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StartseiteCorsoGames als kulturelles Erbe bewahren28.11.2018

ComputerspieleGames als kulturelles Erbe bewahren

Computerspiele gehören zum kulturellen Erbe, das man für die Nachwelt erhalten müsse, sagte Game-Lobbyist Andreas Lange im Deutschlandfunk. Denn Computerspiele sind "die älteste Form originär digitaler Massenkultur“. Derzeit entstehe mit finanzieller Hilfe vom Bund die größte Sammlung der Welt.

Andreas Lange im Interview mit Adalbert Siniawski

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Einst ein Hardwaretraum, heute nur Archivware: Jugendliche sitzen im Mai 1985 in einem Kaufhaus vor dem Computerbildschrim und probieren einen "Commodore 64" aus (dpa/picture-alliance)
Einst ein Hardwaretraum, heute nur Archivware: Jugendliche probieren im Mai 1985 einen "Commodore 64" in einem Kaufhaus aus (dpa/picture-alliance)
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Sie ruhen in Kisten, in Kellern und auf dem Dachboden – klobig das Design, vergilbt die Oberflächen. Die Rede ist von Spielecomputern und Computerspielen wie dem Commodore "C64" oder "Amiga 500", auf dem Generationen Games wie "Wing Commander", "Sensible Soccer" oder "King's Quest" gezockt haben. Dieses digitale Erbe darf nicht in der Ecke verschimmeln, sondern es muss archiviert und gesichert werden, heißt es aus Anlass des morgigen Welttags des digitalen Bewahrens. Die Deutsche Nationalbibliothek debattiert auf einer Konferenz in Frankfurt/Main, wie das digitale kulturelle Erbe erhalten werden kann.

Erste Förderungen laufen

Computerspiel-Lobbyist Andreas Lange (Andreas Lange)Computerspiel-Lobbyist Andreas Lange (Andreas Lange)An die Förderung der Digitalisierung von analogen Filmen, die vom Bund, den Ländern und der Filmförderanstalt ab 2019 auf 10 Mio. Euro jährlich erhöht wird, komme man zwar nicht heran, sagte Andreas Lange, Präsident des Europäischen Verbandes der Computerspielarchive, -museen und Bewahrungsprojekte im Deutschlandfunk. "Aber wir sehen die ersten Pflänzchen auch in unserem Bereich." Der Bundestag habe 2007 fraktionsübergreifend beschlossen, dass Computerspiele ein Teil unserer Kultur sind. Ende 2016 habe das Parlament 400.000 Euro für die Initiative Computerspielesammlung für die ersten zwei Jahre abgesegnet. "Dort entsteht gerade die größte Computerspielesammlung der Welt." Es komme nun darauf an, solche temporären Pflänzchen auf nachhaltig solide Füße zu stellen. 

Digitalisierung aller unserer Lebensbereiche

"Computerspiele sind die älteste Form originär digitaler Massenkultur", sagte Lange auf die Frage, warum Games überhaupt schutzwürdig sind. "Sie sind über 40 Jahre alt, es ist eine globale Erscheinung, ein globales Medium. Sie haben uns als erste gezeigt, wie wir uns in virtuellen Umwelten aufhalten können, wie wir miteinander interagieren können." Auch in Zukunft werde jeder Bürger, der erstmalig mit digitaler Technologie in Kontakt kommt, das mit Computerspielen tun. "Sie werden auch in Zukunft eine treibende Kraft haben, was die Digitalisierung all unserer Lebensbereiche angeht."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen. 

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