Donnerstag, 09. Dezember 2021

Corona-Pandemie2G, 3G, Lockdown: Das gilt in den Bundesländern

Die Inzidenzwerte sind in ganz Deutschland hoch wie nie. Abgesehen von ein paar einheitlichen Regeln gelten in jedem Bundesland jedoch eigene Bestimmungen zur Eindämmung des Virus. Ein Überblick.

24.11.2021

Auf einem Schild vor dem Berliner Zoo wird auf die 2G-Regel hingewiesen.
Auf einem Schild vor dem Berliner Zoo wird auf die 2G-Regel hingewiesen. (Fabian Sommer/dpa)
Auch nach der Bund-Länder-Konferenz Mitte November gelten in den Bundesländern jeweils unterschiedliche Regelungen. Bundesweit greift seit dem 24.11. eine 3G-Pflicht im öffentlichen Personenverkehr und am Arbeitsplatz- darüber hinaus haben die Länder aber weiter viel Spielraum.
Was bedeutet 1G, 2G, 2G+ und 3G? Hier sind die gängigsten Abkürzungen erklärt.
Ein neuer Leitindikator, ab dem die Länder bundesweit einheitliche Einschränkungen verhängen müssen, ist die Hospitalisierungsinzidenz: Sie beschreibt die corona-bedingten Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Liegt der Wert regional über 3, so greift eine flächendeckende 2G-Regel, bei 6 gilt 2G plus.
Am 9. Dezember soll es die nächste Bund-Länder-Konferenz geben. Mindestens so lange bleiben die regional unterschiedlichen Regelungen bestehen. Diese Bestimmungen gelten zur Zeit:

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gelten seit dem 24.11. nochmals strengere Corona-Regeln. In der sogenannten zweiten Alarmstufe müssen auch Geimpfte und Genesene bei Konzerten, Festen und Tanzveranstaltungen zusätzlich einen Coronatest vorweisen. Die Regelung gilt auch für Stadionbesuche. Die zweite Alarmstufe tritt in Kraft, wenn der Wert von 450 Covid-Patienten auf den Intensivstationen zwei Tage in Folge erreicht oder überschritten wird.
Bereits mit dem Inkrafttreten der ersten Alarmstufe am 17.11. haben generell nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants und Museen sowie zu den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen. Wer ungeimpft ist und nur einen Test vorweisen kann, bleibt auch im Kino, im Schwimmbad oder im Fitnessstudio, in Volkshochschulkursen und Musikschulen außen vor. Auch werden Kontakte im privaten Bereich auf eine Person über den eigenen Haushalt hinaus beschränkt. Ausnahmen gibt es etwa für öffentliche Verkehrsmittel und Religionsveranstaltungen. Auch im Einzelhandel gilt in der Alarmstufe 3G ohne PCR-Test-Pflicht.
In drei baden-württembergischen Landkreisen dürfen Ungeimpfte ihre Häuser und Wohnungen derzeit nachts nur noch mit triftigem Grund verlassen. Betroffen sind der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Ostalbkreis und der Kreis Biberach.

Bayern

In Bayern gilt seit dem 24.11. eine Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte. Sie dürfen sich nur noch mit maximal fünf weiteren ungeimpften Erwachsenen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Es gilt eine generelle Sperrstunde ab 22 Uhr, Bars und Diskotheken müssen komplett schließen. Weihnachtsmärkte wird es in Bayern in diesem Jahr nicht geben. Die Krankenhaus-Ampel steht auf rot - damit gilt die 2G-Regel auch in Gaststätten, in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben. Ein alternativer PCR-Test reicht künftig nicht mehr aus. Außerdem gilt 2G in Theatern, Kinos, Museen, Schwimmbädern und anderen Freizeiteinrichtungen - Ausnahmen gibt es nur für Kinder unter 12 Jahren.
In Landkreisen mit einer Inzidenz von über 1.000 hat die Landesregierung einen bis Mitte Dezember geltenden Lockdown verhängt. Schulen und Kitas sollen aber offen bleiben, ebenso wie große Teile des Handels.

Berlin

In Berlin soll ab Samstag (27.11.) die 2G-Regelung auf weitere Bereiche wie den Einzelhandel, Hotels, Erwachsenenbildung, Fahrschulen und die Sportausübung ausgeweitet werden. Ausgenommen sind Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs wie Supermärkte oder Drogerien. Weihnachtsmärkte dürfen stattfinden. Die Hauptstadt führt zudem 2G-Plus-Regelungen ein. Im Kultur- und Freizeitbereich soll dann zusätzlich zur 2G-Regel eine Maskenpflicht herrschen. Wo das Tragen einer Maske nicht umsetzbar ist wie in Klubs oder beim Sport sollen zusätzliche Abstände oder ein negatives Testergebnis notwendig sein.

