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StartseiteVerbrauchertippNeue Trends beim Mückenschutz22.08.2019

CO2-Fallen und elektrische FelderNeue Trends beim Mückenschutz

Man versucht es mit Räucherkerzen, Sprays, UV-Lampen, imprägnierter Schutzkleidung - und verliert der Kampf gegen Stechmücken dennoch allzu oft. Forscher suchen deshalb nach neuen Methoden, um sich effektiv und vor allem auch umweltfreundlich vor Mücken zu schützen.

Von Susanne Lettenbauer

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Warnung vor Stechmücken (imago/McPHOTO M. Begsteiger)
Mückenschutz als Schutz vor gefährlichen Krankheiten wird auch in Deutschland immer wichtiger, glauben Wissenschaftler (imago/McPHOTO M. Begsteiger)
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Im Labor von Andreas Rose schwirren die Mückenarten wild durcheinander: Gelbfiebermücken, Malariamücken, Tigermücken und die heimischen Stechmücken. Krankheiten übertragen sie in Deutschland noch keine, aber Mückenschutz werde auch hier immer wichtiger, ist Rose überzeugt.

Chemiekeule schützt noch immer am besten

Lange, helle Kleidung, vorimprägniert mit speziellen Waschmitteln und Stoffsprays, sind ein guter Schutz, wenn auch nicht der beste, wie Stiftung Warentest kürzlich herausfand. Leider helfe beim Mückenschutz noch immer nur die Chemiekeule aus DEET, Para-Menthan-3,8-Diol oder Icaridin, was zum Beispiel in Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent in Mückenschutz-Lotionen enthalten ist:

"Was tatsächlich wenig wirkt, sind die auf natürlichen, ätherischen Ölen basierenden Mittel. Da braucht man eine relativ hohe Konzentration, und diese ätherischen Öle werden von der Haut relativ schnell aufgenommen und verdampfen auch. Das heißt, die Wirkung lässt teilweise nach zwanzig Minuten total nach." 

Trends der vergangenen Jahres sind überholt

Viele Trends der vergangenen Jahre seien überholt, erklärt der Mückenforscher, zum Beispiel Anti-Mücken-Armbänder oder Hochfrequenz-Piepser. Von UV-Lampen rät er ebenso ab, weil diese alle Insekten anlocken und überproportional viele nützliche Tiere vernichten. Bei der Verwendung von Insektiziden, wie in Insektensprays und Elektroverdampfern, sollte man wissen, dass es sich um Nervengifte handelt, die in höherer Konzentration auch für den Menschen schädlich sein können, gibt der Biologe zu bedenken.

Ohne Chemie arbeiten zwei neue Methoden: Einerseits die Verwendung von speziellen dünnen Metallstäben, die vor offene Fenster gehängt werden können und Mücken aufgrund eines schwachen, elektrischen Feldes abhalten:

"Man schaltet das an und die Mücken versuchen durch dieses Fenster zu fliegen. Da sieht man, wie sie es immer wieder versuchen, in der Nähe diese Elektroden drehen sie um fliegen wieder zurück." 

Geruch des Menschen lockt Mücken in Fangbeutel

Eine Alternative sind Mückenfallen, die mittels Dispenser den Geruch des Menschen imitieren, also den von Atemluft oder Schweiß. So etwas zieht Mücken an. Wer darauf setzen will, sollte die Fallen vor allem an den Brutplätzen wie Teich, Feuchtecken oder im Schatten aufstellen und nicht direkt neben dem Gartensitzplatz, so Rose:

"Also die Mücken landen in einem Fangbeutel. Und dort, weil sie recht feingliedrige Tiere sind, vertrocknen sie sehr schnell und sterben. Und dann kann man sie zum Beispiel im Gartenteich an die Fische verfüttern. Wir haben einen Kunden in Kambodscha, der fängt mit dieser Falle so viele Mücken, dass er einmal in der Woche mit einem Eimer voller Stechmücken zum örtlichen Schulgarten geht, und dort werden die Mücken als Dünger eingesetzt."

CO2-Fallen - auch für Tropenmediziner gute Alternative

CO2-Mückenfallen kommen auch bei Tropenmedizinern, wie dem Münchner Markus Frühwein gut an. Patienten mit allergischen Reaktionen auf Mückenstiche kämen immer häufiger und früher in seine Praxis, immer mehr Menschen reagieren empfindlich auf Mückenschutzverdampfer und Räucherspiralen. Die CO2-Fallen seien da eine gute Alternative:

"Wenn man an einem Ort ist, und sich dort vor Mücken schützen will, zum Beispiel auf einer Terrasse, ist das eine super Idee. Wir haben ja auch Verdampfer von Mückenschutzmitteln, die manche Hersteller anbieten, da wäre ich eher zurückhaltend. Ich will es ja nicht die ganze Zeit einatmen. Da bin ich eher ein Freund von gutem Hautschutz, gutem Kleidungsschutz. Mückenfallen sind eine optimale Ergänzung dazu."

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