Countdown zum Brexit

Protestierende gegen den Brexit nehmen an einer Kundgebung in der Innenstadt von London teil. (dpa / Sputnik / Justin Griffiths-Williams)

Großbritannien vor dem Brexit Zwischen Depression und Gleichgültigkeit

Wenige Tage vor dem Brexit, sei die Bevölkerung in Großbritannien gespalten: Die eine Hälfte sei deprimiert, die andere gleichgültig, sagte der emeritierte Cambridge-Professor Nicholas Boyle im Dlf. Was der Brexit wirklich bedeute, werde sich erst ab dem 1. Februar wirklich zeigen.

07.05.2019, Berlin: Die Flaggen Großbritannien und der Europäischen Union wehen bei der Ankunft des britischen Prinz Charles und Herzogin Camilla dem militärischen Teil des Flughafen Tegel im Wind. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa | Verwendung weltweit (dpa / picture alliance / Monika Skolimowska / dpa-Zentralbild)

Brexit EU-Bürger in Großbritannien brauchen "Hilfe und Schutz"

Die deutsche Historikerin Tanja Bültmann lebt und arbeitet seit über zehn Jahren in Großbritannien. Seit dem Brexit-Referendum beobachtet sie dort einen Anstieg von Rassismus. Zudem würden den EU-Bürgern in Großbritannien als Folge des Austritts Rechte genommen.

Katarina Barley (SPD), Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion des Europäischen Parlaments, spricht während eines Interviews im Gebäude des Europäischen Parlaments. (dpa)

Katarina Barley zu Brexit-Gesetz "Das Verhältnis UK zur EU bleibt genauso kompliziert"

Katarina Barley (SPD) zweifelt daran, dass bis Ende 2020 ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien ausgehandelt werden kann. Je mehr das Land abweichen wolle, umso komplizierter werde es, sagte sie im Dlf. Boris Johnson mache bereits deutlich, auf welchen Gebieten er sich nicht an EU-Recht halten wolle.

Hintergrund und Analyse

Boris Johnson vor dem Brexit-Kampagnen-Bus (2016) (picture alliance / dpa / Stefan Rousseau / PA Wire)

Brexit und der NHS Am Abgrund

Der NHS, der britische Gesundheitsdienst, gilt vielen in Großbritannien als Errungenschaft. Das steuerfinanzierte Gesundheitssystem soll Arm und Reich im Krankheitsfall gleichermaßen gut versorgen. Doch bei der Finanzierung hapert es. Der Brexit, so fürchten viele, könnte den NHS endgültig kollabieren lassen.

Boris Johnson geht von einer Pressebühne (picture alliance /NurPhoto/Nicolas Economou)

Der Brexit 2019 Von Aufbruchstimmung keine Spur

Trotz Boris Johnsons Wahlsieg in Großbritannien und der Mehrheit für den Austrittsvertrag sei das Brexit-Drama noch lange nicht vorbei, kommentiert Peter Kapern. Er sehe keinen Willen, eine gute Partnerschaft mit der EU zu gründen - das Gewürge und Gezerre gehe also weiter wie zuvor.

Die Schotten und der Brexit

Blick auf die Ruine des Urquhart Castle am Loch Ness in den Schottischen Highlands gelegen, Blickrichtung Osten vom Highway A62 aus gesehen. Aufgenommen am 13.08.2010 (picture alliance / Daniel Gammert)

Schottland und Großbritannien Bleiben oder gehen?

62 Prozent der Schotten hatten 2014 für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt. Mittlerweile heißt die Frage nicht mehr EU oder nicht EU, sondern: Vereinigtes Königreich oder Unabhängigkeit?

Chronologie

Der britische Premierminister David Cameron verkündet nach dem Brexit-Referendum vor seinem Amtssitz Downing Street seinen Rücktritt. (imago/ZUMA Press)

24.06.16: Premierminister Cameron tritt zurück

Cameron hatte das Referendum in die Wege geleitet, sich aber für einen Verbleib in der EU ausgesprochen.

Theresa May bei ihrer Antrittsrede als neue britische Premierministerin vor dem Amtssitz in Downing Street. (epa/Andy Rain)

13.07.16: May wird neue Premierministerin

May war EU-skeptisch, hatte sich aber für einen Verbleib ausgesprochen. Sie bildet eine Regierung mit Vertretern der Brexit-Kampagne.

Der Vertreter Großbritanniens bei der EU, Tim Barrow, übergibt das offizielle Austrittsschreiben an EU-Ratspräsident Donald Tusk. (imago/Xinhua)

29.03.17: Großbritannien erklärt EU-Austritt

Der britische EU-Botschafter Tim Barrow übergibt in Brüssel den Austrittantrag. Nun muss ein Austrittsabkommen ausghandelt werden.

Der britische Brexitminister David Davis (links) und der Chefunterhändler der EU Michel Barnier nach dem ersten Tag der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU am 19.06.2017. (imago / ZUMA Press)

19.06.17: Erstes Treffen der Unterhändler

Der britische Brexitminister David Davis und der EU-Chefunterhändler Michel Barnier beginnen in Brüssel die Austrittsverhandlungen.