Brandenburg

Die 2G-Regel gilt seit dem 15. November in Gaststätten, Hotels, Kinos, Theatern, Diskotheken, Clubs und Festivals. Eine Ausnahme gibt es für unter 18-Jährige mit negativem Test und für die, die nicht geimpft werden können. 2G gilt außerdem für Erwachsene bei Kontaktsport wie etwa Fußball oder Volleyball in Sporthallen. Darüber hinaus gilt in vielen Bereichen die 3G-Regel, etwa in der Hotelbranche, in Sporthallen und bei körpernahen Dienstleistungen. Optional können in einigen dieser Bereiche auch 2G-Bestimmungen verhängt werden.
Am 24.11. sind noch deutlich schärfere Regeln in Kraft getreten. Die 2G-Regel wurde auf den Einzelhandel ausgeweitet mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken, Drogerien und Banken. Der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene gilt auch für Friseurläden, Sportanlagen, Museen und Zoos. Weihnachtsmärkte werden geschlossen oder gar nicht erst geöffnet werden. Dazu kommen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Sie dürfen sich nur noch mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts oder mit insgesamt bis zu fünf Menschen treffen. Für Schülerinnen und Schüler gilt ab Montag (29.11.) keine Präsenzpflicht mehr, die Weihnachtsferien beginnen drei Tage früher.

Bremen

Bremen verzeichnet die bundesweit höchste Impfquote und gleichzeitig ein vergleichsweise immer noch geringes Infektionsgeschehen. Dennoch rutscht es ab Donnerstag (25.11.) in eine höhere Warnstufe. Dann gilt die Maskenpflicht nicht nur im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel, sondern in allen weiteren Innenräumen. Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen haben nur Geimpfte und Genesene (2G). Dabei müssen mindestens anderthalb Meter Abstand gehalten werden. Unter freiem Himmel läuft der Bremer Weihnachtsmarkt weiter. Aber auch dort sind Essen und Trinken nur nach 2G-Regel zu haben.
Das Bild zeigt ein Mädchen, dass sich in Bremen gegen das Coronavirus impfen lässt.
Bremen liegt vorne bei der Impfquote. (picture alliance / dpa / Sina Schuldt)

Hamburg

Auch Hamburg hat die Corona-Maßnahmen verschärft und ein weitreichendes 2G-Modell eingeführt. Nach einem Beschluss des Senats dürfen Ungeimpfte seit dem 20. November unter anderem Restaurants, Bars und Clubs nicht mehr betreten. Auch körpernahe Dienstleistungen und Freizeitchöre stehen nur noch Geimpften und Genesenen offen. Das 2G-Modell soll zudem auf Hotels und den Kulturbereich ausgeweitet werden. Beschäftigte in "infektionsproblematischen Bereichen" müssen sich täglich testen. Bisher gelten bei den Regelungen Ausnahmen für Minderjährige. Für 16- und 17-Jährige könnten diese aber demnächst gestrichen werden.

Hessen

In Hessen gelten seit Mitte November umfangreiche 3G-Regeln, in manchen Bereichen auch 3G plus: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss dann zur Teilnahme an 3G-Veranstaltungen oder beim Betreten von vielen 3G-Einrichtungen einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Veranstalter haben außerdem die Option, nur Geimpfte und Getestete (2G) zuzulassen. Auch für Betriebe mit Beschäftigten, die am Arbeitsplatz Kontakt zu Kunden haben, gelten 3G-Regeln.
Bei Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern dürfen nach den Vorgaben künftig maximal zehn Prozent der Besucher Getestete sein. Die übrigen müssen entweder geimpft oder genesen sein. Seit dem 24.11. gilt eine einheitliche Maskenpflicht an den Sitzplätzen in Schulen und Hochschulen. Das gilt auch für Übernachtungsbetriebe, bei Veranstaltungen, in Kinos, Theatern sowie in entsprechenden Arbeitsplatzsituationen.

Mecklenburg-Vorpommern

Für Städte und Landkreise, die auf der landeseigenen Corona-Warnampel die dritte von vier Warnstufen erreichen, gilt die 2G-Regel. Ausgenommen von 2G sind Kinder unter 12 Jahren; für 12- bis 17-Jährige gilt das bis Jahresende. 7- bis 17-Jährige müssen aber einen tagesaktuellen Test vorlegen. In Kneipen, Restaurants und bei Veranstaltungen gilt schon länger ein 2G-Optionsmodell.

Niedersachsen

In Niedersachsen liegen die Inzidenzwerte unter dem Bundesschnitt. Ministerpräsident Weil begründet Verschärfungen daher mit "vorbeugendem Brandschutz". Seit 11. November gilt an vielen Stellen 2G, für diese Woche sind weitere Regelungen angedacht. In vielen Bereichen galt bisher bereits die Option für 2G - etwa für Restaurants, die Kultur oder größere Veranstaltungen. Darüber hinaus gelten mancherorts Testpflichten: täglich für Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen, alle zwei Tage in der Fleischindustrie.

