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Corona-PandemieWas ist bei den Impfungen durch Hausärzte zu beachten?

Baden-Württemberg, Pforzheim: Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus. (dpa-Bildfunk / Christoph Schmidt)
Coronavirus - Impfung beim Hausarzt (Archivbild) (dpa-Bildfunk / Christoph Schmidt)

Langsam, aber stetig - seit Ostern sind auch Hausarztpraxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus eingebunden. Zwar stehen ihnen im Moment nur wenige Dosen pro Praxis zur Verfügung. Doch die Mengen sollen auf absehbare Zeit steigen. Was heißt das für die Patienten?

Da die Hausärztinnen und Hausärzte zunächst nur wenige Patienten impfen können, gilt auch hier grundsätzlich die Impfreihenfolge. Wer schwere Vorerkrankungen hat, wird dort bevorzugt behandelt - das gilt für die Arztpraxen ebenso wie für die Impfzentren. Einige Bundesländer (Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin) haben diese Priorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca aufgehoben. Dort wurde der Impfstoff für alle Altersgruppen freigegeben.

Wer also eine Vorerkrankung hat, ist gut beraten, sich mit seiner Hausarztpraxis in Verbindung zu setzen. Denn auch wenn man sich in einem Impfzentrum impfen lassen möchte, muss man die Vorerkrankung meist nachweisen. Dafür ist normalerweise ein Attest nötig. Dieses bekommt man von seinem behandelnden Arzt. Dieser darf dafür eine kleine Verwaltungsgebühr verlangen.

Wer bekommt welchen Impfstoff?

Die Praxen selbst sind angehalten, sich ebenfalls an die Impfpriorisierung zu halten. Um dies zu erleichtern, dürfen die Praxen nun genauer bestellen, wie viele Dosen sie von welchem Impfstoff geliefert bekommen möchten. Ursprünglich war vorgesehen, dass in Hausarztpraxen wegen der geringeren Anforderungen an die Kühlung vor allem Astrazeneca und Johnson&Johnson verimpft wird. Dies gestaltet sich wegen der Probleme mit beiden Impfstoffen schwierig. So könnten dort wegen der Altersbeschränkung für Astrazeneca sonst nur ältere Patienten geimpft werden. Allerdings sind die Bestellmengen wegen der Impfstoffknappheit derzeit streng gedeckelt.

Der Impfstoff von Moderna soll zunächst weiter nur in den Impfzentren verabreicht werden, weil unklar ist, ob das Vakzin stabil bleibt, wenn es zu häufig von Ort zu Ort transportiert wird.

Welche Gruppe wann geimpft werden kann, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die jeweiligen Landesgesundheitsämter halten Informationen über das bei ihnen angewandte Prozedere vor. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Weigeldt, kündigte im Deutschlandfunk an, die Hausärzte würden sich an die Vorschriften halten, aber "pragmatisch".

Was ist mit den Privatpatienten?

Die Impfstoffknappheit ist nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn auch der Grund dafür, dass im Moment nur an die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arztpraxen geliefert wird - und damit nicht an reine Privatpraxen. Vertrags-Hausärzte dürfen aber selbstverständlich auch ihre Privatpatienten impfen. Die Impfung ist für diese wie für alle Bürger kostenlos, da der Staat die Kosten übernimmt. Patienten reiner Privatpraxen erhalten ihren Termine weiter über die Impfzentren. Grundsätzlich empfiehlt sich für alle Impfwilligen, ihr Interesse beim Hausarzt zu bekunden und sich dort listen zu lassen. Das Bundesgesundheitsministerium appelliert aber weiterhin an alle Bürger, Termine in den Impfzentren wahrzunehmen. Wer den Impfstoff von Astrazeneca nicht möchte, kann sich zudem nicht darauf verlassen, von der Hausarztpraxis Alternativen angeboten zu bekommen.

Jetzt die Hausärzte - und wie geht es weiter?

Der Bundesgesundheitsminister stuft die Einbeziehung der Hausarztpraxen als ersten Schritt ein. Es werde nun zwar mit den niedergelassenen Hausärzten im vertragsärztlichen System begonnen, aber danach sollen auch Fach- und Privatärzte hinzugezogen werden. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen werde die Impfkampagne entscheidend an Fahrt aufnehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen. Er spricht von einem "Riesenpotenzial". Zehntausende Mediziner impften in Deutschland regelmäßig Patienten.

Zudem gibt es zahlreiche Firmen, die ihre Beschäftigten gerne vor Ort impfen lassen möchten. In einigen Fällen werden bereits firmeninterne Impfzentren aufgebaut. Die Betriebsärzte fordern bereits seit Monaten, in die Impfkampagne einbezogen zu werden. Allerdings sind nicht überall die Räumlichkeiten dafür gegeben. Und natürlich fehlt derzeit noch die ausreichende Menge an Impfstoff.

(Stand: 25.04.)

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