Bei einer Klausur im Landsitz Chequers schwört die Premierministerin Theresa May ihr Kabinett auf ein Assoziierungsabkommen mit der EU ein. (imago / i images)

06.07.18: May will Freihandelszone

May stellt den Chequers-Plan vor. Er sieht ein Assoziierungsabkommen und eine Freihandelszone vor. Brexit-Minister Davis und Außenminister Johnson treten zurück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der EU-Brexitunterhändler Michel Barnier begrüßen sich beim Brexit-Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschef am 25.11.2018. (imago/Xinhua)

25.11.18: EU-Staaten stimmen Vertrag zu

Bei einem Sondergipfel in Brüssel stimmen die Staats- und Regierungschefs der übrigen EU-Länder für den ausgehandelten Brexitvertrag.

Boris Johnson (AP)

24.07.19: Johnson als Premier vereidigt

Boris Johnson hat als neuer Premierminister Downing Street No. 10 bezogen. Die Frage ist, wie sich das Verhältnis zur EU gestalten wird.

Das Bild zeigt einen Blick in das gut gefüllte britische Parlament aus einer Halbtotalen. Am Redepult steht Premierminister Johnson mit einem Manuskript in seinen Händen. (dpa-bildfunk / House of Commons)

26.09.19: Johnson will schnelles Misstrauensvotum

Am ersten Sitzungstag nach Aufhebung der parlamentarischen Zwangspause hat der britische Premierminister Boris Johnson die Opposition zu einem Misstrauensvotum aufgerufen.

Brexit-Minister Stephen Barclay, Premierminister Boris Johnson, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Chef-Unterhändler Michel Barnier (v.l.n.r.) auf dem EU-Gipfel in Brüssel am 17. Oktober 2019 (PA Wire / Stefan Rousseau)

17.10.2019: Brexit-Abkommen steht

Die EU und Großbritannien einigen sich in Brüssel auf einen Brexit-Vertrag. Das Abkommen, das auch eine neue Regelung zur umstrittenen irischen Grenzfrage enthält, soll dem Unterhaus zur Abstimmung vorgelegt werden.

Premierminister Boris Johnson wirbt für Neuwahlen am 12. Dezember, um die Mehrheit im Parlament zu gewinnen. (dpa/House of Commons)

19.10.2019: Brexit-Abstimmung verschoben

Das Parlament verschiebt die geplante Abstimmung über das Brexit-Abkommen. Premier Boris Johnson bittet die EU daraufhin um einen weiteren Aufschub des Austritts.

John Bercow, Sprecher des britischen Unterhauses  (imago/Jessica Taylor)

21.10.2019: Bercow kippt zweite Abstimmung

Parlamentssprecher John Brecow durchkreuzt den Plan des Premiers, den Brexit-Deal zum zweiten Mal zur Abstimmung vorzulegen. Eine erneute Abstimmung sei ordnungswidrig, so Bercows Begründung.

Der britische Premierminister Boris Johnson spricht im Unterhaus in London (picture alliance/ Photoshot/ UK Parliament/Jessica Taylor)

22.10.2019: Johnsons Zeitplan scheitert

Eine Mehrheit im Unterhaus billigt den Gesetzentwurf für das Brexit-Abkommen, lehnt aber den Zeitplan des Premierministers ab, der einen Austritt bis zum 31. Oktober vorsieht. Die Abgeordneten wollen mehr Zeit, um das Paket zu prüfen.

Flaggen spiegeln sich auf dem regennassen Pflaster vor dem britischen Parlament (dpa /AP/Frank Augstein)

28.10.19: Brexittermin auf Ende Januar verschoben

Die EU stimmt einer Verlängerung der Frist für einen Austritt um bis zu drei Monate zu. Der neue Termin ist damit der 31. Januar 2020. Er ist aber auch eher möglich, wenn eine Ratifizierung des Austrittsabkommens vorher gelingt.

Die Abgeordneten sitzen im britischen Parlament. (AFP / Jessica Taylor )

29.10.2019: Abgeordnete stimmen für Neuwahlen

Mit 438 zu 20 Stimmen sprechen sich die britischen Abgeordneten dafür aus, die eigentlich für das Jahr 2022 geplanten Wahlen vorzuziehen. Die Neuwahlen für das britische Parlament finden am 12. Dezember 2019 statt.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon auf der Independence Rally in  Glasgow am 2. November 2019 (picture alliance / Alex Todd  / Edinburgh Elite Media)

02.11.2019: Schotten fordern Unabhängigkeit

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon fordert bei einer Großdemonstration in Glasgow die Unabhängigkeit von Großbritannien. Noch vor Weihnachten soll darüber ein Referendum auf den Weg gebracht werden.

Zwei Männer bringen an einer Straße in London ein Schild mit der Aufschrift "Polling Station" an.  (DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP)

12.12.2019: Unterhauswahlen

Nachdem Boris Johnson mit seinen Brexit-Plänen im Parlament gescheitert ist, hofft der britische Premier nun auf eine Mehrheit durch Neuwahlen. Die könnten dem Brexit-Prozess eine neue Wendung geben.