Nordrhein-Westfalen

Im Freizeitbereich gilt nach Angaben der Landesregierung seit dem 24.11. flächendeckend die 2G-Regel. In Bereichen mit besonders hohem Infektionsrisiko - etwa in Diskotheken, Clubs oder bei Karnevalsfeiern - müssen selbst Geimpfte und Genesene dann zusätzlichen einen aktuellen negativen Test vorlegen (2G plus). Ausnahmen gelten für Minderjährige und Menschen ohne Impfempfehlung beziehungsweise diejenigen, die nicht geimpft werden können. Arbeitnehmer, die nicht geimpft sind, müssen täglich einen negativen Coronatest vorweisen. Ab einer Hospitalisierungsrate von 6 sollen weitere Maßnahmen greifen.
Ein Imbissstand auf dem Weihnachtsmarkt in Essen.
Für das Verzehren in einem Imbissstand gilt beim Weihnachtsmarkt in Essen die 2G-Regel. (imago images/NurPhoto)

Rheinland-Pfalz

Seit dem 24.11. ist das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz im Einklang mit den neuen bundesweiten Vorgaben vor allem für Ungeimpfte weiter eingeschränkt. In Innenräumen gilt für Erwachsene grundsätzlich die 2G-Regel. Von der 2G-Regel für Innenräume ausgenommen ist der Handel. Kinder unter 12 Jahren fallen nicht unter diese Regel. Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gilt 3G, also Zutritt auch für Getestete. Das kann bei ihnen zusätzlich zu den Schultests etwa ein Selbsttest vor dem Sport sein.

Saarland

Im Saarland sind seit dem 20.11. generell nur noch Geimpfte oder Genesene für Innenräume etwa von Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Veranstaltungen und Hotelübernachtungen zugelassen. Die 2G-Regel gilt auch für den Besuch etwa von Friseuren oder Physiotherapeuten. Für den Besuch in Alten- und Pflegeheimen sowie von Discos und Clubs müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest nachweisen. Bei Weihnachtsmärkten können Veranstalter zwischen der 3G-Regel - nur Geimpfte, Genesene oder Getestete mit Nachweis - oder Maskenpflicht wählen. Die bis 3.12. befristeten Regeln sind nicht an bestimmte Schwellenwerte gekoppelt.

Sachsen

In sächsischen Kreisen mit einer Inzidenz über 1.000 dürfen Ungeimpfte das Haus nur aus triftigem Grund verlassen. Darüber hinaus gelten seit dem 19. November umfangreiche 2G-Regeln und erstmals auch wieder Kontaktbeschränkungen. Der Grund ist das Erreichen der Überlastungsstufe bei den Krankenhausbetten. Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen; Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Das 2G-Modell (geimpft oder genesen) gilt dann auch im Einzelhandel. Davon ausgenommen sind etwa Supermärkte oder Drogerien.
Als erstes Flächenland nutzte der Freistaat bereits seit Anfang vergangener Woche die 2G-Regel für zahlreiche Einrichtungen: Nur Geimpfte und Genesene dürfen seitdem in Restaurants, Kneipen oder Diskotheken, ein negativer Test reicht nicht.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt müssen Gäste in Hotels und Gaststätten geimpft oder genesen (2G) sein. In Nachtclubs ist zusätzlich ein negativer Test erforderlich (2G plus). Am Arbeitsplatz soll die 3G-Regelung zum Einsatz kommen. Schülerinnen und Schüler sollen täglich getestet werden. Die Präsenzpflicht entfällt, die Weihnachtsferien beginnen bereits am 17.12.

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat eine 2G-Pflicht für Teile des öffentlichen Lebens verhängt. Laut der Landesregierung gilt die Regelung seit dem 22. November bei Freizeitveranstaltungen aller Art, in Gaststätten und bei Sport in Innenräumen. Auch touristische Übernachtungen werden erfasst: Privatreisende dürfen nur noch in Hotels einchecken, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind.

Thüringen

Thüringen hat - neben Sachsen und Bayern - derzeit die höchsten Corona-Inzidenzwerte. Deshalb wird auch in Thüringen eine 2G-Regelung für weite Teile eingeführt. Sie gilt unter anderem für Hotels, Restaurants und Veranstaltungen, aber auch für den Einzelhandel mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs. Es gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr, Bars und Diskotheken müssen schlißene, ebenso wie Freizeitbäder und Saunen. Auch die Weihnachtsmärkte werden abgesagt. In manchen Bereichen wie Fitnessstudios gilt 2G plus, damit werden negative Tests zur Bedingung.
(Mit Material der Deutschen Presse-Agentur)