Die Nachrichten

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CoronavirusWie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?

Badegäste liegen an einem Strand auf Mallorca. (Joan Mateu/AP/dpa)
Auch die Baleareninsel Mallorca gilt inzwischen als Corona-Risikigebiet. (Joan Mateu/AP/dpa)

Die Sommerferien sind in vielen Bundesländern vorbei, doch gereist wird weiterhin. Das ist auch möglich, denn die Grenzen in Europa sind weitgehend offen. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

Erste Anlaufstelle für Urlauber ist die Internetseite "Sicheres Reisen" des Auswärtigen Amts. Dort sind für viele Länder aktuelle Informationen über das Infektionsgeschehen verzeichnet. Die jüngsten Hinweise finden sich unter der Rubrik "Letzte Aktualisierung". Für den Einsatz von Smartphones bietet das Auswärtige Amt eine App "Sicher Reisen" an. Reisende werden bei kritischen Situationen in ihrem Gastland automatisch informiert.

Oftmals verweist das Auswärtige Amt auf Informationsangebote der zuständigen Behörden im Gastland, um spezifische Hinweise für einzelne Regionen zu erfahren.

Niederlande, Belgien, Luxemburg

Die Einreise in die Niederlande ist grundsätzlich möglich. Flugreisende müssen bereits am Startflughafen ein Formular ausfüllen, das unter anderem mit Covid-19 in Verbindung stehende Symptome abfragt. Wer solche Symptome aufweist, darf den Flug nicht antreten. In der Öffentlichkeit müssen 1,5 Meter Abstand zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts gehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, in Teilen von Amsterdam und Rotterdam auch im Freien; . Restaurants und Cafés sind unter Auflagen geöffnet. In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt wieder angestiegen. An Stränden kann es zu örtlichen Sperrungen kommen, wenn es zu voll wird. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Überseegebite Aruba und St. Maarten wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

Als Risikogebiet eingestuft ist auch die belgische Hauptstadt Brüssel. Aufgehoben wurde die Warnung mittlerweile für die Provinz Antwerpen. Belgien ist von Covid-19 im europäischen Vergleich eher stark betroffen. Andersherum müssen Reisende nach Belgien 48 Stunden vor Einreise ein elektronisches "Public Health Passenger Locator Form" ausfüllen. Seit 14. August 2020 stuft das belgische Außenministerium eine Reihe von Regionen in EU-Ländern als "orange Zonen" ein, darunter in Deutschland etliche Regierungsbezirke wie Ober- und Niederbayern, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Düsseldorf. Einreisenden aus diesen Gebieten wird eine 14-tägige häusliche Quarantäne oder ein Corona-Test nach Einreise nach Belgien dringend empfohlen. Am Flughafen Brüssel erfolgen Temperaturmessungen bei allen Passagieren mit Wärmekameras. Zutritt wird bei über 38°C verweigert. Es gelten auch im Land etliche Abstands- und Hygieneregelungen, Strandzugänge für Touristen können Beschränkungen unterliegen.

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Luxemburg wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Restaurants, Gaststätten, Bars, Sport- und Kulturinstitute wie Theater, Kulturzentren, Konzertsäle, Kinos und Kirchen sind offen. Oft muss aber reserviert werden. Im Freien und auf öffentlichen Plätzen dürfen höchstens zehn Menschen zusammenkommen, es gilt ein Midnestabstand von zwei Metern. Im öffentlichen Raum wird die Durchsetzung verstärkt kontrolliert.

Österreich

Deutsche können uneingeschränkt nach und durch Österreich fahren. In Grenznähe finden jedoch stichprobenartige Kontrollen statt. Reisende, die vom spanischen Festland zurückkehren, müssen bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Dasselbe gilt auch für andere ausgewiesene Risikogebiete. Hotels, Restaurants sowie touristische Einrichtungen sind geöffnet. Auch in Österreich ist die Zahl der Corona-Infektionen wieder angestiegen. Schwerpunkt der Fälle ist Wien.

Das Land hatte als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen Ende Juli die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt unter anderem in Supermärkten, in Bank- und Post-Filialen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxen, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und im Innenbereich von Ausflugsschiffen. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz muss ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In einigen Orten Kärntens gilt abends eine generelle Maskenpflicht. Der Mindestabstand muss weiterhin beachtet werden - auch beim Baden und Wandern.

