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CoronakriseBildungsforscher beklagt fehlende Vorbereitung auf Zeit nach den Sommerferien

Ein Grundschüler mit Mundschutz stellt seine Ranzen im Klassenzimmer ab.  (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
Erst Homeschooling, dann mit Mundschutz ins Klassenzimmer - wie geht es nach den Sommerferien weiter? (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Der Bildungsforscher Ulrich Bauer fordert von den Schulen mehr Anstrengungen, sich auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie einzustellen.

Er beobachte mit allergrößter Sorge, dass die Sommerferien in einigen Bundesländern begönnen - ohne dass es eine Vorbereitung auf unterschiedliche Szenarien im kommenden Schuljahr gebe, sagte Bauer "Spiegel Online". Eigentlich müsste nun sehr viel investiert werden. Man brauche kluge Gremien, die miteinander Konzepte entwickelten, die Schulen müssten einbezogen werden. Davon ist nach Ansicht des Dekans der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld aber nichts sichtbar. Es fehle schon die Bereitschaft dazu.

Versagt hat hier nach Ansicht des Forschers das "ganze System der Schulsteuerung, angefangen vom Land über den Bezirk bis runter zum Schulträger". Schulen, die sich darauf verlassen hätten, dass sie reguliert und gesteuert würden, seien allein gelassen worden. So fehlten zum Beispiel nach wie vor Kommunikationsstrukturen, Fragen der Datenschutzvorgaben für Fernunterricht seien nicht geklärt und an manchen Schulen machten weniger als fünf Prozent der Lehrkräfte digitale Angebote.

Digitale Spaltung

In Sachen Digitalisierung habe die Corona-Pandemie zu einer weiteren Polarisierung geführt: "Die Schulen, die schon vor der Krise digital aufgestellt waren, haben den Trend genutzt und einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Die Schulen, die noch sehr analog ausgerichtet waren, sind stehen geblieben", fasst Bauer zusammen.

Die Schulpädagogin Birgit Eickelmann wies im Deutschlandfunk Kultur darauf hin, dass auch Schüler nicht unbedingt digital kompetent sind. Eine Studie habe gezeigt, dass rund ein Drittel der Deutschen Jugendlichen nur klicken und wischen könnten. Sie könnten nicht auf entsprechende Informationen zugreifen und diese reflektieren. Das habe man auch in den vergangenen Monaten gemerkt. Man müsse digitale Kompetenzen nun ganz pragmatisch in die Lehrpläne aufnehmen.

Der Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies zeigt, dass sich der Bildungsbereich auch in den kommenden Wochen und Monaten auf Ausnahmesituationen einstellen muss. Dabei bleibt stets die Frage, ob es gerechtfertigt ist, Schulen und Kitas wieder komplett zu schließen. Experten sind sich uneins.