwa vor dem Bundesparteitag zu zeigen, das er nicht nur für diesen Kurs steht, sondern die Partei in ihrer ganzen Breite, auch den liberalen Flügel mitnehmen kann. Das ist eine große Frage."

Friedrich Merz‘ Kandidatur "dürfte Wirtschaft elektrisieren" Friedrich Merz stehe schlechthin für Wirtschaftskompetenz, sagt Dlf-Wirtschaftschef Klemens Kindermann. Merz ist unter anderem Aufsichtsrat des Vermögensverwalters Black Rock. Seine Rückkehr von der Wirtschaft in die Politik wäre "für Deutschland absolut ungewöhnlich".

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Die Außenseiter

Matthias Herdegen

Der Bonner Völkerrechtsprofessor Matthias Herdegen ist Direktor des Instituts für Öffentliches Recht sowie Direktor am Institut für Völkerrecht und Mitglied des Zentrums für Europäisches Wirtschaftsrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Herdegen hat seine Bewerbung vor kurzem im Deutschlandfunk erläutert. Aus seiner Sicht kann die notwendige innere Erneuerung der CDU könne nur mit einem Wechsel an der Spitze gelingen. Es gehe ihm nicht um irgendeine Form der Abrechnung, sagte Herdegen im Dlf.

Andreas Ritzenhoff

Der hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff hat ebenfalls betont, die Partei müsse sich von innen heraus erneuern. Der 61-jährige Ritzenhoff ist erst seit Jahresbeginn CDU-Mitglied. Er leitet laut der Zeitung "Die Welt" als geschäftsführender Inhaber das mittelständische Unternehmen Seidel, einen Hersteller von Aluminiumdesignprodukten unter anderem für die Kosmetikbranche. 

Jan-Philipp Knoop

Der der 26-jährige Jura-Student Jan-Philipp Knoop aus Berlin fordert mehr Respekt für die Streitkräfte.  Das "Handelsblatt" zitiert ihn überdies mit den Worten, in der Flüchtlingspolitik wolle er "endlich die Kontrolle über die Situation bekommen". Laut Handelsblatt das bisher höchste Amt des Studenten: Social-Media-Beauftragter im Ortsverband Kleistpark.

Alle drei letztgenannten Bewerbungen gelten als chancenlos. Unklar ist auch, ob Herdegen, Ritzenhoff und Knoop ihre Kandidaturen angesichts der jüngsten Entwicklung aufrecht erhalten.

(mte/cvo/tk)

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