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StartseiteSport am Wochenende"Bach ist das Geschehen entglitten"22.03.2020

Corona und Olympische Spiele"Bach ist das Geschehen entglitten"

"Wenn die Interessen der Athleten ernst genommen würden, müsste jetzt verkündet werden, dass die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr nicht stattfinden", sagte Clemens Prokop, ehemaliger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, im Dlf. Die Person Thomas Bach sei nicht mehr zu halten.

Clemens Prokop im Gespräch mit Astrid Rawohl

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Dr. Clemens Prokop, damaliger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, bei den 64. Deutschen Hallenmeisterschaften Leichtathletik (DHM) am 18. Februar 2017 in der Arena Leipzig (Sachsen). (imago images / Eibner)
Clemens Prokop (imago images / Eibner)
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Clemens Prokop, ehemaliger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, fand deutliche Worte im DLF. Thomas Bach sei nicht mehr der richtige Mann, um das IOC zu leiten, so Prokop. Er kritisierte, dass es Bach in Kauf nehme, dass sich viele Athleten nun unter indiskutablen Bedingungen auf die Olympischen Spiele vorbereiten müssten. Wenn sie regulär trainieren würden, sei die Gesundheit der Sportler in Gefahr. 

Allerdings bringt Prokop auch noch einen anderen Aspekt zu Wort. "Dadurch, dass er an dem Datum der olympischen Spiele besteht, verhindert er natürlich, dass der Wettkampfkalender des Sports verändert wird." Momentan finden wichtige Sportveranstaltungen wie die nationalen Meisterschaften noch im Frühsommer also vor den Olympischen Spielen statt. Die könnten aber nach "menschlichem Ermessen auch nicht stattfinden." Wenn er nun den Termin der Olympischen Spiele freigeben würde, könnte man die Meisterschaften in den Herbst geben, so Prokop im DLF-Interview.

Spiele sollten verschoben werden

Prokop sieht die Interessen der Sportler durch das IOC nicht gewahrt: "Wenn die Interessen der Athleten ernst genommen würden, müsste jetzt verkündet werden, dass die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr nicht stattfinden." 

Prokop wird auch deutlich, wenn es um die Person Thomas Bach geht. "Wenn man die Gesamtsituation sieht, ist ihm die Führung in diesem Geschehen entglitten, so dass es eigentlich besser wäre, wenn hier eine Veränderung eintreten würde." 

Aber Prokop ist sich sicher, dass Thomas Bach bald der Realität ins Auge sehen müsse und dann auch begreife, dass die Welt erst am Anfang der Corona-Pandemie steht und ein sportliches Großereignis wie Olympia in dieser Zeit unverantwortlich sei. 

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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