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Coronavirus-PandemieUSA kaufen nahezu alle Bestände an Remdesivir - Bundesregierung rechnet nicht mit Engpässen

Hamburg, Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): Zwei Ampullen des Medikamentes Remdesivir stehen während einer Pressekonferenz auf einem Tisch. (dpa/Ulrich Perrey)
Hamburg, Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): Zwei Ampullen des Medikamentes Remdesivir stehen während einer Pressekonferenz auf einem Tisch. (dpa/Ulrich Perrey)

Die Bundesregierung rechnet ungeachtet eines Groß-Einkaufs der USA nicht mit Engpässen beim Medikament Remdesivir zur Behandlung der Covid-19 Krankheit.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte in Berlin, man habe sich das Medikament frühzeitig für die Therapie von Corona-Patienten gesichert. Daher gebe es derzeit genügend Reserven. Mit der erwarteten Zulassung des Mittels für den europäischen Markt sei zudem die Verpflichtung für den Hersteller verbunden, in angemessenem Umfang zu liefern.

Die US-Regierung hatte zuvor mitgeteilt, beim Hersteller "Gilead Sciences" die nahezu gesamte bis September geplante Produktionsmenge des Medikaments gekauft zu haben.

USA mit zahlreichen Neuinfektionen

In den USA war die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es Reuters-Daten zufolge mehr als 47.000 neue Infektionen. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Es sei eindeutig, dass es momentan keine wirkliche Kontrolle gebe, sagt US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befürchtet, dass die tägliche Zahl an Neuinfektionen bis zu 100.000 betragen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.

Warum die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA so stark steigt, analysieren wir in einem ausführlichen Artikel.

Eine internationale Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war. Das Mittel war eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden.

Mit Remdesivir und weiteren Mitteln befassen wir uns in diesem ausführlichen Artikel: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

Eine Behandlung für rund 2.000 Euro

Remdesivir-Hersteller Gilead legte derweil den Preis für den US-Markt fest. Eine sechstägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day am Montag in einem offenen Brief. Dieser Nettobetrag sei auch für Deutschland geplant, sagte der Sprecher von Gilead Sciences in Deutschland, Martin Flörkemeier. Derzeit sei Remdesivir als reines Krankenhausprodukt gedacht. Das System sehe keine unterschiedlichen Preise für gesetzliche und private Kassen vor.

In den USA ist der Preis für private Krankenversicherungen laut O'Day hingegen etwa um ein Drittel höher. Bei diesen Preisen hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff. Für bedürftigere Länder solle es demnach generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

EU-Arzneimittel-Agentur empfiehlt Zulassung

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen.

Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt; in Japan darf das Mittel ebenfalls eingesetzt werden. Auch in Deutschland war Remdesivir bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. In Südkorea gibt es offenbar noch Bestände, dort wird das Mittel seit dem 1. Juli an Patienten verabreicht.

Remdesivir ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

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