Dienstag, 22.10.2019
 
Seit 19:05 Uhr Kommentar
StartseiteVerbrauchertippSeparater Virenschutz bei Windows ist nicht mehr nötig02.10.2019

ComputersicherheitSeparater Virenschutz bei Windows ist nicht mehr nötig

Knapp 140 Millionen neue Malware-Programme gibt es pro Jahr. Mit diesen versuchen Kriminelle, Zugriff auf den Computer zu erlangen und etwa Bankdaten zu stehlen. Virenschutzprogramme können dagegen helfen, bei Windows-PCs brauchen Nutzer dafür aber inzwischen keine separate Software mehr.

Von Tobias Volke

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Tastatur eines Notebooks mit Windows-Logo | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer. | picture alliance / imageBROKER (picture alliance / imageBROKER)
Die größte Sicherheitslücke am PC ist der Mensch - denn Virenschutzpgrogramme werden immer besser (picture alliance / imageBROKER)
Mehr zum Thema

IT-Experte Peter Welchering: Datenklau im Gesundheitswesen hat stark zugenommen

Datendiebstahl und Datenschutz Forscher im Kampf gegen Cyberattacken

Jan Philipp Albrecht (B90/Grüne) "Da fehlt häufig die Fachkenntnis"

In E-Mail-Anhängen, Programm-Downloads oder angeblichen Flashplayer-Updates – überall im Internet lauert sie: Die Abstrakte Gefahr durch Schadsoftware, die im schlimmsten Fall das Betriebssystem unbenutzbar macht, Bankdaten stiehlt oder wichtige Dateien löscht.

Dabei sind hauptsächlich Windows-PCs betroffen. Nutzer anderer Plattformen stehen nicht im Fokus von Cyberkriminellen, erklärt Ronald Eikenberg, Online-Sicherheitsexperte und Redakteur beim Computermagazin "c’t":

"Die Cyberkriminellen suchen sich natürlich immer die größten Nutzergruppen aus, also die Plattform, wo sie potenziell die meisten Opfer finden. Und das ist nach wie vor mit großem Abstand nun mal Windows."

Anti-Virensoftware soll Anwender vor Viren, Trojanern und anderen digitalen Schädlinge schützen (imago ) (imago )Unsichere Antiviren-Programme - Haftung für mangelhafte Software gefordert
Antiviren-Programme halten nicht, was sie versprechen, das ergaben Recherchen von ZDF und Deutschlandfunk. Nun steht die seit Jahren umstrittene Forderung nach einer Produkthaftung für Software wieder im Raum.

Solange man sein System über die eingebauten Update-Mechanismen auf dem neuesten Stand hält, sind Mac- und Linux-Nutzer in der Regel auf der sicheren Seite. Auch für Windows sind regelmäßige Updates unerlässlich. Zusätzlich bedarf es hier jedoch eines extra Antivirenprogramms. Ob man dabei Geld für eine Vollversion investiert, oder sich auf ein kostenloses Programm verlässt, macht laut Marcus Pritsch von der Stiftung Warentest hinsichtlich der PC-Sicherheit keinen Unterschied.

"Der Unterschied ist, wenn ich Geld bezahle, habe ich mehr Funktionen. Das heißt, ich habe vielleicht eine Backupfunktion, eine Virtual-Private-Network- oder sonstige Funktionen. Von der reinen Schutzfunktion her, vor Schadsoftware bin ich gleich geschützt, egal ob ich eine freie oder eine bezahlte Software habe."

Windows-Defender wird immer besser

Neuerdings besteht jedoch gar nicht mehr unbedingt die Notwendigkeit, sich ein extra Virenschutz-Programm zu installieren, erklärt Ronald Eikenberg:

"Der unter Windows vorinstallierte Defender, der war am Anfang ja eher so eine Art Basisschutz, der ein bisschen was weggefangen hat, aber keinen vollständigen Virenscanner ersetzen konnte. Das hat sich im Laufe der letzten Monate erheblich geändert. Man sieht an den Testergebnissen der unabhängigen Prüfinstitute, dass der richtig weit vorne mit dabei ist, also dass der sehr gut abschneidet und man sich im Prinzip inzwischen auch alleine auf den Defender verlassen kann."

Mobile Endgeräte liegen auf einem Holztisch. (imago images / Westend61) (imago images / Westend61)Gebraucht-IT - Smartphone & Co: Tipps für den Kauf aus zweiter Hand
Tablets und Smartphones sind nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern vor allem modische Trend-Produkte. Das hat zu einem vielfältigen Angebot an Gebraucht-IT geführt. Was gilt es vor einem Kauf zu beachten und wie steht es um die Gewährleistung?

Der Vorteil beim Windows-Defender ist, dass er gut ins System integriert ist, wenig Ressourcen verbraucht und sich bei seiner Arbeit einigermaßen im Hintergrund hält.

Antivirenprogramme anderer Anbieter sind zuweilen werbefinanziert und stören mit Popups, sammeln teilweise Nutzerdaten oder können sich negativ auf die Leistung des Computers auswirken.

Möchte man aber doch lieber ein anderes Antivirenprogramm nutzen, so erkennt der Windows Defender dies automatisch und schaltet seine entsprechenden Funktionen ab. Hier bedarf es also keiner weiteren händischen Konfiguration.

Der größte Sicherheitsfaktor ist der Mensch

Allerdings ist ein Virenschutzprogramm nur eine Komponente. Eine weitere, extrem wichtige, ist der Mensch. Man sollte bei allen Handlungen im Internet ein gesundes Misstrauen walten lassen.

"Wenn man zum Beispiel, ohne groß nachzudenken, auf alles Mögliche klickt, was so an E-Mails reinkommt – das sind dann unter Umständen auch sehr frische Schädlinge – dann zum Beispiel hilft ein Virenscanner nicht, weil die dann einfach so neu sind, dass die meisten Scanner diesen Schädling noch nicht kennen."

Und da bei der Angst vor Viren speziell auch immer die Sorge vor Datenverlust mitspielt, empfiehlt es sich, persönliche Daten, die einem lieb und teuer sind am besten regelmäßig auf einer externen Festplatte zu sichern.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk