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StartseiteKultur heuteNothilfefonds für die Kultur gefordert13.03.2020

Corona-KriseNothilfefonds für die Kultur gefordert

Im Kampf gegen das Coronavirus werden mehr und mehr Kulturveranstaltungen abgesagt. Damit das kulturelle Leben dadurch nicht nachhaltig Schaden erleidet, fordern die Länderkulturminister von der Bundesregierung einen finanziellen Schutzschirm nach dem Vorbild der Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft.

Von Christiane Habermalz

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Corona Virus. Stillstand im öffentlichen und Kulturellen Leben in Stuttgart nach der Bekanntgabe der Stadt Kultureinrichtungen auf unbekannte Zeit zu schliessen. Veranstaltungen werden abgesagt, Museen, Kinos, Bars, Stadtbäder, Diskos, Bürgerbüros sind zu. (imago / Max Kovalenko)
Das deutsche Kulturleben steht still: Zahlreiche Veranstaltungen werden abgesagt (imago / Max Kovalenko)
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Opern, Theater und Museen bleiben geschlossen. Kunstmessen werden verschoben, Kongresse abgesagt. Konzerte finden ohne Publikum statt - oder sie fallen ganz aus. Für Kulturinstitutionen und die Kulturschaffenden bedeuten diese Absagen große finanzielle Einbußen. Die Kulturminister der Länder haben daher von der Bundesregierung einen finanziellen Schutzschirm für die Kultur gefordert - nach dem Vorbild der Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft.

Schon jetzt seien staatliche und private Kultureinrichtungen und Veranstaltungsbetriebe sowie Künstlerinnen und Künstler massiv von der Corona-Krise betroffen, erklärten die Länder-Ressortchefs nach einer gemeinsamen Sitzung in Berlin. Wirtschaftliche Einbußen gefährdeten Institutionen und private Existenzen.

Freie Kulturszene in Existenz bedroht

Ohne sehr schnelle staatliche Hilfen sehen die Minister die Gefahr, dass das für eine starke Demokratie unverzichtbare vielfältige kulturelle Leben in Deutschland nachhaltig Schaden erleiden wird. Besonders freien Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden müsse geholfen werden.

Auch für die öffentlichen Einrichtungen sind Absagen und Schließungen schmerzlich, wie die Kulturminister erklärten. Dort würden die Gehälter aber weiter bezahlt. Dagegen sei die Lage in der freien Kulturszene sehr schnell existenzbedrohend. Wichtig sei, dass die Kreativwirtschaft in die jetzt geplanten Nothilfen von Bund und Ländern für die Wirtschaft einbezogen würden.

Der bayerische Kultusminister Bernd Sibler, derzeit Vorsitzender der Kulturministerkonferenz in der KMK, forderte, den freien Kulturschaffenden eine Perspektive zu geben. In Gesprächen mit Vertretern der freien Kulturszene habe er Verzweiflung und Panik gespürt.

Kultur als wichtiger Wirtschaftszweig 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, das von der Bundesregierung beschlossene Milliardenpaket für die Wirtschaft solle auch der Kreativ- und Kulturwirtschaft zugute kommen. Dabei betonte Grütters, mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro sei die Kultur- und Kreativwirtschaft einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland – noch vor der chemischen Industrie, Energieversorgern und Finanzdienstleistern.

Für die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker oder Kameraleute seien zusätzliche Hilfe geplant, so Grütters. Bestehende Programme sollen geschärft werden. Zudem sollen gezahlte Förderungen trotz einer Absage von Veranstaltungen nicht zurückgezahlt werden müssen. Auch ein Nothilfefonds für Härtefälle, wie ihn der Deutsche Kulturrat gefordert hat, ist in der Diskussion.

Einig sind sich die Kulturminister der Länder und die Kulturstaatsministerin, dass Kunst und Kultur kein dekorativer Luxus sind, den man sich nur in guten Zeiten leistet. Der bayerische Kultusminister Sibler nannte Kunst und Kultur "systemrelevant".

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