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Corona-PandemieForscher rechnen mit weniger Infektionen

Modell des Coronavirus (imago images/Hollandse Hoogte)
Modell des Coronavirus (imago images/Hollandse Hoogte)

Die Infektionszahlen in der Corona-Pandemie werden nach Einschätzung mehrerer Wissenschaftler in Deutschland kaum noch steigen.

Der Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin sagte bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags, er rechne nicht mehr mit einer Zunahme, aber auch nicht mit einer schnellen Abnahme.

Optimistischer zeigte sich Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Inzidenzen von deutlich unter 50 wie im vergangenen Sommer seien wahrscheinlich in den nächsten Wochen zu erreichen. Grund dafür sei vor allem der Impffortschritt.

Auf die Fragen der Abgeordneten antworteten insgesamt vier Wissenschaftler. So riet Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, zu mobilen Impfteams für sozial schwache Stadt- oder Ortsteile. Man müsse diesen Service zu den Menschen tragen, um sie zu erreichen, betonte sie. Es sei hilfreich, dabei Menschen einzubeziehen, "die in Stadtteilen Anerkennung genießen". Generell sei es auch gut, dort immer wieder Masken zu verteilen und das Tragen zur Gewohnheit werden zu lassen.

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sieht im Verbot von Großveranstaltungen den größten Einzeleffekt von Schutzmaßnahmen jenseits der Impfungen. Alles andere habe im Vergleich dazu nur eine rund halb so große Schutzwirkung. Krause erklärte, mit klaren Konzepten seien aber kleinere Veranstaltungen draußen möglich. Das funktioniere auch in großen Sälen mit hohen Decken - aber wenig Leuten. Auch gegen Außengastronomie mit Konzepten sei für ihn wenig einzuwenden. Für Innengastronomie aber bleibe das Ansteckungsrisiko weiter zu hoch.

Für die Epidemiologin Grill macht ein Ausprobieren von Öffnungsstrategien bei anhaltend hohen Inzidenzen noch keinen Sinn.

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Diese Nachricht wurde am 30.04.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.