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CoronavirusZelt, Wohnwagen, Ferienhaus: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte

Ein VW-Bus T 2 fährt hinter einem blühenden Rapsfeld vorbei. (imago / A. Friedrichs)
Urlaub mit dem eigenen Bus innerhalb Deutschlands - das sollte dieses Jahr noch möglich sein. (imago / A. Friedrichs)

Die Pfingstferien rücken näher und Ende Juni stehen in einigen Bundesländern schon die Sommerferien an. Und damit stellt sich vielen die Frage, ob und wie Urlaub in diesem Sommer während der Corona-Pandemie überhaupt noch möglich ist.

Urlaub im europäischen Ausland

Italien hat angekündigt, seine Grenzen ab dem 3. Juni für Touristen aus der EU zu öffnen. Auch eine grundsätzliche zweiwöchige Quarantäne für Einreisende soll es dann nicht geben, nur noch für Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden. Es gibt aber noch kein generelles Datum für Hotelöffnungen. Südtirol will ab dem 25. Mai den Betrieb von Hotels und Ferienwohnungen wieder erlauben.

Die Grenze nach Luxemburg ist wieder vollständig geöffnet. An den Grenzen nach Österreich, in die Schweiz und nach Frankreich gibt es Lockerungen. Eine Einreise aus bestimmten Gründen ist möglich (dafür muss vorab ein Formular ausgefüllt werden). Das gilt zum Beispiel für Menschen, die ihren Lebenspartner oder Verwandte besuchen wollen. Auch Besitzer von Grundstücken, Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen können passieren. Urlaub, Einkaufen oder Tanken sind als Gründe aber nicht ausreichend. Kontrollen soll es noch bis mindestens Mitte Juni geben.

Die Grenze zu Dänemark ist noch geschlossen, es werden aber Gespräche mit der Regierung in Kopenhagen über eine Öffnung geführt. Aus Griechenland und Österreich gab es zuletzt positive Signale für den Tourismus. Die Regierung in Wien wirbt um deutsche Urlauber. Auch ein erstes österreichisches Skigebiet will Ende Mai wieder den Betrieb auf dem Hintertuxer Gletscher aufnehmen.

Die Quarantäne-Regel

Die Regelung, dass aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrende Reisende für 14 Tage in Quarantäne müssen, wird nach und nach aufgehoben. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt.

In Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland gibt es schon jetzt keine Quarantäne für Menschen aus EU- und Schengen-Ländern sowie Großbritannien mehr. Auch andere Länder kündigten baldige Änderungen an. In Niedersachsen hatte das Oberverwaltungsgericht die generelle Quarantänepflicht bereits zuvor gekippt.

Urlaub in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen hat der Tourismus bereits am 11. Mai mit den Öffnungen von Campingplätzen, Ferienwohnungen und Ferienhäusern begonnen, in Sachsen-Anhalt werden die Hotels am 22. Mai zunächst nur für Gäste aus dem eigenen Bundesland öffnen.

Schleswig-Holstein hat das Einreiseverbot für Touristen zum 18. Mai aufgehoben. Betreiber von Ferienwohnungen und Restaurant-Inhaber in Schleswig-Holstein dürfen ebenfalls seit dem 18. Mai unter Auflagen Gäste empfangen. Auch Hotels dürfen dann wieder öffnen, auch mit gastronomischen Angeboten. Voraussetzung sei die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, sagte Ministerpräsident Günther. "Das wird die Leitschnur ab jetzt für alles sein."

Zuvor war in Mecklenburg-Vorpommern eine stufenweise Aufhebung der Corona-Maßnahmen im Tourismus-Sektor angekündigt worden. Schon in der Woche vor Pfingsten sollen auch Auswärtige wieder Urlaub an der Ostsee machen dürfen. Gaststätten sind unter strikten Hygieneauflagen für Einheimische bereits geöffnet. Seit dem 18. Mai sind Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen für Menschen aus dem Bundesland offen. Zum 25. Mai soll laut Landesregierung dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden.

