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StartseiteKultur heute"Stützungsprogramme auch für den Kulturbetrieb"04.03.2020

Corona-Epidemie"Stützungsprogramme auch für den Kulturbetrieb"

Die Corona-Epidemie hat auch Auswirkungen auf den Kulturbetrieb. Das sei ein kultureller und auch ein "maximaler finanzieller Verlust", sagte Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat im Dlf. Dies wolle man der Bundesregierung auch deutlich machen und auf eine Unterstützung ähnlich der Wirtschaft pochen.

Olaf Zimmermann im Gespräch mit Michael Köhler

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Die menschenleere Glashalle der Leipziger Buchmesse (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)
Die Leipziger Buchmesse findet 2020 wegen der Corona-Epidemie nicht statt. (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)
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Der Corona-Virus beeinflusst nicht nur die Wirtschaft und den Alltag vieler Menschen, sondern auch den Kulturbetrieb. Gerade im Theater, Opernhaus oder im Museum treffen sich viele Menschen als Besucherinnen und Besucher oder als Publikum an einem Ort. Normalerweise sei das ja auch wünschenswert, meint Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.

"Vieles, was wir im Kulturbetrieb machen, funktioniert nur, wenn Menschen zusammenkommen - und wir freuen uns ja auch normalerweise, wenn es viele sind, und wenn die dann ganz eng beieinander sind. Aber jetzt bei Corona ist das natürlich ganz blöd, und deshalb sind wir im Kulturbetrieb auch ganz besonders davon betroffen."

Keine generelle Absage von Veranstaltungen

Ob kulturelle Veranstaltungen wegen der Corona-Epidemie abgesagt werden, sollte laut Zimmermann eine "Einzelfallentscheidung" sein. Ein vollbesetztes Theater werde unter Umständen als gefährlicher eingeschätzt als ein Museum. Für den Kulturbetrieb bedeute eine Absage neben dem "kulturellen Verlust" aber auch einen "maximalen finanziellen Verlust - und nicht alle können das einfach so mittragen."

"Der Kulturbereich ist ganz massiv davon betroffen - und zwar die Großen genauso wie die ganz Kleinen. Auch die Künstlerin und der Künstler vor Ort sind davon betroffen, dass sie zum Beispiel in Leipzig bei 'Leipzig liest' keine Lesungen mehr machen können. Für viele Schriftsteller ist das das zweite Einnahmestandbein gewesen, dass man auch während der Buchmesse in Leipzig regelmäßig Lesungen hat machen können."

Verluste für Kleinverlage

Auch für viele kleine Verlage seien solche Präsentationen wichtig, weil sie erst dadurch ein spezifisches Publikum erreichen würden. "Hier verlieren eine ganze Menge, bei denen man nicht sofort drauf kommen würde, dass sie davon betroffen sind."

Das wolle man auch versuchen, der Bundesregierung deutlich zu machen, so Zimmermann - und auf Stützungsprogramme pochen. "Bisher hört man aus dem Wirtschaftsministerium immer, dass diese Programme für die klassische Wirtschaft vorgesehen sind. Nein - die müssen auch für den Kulturbetrieb vorgesehen sein."

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