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Corona-PandemieLob und Kritik für geplantes "Aufholpaket" für Kinder und Jugendliche

Mehrere Stühle in einem Klassenzimmer in der Grundschule in Königstein in Sachsen stehen auf dem Tisch.  (dpa-Zentralbild)
Durch die Schulschließungen während der Corona-Pandemie sind bei vielen Schülerinnen und Schülern Lernrückstände entstanden. (dpa-Zentralbild)

Das Bundeskabinett will heute ein Programm auf den Weg bringen, das Kindern und Jugendlichen helfen soll, in der Corona-Pandemie entstandene Lernrückstände aufzuholen. Thüringens Bildungsminister Holter (Linke) begrüßte das Vorhaben im Dlf. Das Deutsche Kinderhilfswerk hält es für unzureichend.

Holter sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung tue mit dem "Aufholpaket" für Kinder und Jugendliche genau das Richtige. Die Länder hätten so die Möglichkeit, mehr an Unterstützungsprogrammen umzusetzen als ursprünglich geplant. Es gehe vor allem darum, Lernrückstände aufzuholen. Wichtig sei aber auch, die Teamfähigkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen wieder zu stärken, betonte der Linken-Politiker. Die durch die Pandemie entstandenen Defizite seien sehr hoch. So gehe man etwa in Thüringen davon aus, dass 15 bis 20 Prozent der Schüler im Distanzunterricht nicht oder nur schlecht erreicht werden könnten. Wichtig sei jetzt, langfristige Fördermaßnahmen über ein bis zwei Jahre aufzulegen. Nachhilfe allein in den Sommerferien reiche nicht aus.

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisierte das geplante Aufholpaket dagegen als völlig unzureichend. Pro Kind würden weniger als 150 Euro in die Hand genommen. Das genüge nicht, um auch nur annähernd den Bedarf zur Bewältigung der Pandemie zu decken, betonte die Organisation.

Das Bundeskabinett will das Paket heute auf den Weg bringen. Es umfasst zwei Milliarden Euro. Die Hälfte davon ist für Nachhilfe- und Förderprogramme vorgesehen. Außerdem befasst sich die Ministerrunde mit einem Gesetzentwurf, mit dem Eltern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder an Grundschulen erhalten sollen.

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Diese Nachricht wurde am 05.05.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.