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StartseiteSprechstundeHerausforderung für Medizin und Wissenschaft17.03.2020

Corona-KriseHerausforderung für Medizin und Wissenschaft

Etwa 170.000 Menschen haben sich bislang weltweit mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Auch in Deutschland sind mittlerweile Tausende betroffen.

Am Mikrofon: Martin Winkelheide

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3D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2  (Imago/ Rob Engelaar / Hollandse Hoogte )
3D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2 (Imago/ Rob Engelaar / Hollandse Hoogte )

Die Krankenhäuser hierzulande sind angehalten, zusätzliches Personal zu rekrutieren und planbare Eingriffe zu verschieben, um die erwartbare Zunahme schwer erkrankter Patienten zu bewältigen.

Derweil suchen Wissenschaftler nach Wirkstoffen zur Behandlung der Atemwegserkrankung Covid-19. Auch die Entwicklung von Impfstoffen läuft auf Hochtouren. Doch wann die Pandemie unter Kontrolle sein wird, kann derzeit niemand beurteilen.

Bezüglich einer Behandlung von Corona-Infektionen mit bereits zugelassenen Medikamenten zeigt sich Professor Gerd Fätkenheuer kritisch. "Es ist im Moment ein ziemlicher Wildwuchs. Was wir brauchen sind kontrollierte Studien mit Medikamenten, wo es zumindest im Labor Hinweise gibt, dass sie wirken können. Solche gibt es, auch in Deutschland."  Die Anwendung sogenannter Virostatika, die beispielsweise bei HIV zum Einsatz kommen, sei bei Coronaviren bisher "in der klinischen Praxis nicht effektiv".  Die Entwicklung eines Impfstoffes sei nach seiner Ansicht in unter einem Jahr nicht zu erwarten.

Für Menschen mit Diabetes bestünde zunächst bei guter Einstellung keine erhöhte Infektionsgefahr, so Professor Baptist Gallwitz. "Wir wissen, dass das Infektionsrisiko erhöht ist bei einer Einstellung, wo die Blutzuckerwerte sehr hoch sind, weil dann auch zusätzlich bakterielle Begleitinfektionen mit auftreten können, die das Immunsystem weiter schwächen können." Auch die Versorgung mit Insulin sei nicht gefährdet: "Wir rechnen derzeit nicht mit Lieferengpässen bei Diabetesmedikamenten, weil alle Insuline auch in Europa produziert werden und wir davon ausgehen, dass die Lieferketten gut erhalten bleiben. Gleiches gilt für weitere Diabetesmedikamente."

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Gesprächsgast:

  • Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer, Leiter Klinische Infektiologie, Uniklinik Köln

Aktuelle Informationen aus der Medizin:

Martin Winkelheide
Besonderes Risiko, besondere Maßnahmen? Was die Corona-Pandemie für Menschen mit Diabetes bedeutet.
Interview mit Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Uniersitätsklinikum Tübingen; Sprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft

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