Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

ComputerspieleHakenkreuze könnten künftig gezeigt werden

Hakenkreuz in Computerspiel (imago stock&people)
Hakenkreuz in Computerspiel (imago stock&people)

Computerspiele können in Deutschland künftig eine Altersfreigabe erhalten, auch wenn sie verfassungsfeindliche Symbole wie Hakenkreuze oder SS-Runen enthalten.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, die für die Prüfung von Computerspielen zuständig ist, erklärte, sie werde ihren Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen verändern. Ähnlich wie in Kinofilmen sollen künftig verbotene Propagandamittel gezeigt werden dürfen, wenn es der Kunst oder der Wissenschaft oder der Darstellung von Vorgängen des Zeitgeschehens oder der Geschichte diene. Bislang waren Hakenkreuze, SS-Runen und vergleichbare Kennzeichen in Videospielen in Deutschland streng verboten. Grundsätzlich solle das das auch so bleiben, es könne aber Ausnahmen von dieser Regel geben, erklärte die USK.

Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes "Game" sagte, die Neuregelung der Selbstkontrolle zur Sozialadäquanz sei ein wichtiger Schritt für das Kulturmedium Computerspiel in Deutschland. Man habe sich lange dafür eingesetzt, dass Computerspiele endlich gleichberechtigt und ohne Ausnahmen am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen könnten. Falk führte aus, viele Spiele von engagierten Spieleentwicklern behandelten schwierige Themen wie die NS-Zeit und gingen damit sehr verantwortungsvoll, kritisch und zum Nachdenken anregend um.