Die Nachrichten

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CoronavirusWie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?

Badegäste liegen an einem Strand auf Mallorca. (Joan Mateu/AP/dpa)
Die Baleareninsel Mallorca ist von dem neuen Sicherheitshinweis nicht betroffen. (Joan Mateu/AP/dpa)

Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

Niederlande

Die Einreise in die Niederlande ist grundsätzlich möglich. Flugreisende müssen bereits am Startflughafen ein Formular ausfüllen, das unter anderem mit Covid-19 in Verbindung stehende Symptome abfragt. Wer solche Symptome aufweist, darf den Flug nicht antreten. In der Öffentlichkeit müssen 1,5 Meter Abstand zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts gehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Restaurants und Cafés sind unter Auflagen geöffnet. In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt wieder angestiegen. Die Stadt Amsterdam rät deswegen von Besuchen am Wochenende ab. An Stränden kann es zu örtlichen Sperrungen kommen, wenn es zu voll wird.

Österreich

Deutsche können uneingeschränkt nach und durch Österreich fahren. Die coronabedingten Grenzkontrollen sind aufgehoben, in Grenznähe finden jedoch stichprobenartige Kontrollen statt. Hotels, Restaurants sowie touristische Einrichtungen sind geöffnet. Auch in Österreich ist die Zahl der Corona-Infektionen wieder angestiegen. Im vom Tourismus geprägten Ort St. Wolfgang sind mehrere Hotels, ein Restaurant und zwei Bars von einem Corona-Ausbruch betroffen, bislang ist von rund 80 Infektionen die Rede. Hunderte Testergebnisse stehen noch aus.

Das Land hatte als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen zuletzt die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt unter anderem in Supermärkten, in Bank- und Post-Filialen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxen, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und im Innenbereich von Ausflugsschiffen. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz muss ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung getraten werden. In einigen Orten Kärntens gilt abends eine generelle Maskenpflicht. Der Mindestabstand muss weiterhin beachtet werden - auch beim Baden und Wandern.

Italien

Die Grenze zwischen Österreich und Italien ist in beiden Richtungen passierbar. Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist ebenfalls wieder geöffnet. Reisende aus Deutschland müssen in Italien nicht in Quarantäne. An Flughäfen und Häfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr kann es jedoch zu Gesundheitskontrollen kommen.

Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen - es gelten aber landesweit Abstandsregeln. Beim Betreten von Restaurants und Cafés gilt eine Maskenpflicht. Auch in Zügen sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils schwierig umzusetzen ist. Die Infektionszahlen waren zuletzt leicht angestiegen, was neue Unruhe ausgelöst hatte. Allerdings beschränkt sich das auf lokale, kleinere Gebiete.

Balkan

Die Länder der Balkanregion verzeichnen massive Anstiege bei den Corona-Neuinfektionen. In Kroatien liegen die Werte aktuell im Durchschnitt über denen des Frühjahrs. Es gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Eine Quarantäne-Pflicht besteht in Kroatien für Einreisende aus Deutschland nicht.

Das Nachbarland Slowenien hat Kroatien von der Liste der sicheren Länder gestrichen. Urlauber aus Deutschland, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten dies beachten: Sie müssen Slowenien von Kroatien kommend innerhalb von zwölf Stunden durchfahren und dürfen nur zum Tanken anhalten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es Auflagen in Form von Quarantäne geben. Das gilt auch für die Einreise nach Slowenien nach einem Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien oder Serbien.

Österreich hat eine Reisewarnung für den gesamten Westbalkan ausgesprochen und verschärft die Grenzkontrollen. Wer aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien oder Nordmazedonien nach Österreich zurückkehrt, ohne einen negativen Test vorweisen zu können, muss in Quarantäne. Für Durchfahrten nach Deutschland gilt das aber (bislang) nicht.

Spanien und die Balearen

Die Infektionszahlen sind in einigen Teilen Spaniens zuletzt wieder angestiegen. Das Auswärtige Amt rät deswegen von nicht notwendigen Reisen nach Katalonien und damit auch in die Touristenmetropole Barcelona sowie in die Regionen Aragón und Navarra ab. Auch das Robert Koch-Institut zählt die drei Regionen zum Risikogebiet. Die bei Reisenden sehr beliebten Inseln der Balearen und Kanaren sind nicht betroffen.

Im ganzen Land gilt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen Gebäuden. Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann - zum Beispiel an vollen Strandpromenaden - muss man auch im Freien eine Maske tragen. In einigen Städten und Regionen herrscht eine generelle Maskenpflicht, unter anderem in der Hauptstadt Madrid. Die Lokale am Ballermann auf Mallorca mussten nach zahlreichen Verstößen gegen die Auflagen wieder schließen.

Urlauber aus der EU und den Schengenstaaten dürfen grundsätzlich wieder unbegrenzt nach Spanien einreisen. Eine Quarantäne-Pflicht gibt es nicht. Vor Reiseantritt muss ein Online-Formular ausgefüllt werden, in das Name, Reisepassnummer, Flugdaten und eine E-Mail-Adresse einzutragen sind. Dann erhält der oder die Reisende einen QR-Code, der bei der Einreise an der Grenze vorzuweisen ist. Dort gibt es eine Sichtkontrolle des Gesundheitszustands, und die Temperatur wird gemessen - sie darf nicht höher als 37,5 Grad Celsius sein. Bei Corona-Verdacht wird man in ein Krankenhaus eingewiesen.

