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StartseiteKommentare und Themen der WocheSelbsttests als neue Hoffnungsträger15.02.2021

Coronavirus im AlltagSelbsttests als neue Hoffnungsträger

Wenn Corona-Selbsttests ab März zur Verfügung stehen, werden sie keine Gamechanger sein, aber eine wichtige Barriere gegen das Virus, kommentiert Volkart Wildermuth. Entscheidend werde sein, dass Laien wissen, was sie zu tun haben und was aus den Ergebnissen folgt.

Ein Kommentar von Volkart Wildermuth

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Gurgelflüssigkeit des Corona Selbsttests wird in das Probenröhrchen zurückgeführt (picture alliance / APA / picturedesk.com / Georg Hochmuth)
Ein negatives Test-Ergebnis sei kein Freifahrtschein, kommentiert Volker Wildermuth (picture alliance / APA / picturedesk.com / Georg Hochmuth)
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Der nächste Gamechanger steht vor der Tür: Selbsttests für jeden. Breite PCR-Tests sollten vor vielen Monaten ein Gamechanger sein, die Impfungen sowieso – leider ist dann nicht alles so glatt gelaufen wie erhofft. Die Enttäuschung war groß, statt froh zu sein über die vielleicht kleinen, aber realen Fortschritte. Also ein realistischer Blick auf die Selbsttests.

Eine Frau lässt sich testen (picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt) (picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt) Neuer Selbsttest als Ergänzung - Wie man sich auf Corona testen lassen kann
Es gibt viele Gründe, sich freiwillig und ohne Symptome oder Verdacht auf eine Corona-Erkrankung testen zu lassen. Welche Tests sind auf dem Markt, was kosten sie und wo kann man sich testen lassen? Was hat es mit den geplanten neuen Selbsttests für zu Hause auf sich? Ein Überblick.

Erster Punkt: was genau folgt aus den Ergebnissen? Positiv heißt, ich muss einen PCR-Test zur Bestätigung organisieren. Hoffentlich sind die Gesundheitsämter hier gut aufgestellt. Vor allem aber muss ich mich isolieren. Wer dazu nicht bereit ist, sollte keinen Selbsttest machen. Alle hoffen natürlich auf ein negatives Ergebnis. Das aber ist kein Freifahrtschein. Egal um welche Methode es geht, die Selbsttests erfassen nicht jede Infektion. Also ja: zur Schule gehen oder die Großeltern besuchen, aber bitte mit Maske und Abstand.

Ein Plus an Sicherheit

Das bringt uns zum zweiten Punkt, was können die Tests für den Einzelnen bewirken? Auch wenn sie nicht perfekt sind, sie liefern ein Plus an Sicherheit, wenn, und das ist eben das entscheidende Wenn, wenn die Menschen verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umgehen. Die bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiet stimmen mich vorsichtig optimistisch. Die meisten Leute sind in dieser Pandemie vernünftig gewesen, aber eben nicht alle. Es wird die wenigen geben, die mit dem negativen Testergebnis herumwedeln und wieder volle Freiheit verlangen. Nachvollziehbar, aber riskant für sich und vor allem für andere.

33D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2 (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte) (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

Dritter Punkt, können die Selbsttests helfen, die Epidemie in Zaum zu halten? Sicher nicht allein, aber als ein weiteres wichtiges Element. Wenn sie breit eingesetzt werden, lotsen sie mehr infizierte Personen schneller in die Isolation. Aber nur wenn sie so billig, oder so weit subventioniert sind, dass sie nicht nur wenigen zur Verfügung stehen, sondern vielen und zwar oft. Denn so ein Ergebnis liefert immer nur eine Momentaufnahme, kann schon am nächsten Tag anders ausfallen.

Vierter Punkt, warum sind die Selbsttests dann nicht längst auf dem Markt? Die Firmen haben sie fertig, technisch sind sie ausgereift. Entscheidend ist aber, dass Laien wissen, was sie zu tun haben und vor allem, was dann aus dem Ergebnis folgt. Nur dann können sie ihre Verantwortung wahrnehmen. Der Beipackzettel ist die eigentliche Hürde für die Tests und deshalb ist es gut, hier genau zu prüfen. Wenn sie dann ab März zur Verfügung stehen, werden die Selbsttest kein Gamechanger sein, aber eine zusätzliche Barriere gegen das Virus.

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