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StartseiteSport am Wochenende"Spiel wird eher von Intensität als von Klasse leben"28.05.2016

Champions-League-Finale"Spiel wird eher von Intensität als von Klasse leben"

Der Sportjournalist Ronald Reng erwartet von dem heutigen Champions-League-Finale kein attraktives Spiel: "Atletico lebt davon, es allen schwer zu machen," sagte er im DLF. Auch Real Madrid spiele statt dem von der Vereinführung gewünschten spektakulären Fußball eher pragmatischen Konterfußball.

Ronald Reng im Gespräch mit Matthias Friebe

Wandplakat mit der Aufschrift "Finale Milano 2016" (imago sportfotodienst)
Das Champions League-Finale findet in diesem Jahr in Mailand statt. (imago sportfotodienst)

"Ich fürchte, es wird kein besonders anschauliches Spiel werden," so Reng. Manche Zuschauer liebten die Mannschaft von Atletico Madrid zwar für ihren Defensivfußball, aber: "Toll anzusehen ist das nicht."

Real Madrid habe mittlerweile auch so umgestellt, "damit sie richtig schön kontern können, wenn sie Platz haben - und ich fürchte, den Platz wird ihnen Atletico nur selten gewähren."

Real habe schon seit Jahren ein Problem, so Reng: "Die Offensive ist völlig überbesetzt - sie schaffen es nicht, eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die ausgewogen ist. Alle wollen stürmen, so entstehen in der Mitte Löcher." Es würde der Mannschaft gut tun, zwei "defensive Rocker" wie Atletico zu haben. Doch daran sei Präsident Perez nicht interessiert: "Er will Walt Disney, das große Kino, spektakulären Fußball - was er bekommen hat, ist pragmatischer Konterfußball."

"Tuchel ist im Geiste ein spanischer Trainer"

Die spanische Dominanz im europäischen Fußball erklärt sich Reng unter anderem durch mehr Präzision im Spiel: "Es gibt weniger Zweikämpfe und die Schnelligkeit ist deutlich unwichtiger als in Deutschland und in England." Dadurch entstehe ein flüssigeres Spiel. 

Ein ähnliches Spiel beobachtet er bei Dortmunds Trainer Thomas Tuchel: "Tuchel ist im Geiste ein spanischer Trainer. Er wird früher oder später auch in einem Europapokalfinale stehen."

Das gesamte Gespräch können Sie mindesten sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

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