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CoronavirusLockerungen für Geimpfte und Genesene - was sie genau bedeuten und wie sie umgesetzt werden

Ein Impfling wird im Corona Impfzentrum Messe Berlin mit Biontech/Pfizer -mpfstoff geimpft. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Als vollständig geimpft gilt, wer alle vorgesehenen Dosen eines zugelassenen Impfstoffs vor mindestens 14 Tagen erhalten hat. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung könnten ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein. Voraussetzung ist allerdings, dass eine dafür beschlossene Verordnung im Bundestag am Donnerstag und im Bundesrat am Freitag gebilligt werden. Doch was bedeuten die Lockerungen genau und wie werden sie umgesetzt?

Kern der Verordnung ist, dass Geimpfte und Genesene sich nicht mehr an Einschränkungen wie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen halten müssen. Die Regierung begründet dies damit, dass von ihnen nur noch ein Restrisiko für Ansteckungen ausgehe, weshalb man ihnen Grundrechte nicht weiter vorenthalten dürfe. Hintergrund sind allerdings auch drohende Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die sogenannte Bundesnotbremse.

Als vollständig geimpft gilt, wer alle vorgesehenen Dosen eines zugelassenen Impfstoffs vor mindestens 14 Tagen erhalten hat. Die Länder können eigene Regelungen erlassen, was sie auch schon getan haben. Diese dürfen aber nicht im Widerspruch zu der Verordnung des Bundes stehen.

So erlaubt zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. In Bremen sind vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen von allen Testpflichten ausgenommen.

Für den Nachweis der Impfung soll künftig der digitale Ausweis genutzt werden, alternativ aber auch der gelbe Impfpass oder das von den Impfzentren ausgefüllte Formular.

Geringeres Infektionsrisiko

Die Ständige Impfkommission (Stiko) geht davon aus, dass vollständig Geimpfte den Erreger derzeit nur eingeschränkt weitergeben können und dass sie wegen der stark reduzierten Virusausscheidung im Infektionsgeschehen eine geringere Rolle spielen als Ungeimpfte. Geimpften wird aber empfohlen, sich weiter an Schutzmaßnahmen zu halten.

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, gilt als genesen. Diese Personen sind in der Regel vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Das Immunsystem bildet entsprechende Antikörper. Allerdings verschwinden diese nach einer gewissen Zeit wieder. Das Robert Koch-Institut schließt eine erneute Ansteckung und Übertragungsrisiko nicht aus.

In Deutschland sind nach Angaben des RKI inzwischen 8,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, mindestens die Erstimpfung erhielten 28,7 Prozent.

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