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Startseite@mediasresFalschmeldungen bei Whatsapp16.03.2020

CoronavirusFalschmeldungen bei Whatsapp

Im Moment kursieren viele Falschnachrichten zum Thema Coronavirus - vor allem bei Messenger-Diensten wie Whatsapp. Was man tun kann gegen solche Nachrichten und wie man sie entlarvt, hat Patrick Gensing vom ARD-"Faktenfinder" im Gespräch mit @mediasres erläutert.

Patrick Gensing im Gespräch mit Isabelle Klein

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Das Logo des Messanger-Diensts Whatsapp auf einem Smartphone mit schwarzem Display (imago images / Ulrich Roth)
Über Whatsapp werden aktuell viele Falschmeldungen zum Coronavirus verbreitet (imago images / Ulrich Roth)
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Jeden Tag gibt es zum Coronavirus neue Erkentnisse, neue Fallzahlen und neue Maßnahmen. In der Bevölkerung ist die Verunsicherung groß und es steigt das Bedürfnis nach Information, was allerdings zum Problem werden kann - bei Messenger-Diensten kursieren nämlich jede Menge Falschnachrichten, vor allem bei Whatsapp. Auch eine Mitarbeiterin von @mediasres hat eine solche Falschnachricht zugeschickt bekommen.

"Ein Freund von einem Bekannten arbeitet beim Bundesnachrichtendienst und ist zuständig für Katastrophenschutz. Und er hat gerade im Freundes- und Bekanntenkreis wirklich dazu aufgerufen, dass man sich spätestens jetzt eindecken soll mit Lebensmitteln. Weil in spätestens sieben Tagen die Info rausgehen wird, bundesweit, dass man die Gebäude nicht mehr verlassen darf."

Massenhaft Desinformation via Whatsapp

Nachrichten wie diese verbreiten sich gerade massenhaft, sagt der Journalist Patrick Gensing vom "Faktenfinder" der ARD. "Ich habe es noch nicht erlebt, dass auch in meinem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis so viele solcher Whatsapp-Nachrichten aufgetaucht sind."

Allerdings wird diese Form der Desinformation nicht immer gezielt gestreut, so Gensing - teilweise seien es auch einfach nur Gerüchte. Viele Menschen hätten Angst und seien überfordert mit dem Nachrichtenstrom aus Sozialen Medien und Messenger-Diensten. 

"Wir sind mit einer extrem unübersichtlichen Situation konfrontiert, natürlich ist die Verunsicherung riesengroß. Bei anderen Ereignissen wie zum Beispiel Anschlägen wissen wir schon, was in Sozialen Medien als nächstes passieren wird - nämlich dass irgendwelche Verdächtigungen auftauchen, dass die Leute anfangen zu spekulieren und so weiter. Und das erlebt man hier natürlich jetzt nochmal in einer ganz anderen Dimension."

Zeit nehmen, Inhalt hinterfragen

Beim Erhalt einer Nachricht wie der aus unserem Beispiel rät Gensing deshalb, den Inhalt genau zu hinterfragen.

"Wenn jemand sagt: 'Ich habe einen Freund, der dieses oder jenes erzählt', dann ist das keine zuverlässige Quelle. Das ist irgendeine anonyme Quelle, darauf sollte man sich nicht verlassen. Auch das Szenario ist überhaupt nicht plaubibel, dass es einen kompletten Lock-Down gibt. In Italien oder Österreich, wo explizit eine Ausgangssperre herrscht, können die Leute immer noch einkaufen gehen. Das ganze Szenario, das entworfen wird, ist total unrealistisch."

Es sei deshalb wichtig, sich zuallererst etwas Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, welche Person in der Nachricht welche Informationen vermittele.

"Wenn mir auf der Straße jemand etwas, dann überlege ich: Wer ist denn das? Woher weiß der das? Und wie glaubwürdig ist das? Es ist genau wie bei der Eindämmung des Virus: Jeder einzelne ist jetzt in der Verantwortung, sich nicht unverantwortlich zu verhalten sondern besonnen. Und deswegen ist es wichtig, solche Falschnachrichten nicht einfach weiterzuleiten."

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