Auch in Niedersachsen wird mit einem mehrstufigen Plan der Tourismus wieder angeschoben. Ab dem 25. Mai dürfen Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Zwischen dem Ende einer Buchung und dem Beginn einer neuen müssen aber sieben Tage liegen. Gaststätten dürfen seit dem 11. Mai unter Auflagen öffnen.

In Bayern dürfen die Hotels ab 30. Mai wieder Touristen beherbergen, in Baden-Württemberg ab dem 29. Mai. In Berlin und Brandenburg öffnen die Hotels am 25. Mai, in Brandenburg dürfen Ferienwohnungen bereits wieder bezogen werden.

In Hessen, Hamburg, Bremen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen und Thüringen sind Hotels und Ferienwohnungen spätestens seit dem 18. Mai wieder offen.

Die Reisewarnung

Noch bis mindestens 14. Juni gilt eine weltweite Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland. Die Bundesregierung hat deutlich gemacht, dass sie nicht noch einmal, wie vor Wochen geschehen, mehr als 240.000 im Ausland gestrandete Deutsche nach Hause holen kann.

Bundesaußenminister Maas kündigte nach einem Treffen mit zehn europäischen Amtskollegen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die regional und national unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Auch über eine Aufhebung der Reisewarnung für einzelne Länder außerhalb der EU wird im Auswärtigen Amt bereits nachgedacht.

Die Lage außerhalb Europas

Für Europäer gilt seit Mitte März beispielsweise ein Einreisestopp in die USA. Am 21. April hat US-Präsident Trump die gesamte Einwanderung in die USA zunächst für 60 Tage ausgesetzt. Unter anderem Israel, Australien, Brasilien und Indien haben ihre Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. In anderen Ländern gelten Einreiseverbote für Reisende aus Risikogebieten oder strenge Quarantäne-Vorschriften nach der Einreise. Im Einzelnen informieren die Internetseiten der Botschaften.

Wenig "große Fernreisen" 2020

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte dem "Tagesspiegel": "Ich glaube, die große Fernreise fällt in diesem Sommer aus, aber das gilt nicht für den ganzen Urlaub." Er halte eine Reise in europäische Nachbarländer für möglich, wenn die Entwicklung so weitergehe. "Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln."

Auswirkungen auf die Reisewirtschaft

Die Reisebüros und Reiseveranstalter in Deutschland befürchten angesichts der Situation große Probleme. 60 Prozent der Unternehmen in der Tourismusbranche sehen sich laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Die Mehrheit der Firmen werde die Krise nicht überleben, wenn die Bundesregierung nicht bald einen Schutzschirm aufspanne, sagte der Präsident des Branchenverbandes, Fiebig. Tourismusverbände fordern vielerorts Soforthilfen von Bund und Ländern. Experten der Reisebranche befürchten, dass sich das Kreuzfahrt-Urlaubsgeschäft nur schwer von der Corona-Krise erholen wird.

Der Reiseanbieter TUI hat am 13. Mai den Abbau von weltweit 8.000 Stellen angekündigt. Die Folgen der Pandemie machten "Einschnitte bei Investitionen, bei Kosten, unserer Größe und unserer Präsenz in aller Welt" nötig, erklärte TUI-Chef Joussen. Wegen der Reisebeschränkungen sei das Sommerprogramm seines Konzerns derzeit nur zu 35 Prozent gebucht.

Über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die europäische Reisebranche berichtet auch "Politico". Demnach arbeiten europaweit rund elf Prozent der Arbeitnehmer in der Tourismusbranche. Nach Angaben der EU-Kommission ist der Tourismussektor der am schwersten betroffene Wirtschaftszweig in der Corona-Krise. Industriekommissar Breton bezifferte die geschätzten Einnahmeverluste der kommenden Monate kürzlich auf 50 Prozent für Hotels und Restaurants, 70 Prozent für Reiseveranstalter und Reisebüros und 90 Prozent für Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften.

(Stand: 18. Mai 2020, 20 Uhr)

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