Italien

Reisende aus Deutschland müssen in Italien nicht in Quarantäne. An Flughäfen und Häfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr kann es jedoch zu Gesundheitskontrollen kommen. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen - es gelten aber landesweit Abstandsregeln. Beim Betreten von Restaurants und Cafés gilt eine Maskenpflicht. Auch in Zügen sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen muss bis mindestens Ende September ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils schwierig umzusetzen ist. Größere Ansammlungen von Menschen sind verboten, stehen die Leute zu eng zusammen, greift die Polizei häufig ein. Die Infektionszahlen stiegen wieder deutlich an mit zuletzt mehr als tausend Neuinfizierten pro Tag.

Balkan

Die Länder der Balkanregion verzeichnen deutliche Anstiege bei den Corona-Neuinfektionen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Gespanschaften Šibenik-Knin, Split-Dalmatien und Zadar wird gewarnt. Touristen in Kroatien wird grundsätzlich empfohlen, außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen; soziale Kontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Sollte das Infektionsgeschehen auf den kroatischen Inseln ansteigen, müssen Reisende damit rechnen, dass Brücken- und Fährverbindungen kurzfristig stark eingeschränkt werden und ein Verlassen bzw. Betreten der Inseln nicht möglich ist. Eine Quarantäne-Pflicht besteht für Einreisende aus Deutschland nicht, Reisende müssen aber erklären, wo sie sich aufhalten werden.

Das Nachbarland Slowenien hat Kroatien von der Liste der sicheren Länder gestrichen. Urlauber aus Deutschland, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten dies beachten: Sie müssen Slowenien von Kroatien kommend innerhalb von zwölf Stunden durchfahren und dürfen nur zum Tanken anhalten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es Auflagen in Form von Quarantäne geben. Das gilt auch für die Einreise nach Slowenien nach einem Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien oder Serbien. In Slowenien gelten Abstandsregeln, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.

Österreich hat eine Reisewarnung für den gesamten Westbalkan ausgesprochen und verschärft die Grenzkontrollen.

Spanien und die Balearen

Mittlerweile warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen Reisen nach ganz Spanien. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein kostenloser verpflichtender PCR-Test und gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung. Auch andere europäische Staaten haben Spanien oder Teile davon zum Risikogebiet erklärt.

Im ganzen Land gilt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen Gebäuden. Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann - zum Beispiel an vollen Strandpromenaden - muss man auch im Freien eine Maske tragen. In einigen Städten und Regionen herrscht eine generelle Maskenpflicht, unter anderem in der Hauptstadt Madrid. Die Lokale am Ballermann auf Mallorca mussten nach zahlreichen Verstößen gegen die Auflagen wieder schließen. Spanische Häfen sind für Kreuzfahrtschiffe bis auf weiteres gesperrt.

Portugal

Portugal ist bisher mit vergleichsweise geringen Infektionszahlen durch die Krise gekommen. Allerdings hat es zuletzt eine höhere Zahl an Neuinfektionen gegeben, vor allem im Großraum Lissabon, gefolgt vom Norden des Landes. Einreisebeschränkungen aus Deutschland gibt es derzeit keine. Es müssen jedoch persönliche Angaben zum Zielort, zum Reisegrund und der Erreichbarkeit gemacht werden. Bei der Einreise wird die Temperatur gemessen, bei mehr als 38 Grad Celsius ist mit weiteren Untersuchungen bis hin zu Quarantäne zu rechnen.

Restaurants sind momentan auch abends wieder geöffnet, Supermärkte schließen allerdings um 22 Uhr. Bars und Diskotheken bleiben ganz geschlossen. Im öffentlichen Raum darf kein Alkohol konsumiert werden. Auch bei Hotels ist mit Einschränkungen zu rechnen. Im öffentlichen Raum muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gilt eine Maskenpflicht, bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Die Strände sind unter bestimmten Auflagen geöffnet. Die portugiesische Umweltbehörde hat die App "Info Praia" entwickelt, die die Auslastung von Stränden anzeigt.

Griechenland

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei nach Griechenland einreisen. Alle müssen sich aber spätestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus bestimmt auf Grundlage der eingegebenen Daten, ob bei der Einreise ein Corona-Test durchgeführt wird. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Griechenland.

Die Maskenpflicht gilt in allen geschlossenen Einrichtungen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten. Masken müssen auf Fähren immer getragen werden - auch auf den offenen Decks. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten, auch an den Stränden. Hotels unterliegen strengen Hygieneregelungen. Griechenland ist von Coronavirus-Infektionen relativ wenig betroffen, vermeldet aber einen Anstieg der Fallzahlen - vor allem in Ballungsräumen wie Thessaloniki. Es gelten regionale Einschränkungen für die kleine Urlaubsinsel Poros sowie seit Ende August für Mykonos und Chalkidiki.

