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Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

In seiner Hausarztpraxis impft Stefan Zutz die 95-jährige Patientin Ingeborg Ketelhohn mit AstraZeneca. (picture alliance / dpa/ Jens Büttner)
Ob beim Hausarzt oder im Impfzentrum: Mehrere Portale wollen bei der Suche nach den begehrten Terminen helfen. (picture alliance / dpa/ Jens Büttner)

Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

(Stand: 08.06.)

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