Portugal

Portugal ist mit vergleichsweise geringen Opferzahlen durch die Krise gekommen. Allerdings hat es zuletzt eine hohe Zahl an Neuinfektionen gegeben, vor allem im Großraum Lissabon. Einreisebeschränkungen aus Deutschland gibt es derzeit keine. Es müssen bei der Einreise jedoch persönliche Angaben zum Zielort, zum Reisegrund und der Erreichbarkeit, auch während des Aufenthalts in Portugal, gemacht werden. Bei der Einreise wird die Temperatur gemessen, im Verdachtsfall werden die Reisenden befragt.

Restaurants sind geöffnet, in Lissabon schließen sie allerdings schon um 20 Uhr. Bars und Diskotheken bleiben ganz geschlossen. Auch bei Hotels ist mit Einschränkungen zu rechnen. Im öffentlichen Raum muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Die Strände sind unter bestimmten Auflagen geöffnet. Die portugiesische Umweltbehörde hat die App "Info Praia" entwickelt, die die Auslastung von Stränden anzeigt.

Griechenland

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei nach Griechenland einreisen. Alle müssen sich aber spätestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus bestimmt auf Grundlage der eingegebenen Daten, ob bei der Einreise ein Corona-Test durchgeführt wird. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Griechenland. Kreuzfahrtschiffe dürfen Griechenland bis mindestens Ende Juli 2020 nicht anlaufen.

Die Maskenpflicht gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten, auch an den Stränden. Hotels unterliegen strengen Hygieneregelungen. Griechenland ist von Coronavirus-Infektionen relativ wenig betroffen, vermeldet aber einen leichten Anstieg der Fallzahlen - vor allem in Ballungsräumen wie Athen.

Frankreich

Reisende aus Deutschland können in den meisten Fällen ohne Probleme nach Frankreich einreisen. Allerdings sind auch in Frankreich die Corona-Fallzahlen an einigen Orten wieder angestiegen. Das Auswärtige Amt schreibt: "Von Reisen in die französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen noch bestehen, wird dringend abgeraten." So sind touristische Reisen ohne wichtigen sonstigen Reisegrund in Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna noch nicht gestattet.

In Westfrankreich werden die Strände rund um das bretonische Quibéron deswegen zum Beispiel abends geschlossen. Im Départment Nord gilt auch im Freien Maskenpflicht.

In ganz Frankreich gilt zudem eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Museen sowie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet - Tickets müssen in der Regel vorab online gebucht werden. Viele Restaurants etwa in Paris haben ihre Terrassen vergrößert, damit die Menschen genug Abstand halten können.

Schweiz

Die Einreise in die Schweiz ist problemlos möglich. Seit dem 6. Juli 2020 gilt für Reisende aus Risikoländern jedoch grundsätzlich eine 10-tägige Quarantänepflicht: Touristen oder Reiserückkehrer müssen sich für diesen Zeitraum in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und ihre Einreise zudem innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden.

Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln. Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz war zuletzt wieder leicht gestiegen.

Türkei

Für die Türkei gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis zum 31. August. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird derzeit als Corona-Risikogebiet eingestuft. Daher müssen Türkei-Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Ausnahmen können gemacht werden, wenn bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Bei Reisen in die Türkei wird am Flughafen die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen wie zum Beispiel Quarantänemaßnahmen. Auf Marktplätzen, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, an den Stränden ein Sicherheitsabstand. Am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifizierungsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt.

Skandinavien

Nach Schweden gilt keine Reisewarnung mehr. Die schwedischen Grenzen sind für Deutsche offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Auch eine Maskenpflicht besteht nicht. Hygiene- und Abstandsregeln sind freiwillig. Schweden war von Covid-19 zeitweise sehr stark betroffen, seit Juli gehen die Zahlen zurück.

Auch die Einreise aus Deutschland nach Norwegen für alle Zwecke wieder erlaubt. Eine Einreise über Schweden ist nur dann ohne Auflagen möglich, wenn kein Aufenthalt in dem Land vorangegangen ist. Zwischenstopps zum Tanken sind erlaubt. In Norwegen gibt es keine Maskenpflicht. Das Land war vom Coronavirus weniger betroffen, Schwerpunkt war die Region Oslo.

Nach Finnland dürfen Deutsche wieder einreisen. Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet worden sind. Auch Finnland ist von Covid-19 weniger betroffen.

Auch nach Dänemark dürfen Deutsche ohne Einschränkungen einreisen. Das gilt auch für Reisende aus allen anderen Ländern, die epidemiologisch als sicher eingestuft werden. Aber: Jeder Einreisefall wird durch die Grenzbeamten im Rahmen ihres Ermessens geprüft und entschieden. Bei der Einreise für einen Urlaubsaufenthalt muss zudem die Buchung von mindestens sechs Übernachtungen nachgewiesen werden. Dänemark war und ist nicht sehr stark vom Coronavirus betroffen, Fälle gab es vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen.

Informationen über Reiseziele finden Sie auch auf dieser Seite der Europäischen Union.

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