Frankreich

Reisende aus Deutschland können in den meisten Fällen nach wie vor ohne Probleme nach Frankreich einreisen, Grenzkontrollen finden aber bis mindestens Oktober statt. Zuletzt sind die Corona-Fallzahlen in Frankreich wieder deutlich gestiegen. Das Auswärtige Amt rät deshalb dringend von Reisen in die Region um Paris und die Provence-Alpes-Côte-d’Azur ab. Auch vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Französisch Guyana, St. Martin und Guadeloupe wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete wird dringend abgeraten. Die französische Regierung hat ihrerseits eine Reihe von Départements als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft, mit der Folge, dass die dortigen Behörden ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken können.

In ganz Frankreich gilt eine Maskenpflicht für alle Menschen ab elf Jahren in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Museen sowie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. In mehreren Städten und Gemeinden muss auch auf öffentlichen Plätzen und Straßen ein Mund-Nasen-Schutze getragen werden, zum Beispiel in Marseille, Toulouse und Straßburg.

Schweiz

Die Einreise in die Schweiz ist problemlos möglich. Seit dem 6. Juli gilt für Reisende aus Risikoländern jedoch grundsätzlich eine 10-tägige Quarantänepflicht: Touristen oder Reiserückkehrer müssen sich für diesen Zeitraum in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und ihre Einreise zudem innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden.

Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln - die Details regeln die Kantone unterschiedlich. Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz war zuletzt wieder leicht gestiegen.

Türkei

Für die Türkei gilt grundsätzlich die Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis zum 14. September. Hiervon ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion. Hier muss das von der türkischen Regierung verfügte Tourismus- und Hygienekonzept strikt eingehalten werden. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird abgesehen davon aber weiter als Corona-Risikogebiet eingestuft. Daher müssen Türkei-Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Ausnahmen können gemacht werden, wenn bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Bei Reisen in die Türkei wird am Flughafen die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen wie zum Beispiel Quarantänemaßnahmen. Auf Marktplätzen, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, an den Stränden ein Sicherheitsabstand. In Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt.

Skandinavien

Für Schweden gilt keine Reisewarnung mehr. Die schwedischen Grenzen sind für Deutsche offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Auch eine Maskenpflicht besteht nicht: Hygiene- und Abstandsregeln sind grundsätzlich freiwillig. Schweden war von Covid-19 zeitweise sehr stark betroffen, seit Juli gehen die Zahlen zurück.

Reisende aus Deutschland, die nach Norwegen kommen, müssen ab dem 29. August für zehn Tage in Quarantäne. Vor diesem Hintergrund wird von touristischen Reisen nach Norwegen abgeraten. In Norwegen gibt es keine Maskenpflicht. Einschränkungen gibt es für Kreuzfahrtschiffe. Das Land war vom Coronavirus weniger betroffen, Schwerpunkt war die Region Oslo.

Finnland führte seine Beschränkungen für Reisende aus Deutschland wieder ein. Sie müssen für 14 Tage in Quarantäne gehen und Kontakte mit anderen Menschen vermeiden. Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet worden sind. Auch Finnland ist bisher von Covid-19 weniger betroffen.

Nach Dänemark dürfen Deutsche ohne Einschränkungen einreisen. Das gilt auch für Reisende aus allen anderen Ländern, die epidemiologisch als sicher eingestuft werden. Aber: Jeder Einreisefall wird durch die Grenzbeamten im Rahmen ihres Ermessens geprüft und entschieden. Nichtdänischen Staatsangehörigen, die deutliche Symptome von COVID-19 zeigen, beispielsweise Husten oder Fieber, wird die Einreise nach Dänemark unabhängig vom Grund verwehrt. Auch ist die Ankunft über Land nicht an allen Übergängen möglich, weitere Informationen gibt es beim Auswärtigen Amt. Es wird empfohlen, für Situationen mit stärkerem Gedränge einen Mundschutz bei sich zu haben - eine Maskenpflicht besteht jedoch nicht flächendeckend. Dänemark war und ist nicht sehr stark vom Coronavirus betroffen, neue Fälle gab es vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen und in Aarhus und umliegenden Kommunen. Dort gilt deshalb eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Informationen über Reiseziele finden Sie auch auf dieser Seite der Europäischen Union.

(Stand: 05.09.2020)

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