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Covid-192,6 Milliarden Menschen in ihrer Bewegung eingeschränkt

Ein Mann in London mit einer Schutzmaske am 11. März 2020 blickt auf sein Smartphone. (picture alliance / Steve Taylor)
Ein Mann in London mit Schutzmaske. (picture alliance / Steve Taylor)

In mehreren Staaten sind weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ergriffen worden - nach einer Berechnung von AFP leben nun 2,6 Milliarden Menschen weltweit unter Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie.

Das ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung. In Indien und in vielen anderen Ländern kommt es zu teils drastischen Maßnahmen, während Präsident Trump in den USA Lockerungen der Einschränkungen in Aussicht stellt.

Indien vor größter Ausgangssperre der Welt

In Indien steht die größte Ausgangssperre der Welt bevor. Premierminister Narendra Modi kündigte an, die bisherigen Maßnahmen zu verschärfen. Die gesamte Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen solle drei Wochen lang zu Hause bleiben. Es kam zu Panikkäufen in den Geschäften. Indien hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden bislang 469 Infektionen mit dem Virus registriert. Zehn Menschen starben daran. Premier Modi griff auf ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit zurück, das der Regierung weitreichende Vollmachten einräumt. "Um Indien und jeden Inder zu retten, wird es ein totales Verbot geben, aus dem Haus zu gehen", sagte er in einer Fernsehansprache. Wenn das Land die nächsten 21 Tage nicht handhaben könne, werde es womöglich um 21 Jahre zurückgeworfen.

Ausgangssperre in zahlreichen Ländern

Quer über den Planeten wurden Ausgangssperren verhängt. Rumänien verschärfte seine Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Von Mittwoch an darf man das Haus auch tagsüber nur noch für dringend notwendige Einkäufe oder den Weg zur Arbeit verlassen. Bislang galt die Ausgangssperre nur für die Nachtstunden. Präsident Klaus Iohannis ordenete zudem an, dass Menschen über 65 Jahre in ihren Wohnungen bleiben müssen.

Ägypten verhängt ab Mittwoch eine zweiwöchige Ausgangssperre von jeweils
19 Uhr bis 6 Uhr. Der ägyptische Ministerpräsident Mustafa Madbuli verkündete außerdem die Schließung von Flughäfen, Schulen und Universitäten bis zum 12. April. In Thailand gilt wegen der Corona-Pandemie von diesem Donnerstag an der Ausnahmezustand. Dies kündigte Premierminister General Prayut Chan-o-cha in einer Fernsehansprache an. Am Donnerstag sollen weitere Einschränkungen bekanntgegeben werden.

In Afghanistan soll in der westlichen Grenzprovinz Herat wegen der Corona-Krise eine Ausgangssperre verhängt werden. Seit Wochen warnen Hilfsorganisationen vor dem Grenzverkehr im Westen Afghanistans, weil das Nachbarland Iran besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen ist.

Trump will in den USA Beschränkungen aufheben

Aus Sorge vor einer Rezession will Präsident Trump die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA dagegen spätestens Mitte April wieder aufheben. Trump sagte dem Fernsehsender Fox News, er wolle die Vereinigten Staaten wieder öffnen. Die Menschen müssten wieder zur Arbeit gehen, um die wirtschaftlichen Schäden durch die Ausbreitung des Coronavirus möglichst gering zu halten. Ein längerer Stillstand könnte das Land zerstören, warnte Trump.

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in den USA ist in den vergangenen Tagen gestiegen und erreichte am Dienstag die Grenze von 600. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Virus in den USA lag diesen Angaben zufolge bei rund 50.000. Damit rangieren die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle - hinter China und Italien. Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Neue Regeln in vielen Ländern Europas

In Großbritannien wurden erstmals Regeln erlassen, die den Menschen vorschreiben, wann sie das Haus verlassen dürfen. Premierminister Johnson verkündete im britischen Fernsehen eine dreiwöchige weitgehende Ausgangssperre. Sie gilt ab sofort. Die Menschen dürfen die Häuser nur noch in bestimmten Fällen verlassen, so etwa für den Weg zur und von der Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt. Versammlungen von mehr als zwei Personen sind - wie in Deutschland - verboten. Alle Läden mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken werden geschlossen.

In Frankreich wurden die bereits bestehenden Ausgangsbeschränkungen verschärft und auf insgesamt mindestens sechs Wochen verlängert. Außerdem wurden nun auch Straßenmärkte geschlossen. Sport darf im Freien nur noch eine Stunde täglich ausgeübt werden. Auch Spaziergänge mit Kindern sind nur noch einmal täglich und in einem Radius von maximal einem Kilometer um das Wohnhaus erlaubt. Premierminister Philippe begründete die Entscheidungen damit, das viele Franzosen immer noch zu unvorsichtig seien.

In den Niederlanden wurde das Versammlungsverbot bis zum 1. Juni verlängert. Sollte es weiterhin nicht ausreichend eingehalten werden, verhänge man eine Ausgangssperre, drohte Ministerpräsident Rutte in Den Haag.

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