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Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

Ein Jugendlicher steht mit Mundschutzmaske auf einem S-Bahnsteig in Berlin und blickt auf sein Handy. (imago/Emmanuele Contini)
Ein Jugendlicher steht mit Mundschutzmaske auf einem S-Bahnsteig in Berlin. (imago/Emmanuele Contini)

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 7.830 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Die Zahl liegt damit um 504 höher als die gestern gemeldeten Zahlen. Der bisherige Höchststand von Anfang April wurde somit an drei Tagen in Folge übetroffen.

Die jetzigen Werte sind aber nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Rechnerisch sind derzeit mehr als 56.600 aktive Infektionsfälle bekannt. Neu gemeldet wurden 33 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, deren Tod in Verbindung mit Covid-19 gebracht wird liegt damit in Deutschland bei 9.767.

Insgesamt ist damit laut RKI die Zahl der in Deutschland registrierten Infektionen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr auf 356.387 gestiegen. (Stand 17.10., 6:30 Uhr).

Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht und verschiedene Quellen dafür nutzt, meldet für Deutschland 359.802 bestätigte Fälle. Diesen Daten zufolge sind 9.767 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion gestorben (Stand: 17.10., 6:30 Uhr).

Das RKI weist darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

Testzahlen stagnieren - Positivquote steigt

Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 41 fielen demnach 2,48 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 1,64. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 41 gut 1.167.000 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: rund 1.096.000). Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

Die Lage in den Bundesländern

Mit 594 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde weiterhin in Bayern die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Berlin (566) und Baden-Württemberg (528), sowie Hamburg (512), Bremen (510) und Nordrhein-Westfalen (491). Die wenigsten Fälle gibt es demnach in Mecklenburg-Vorpommern (99).

In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit
88.204 bestätigten Infektionen (1.943 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 77.904 Infektionen bestätigt (2.714 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 58.653 erfassten laborbestätigten Infektionen (1.927 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Niedersachsen mit 25.033 Infektionen (710 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (1.590 Infektionen/20 Tote) (Stand: 17.10., 6:30 Uhr).

In fünf Bundesländern hohe 7-Tages-Inzidenz

In seinem Lagebericht (16.10.) weist das Robert-Koch-Institut darauf hin, dass es bundesweit in verschiedenen Landkreisen Ausbrüche gibt, die unter anderem mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis, in Betrieben und im Umfeld von religiösen Veranstaltungen in Zusammenhang stehen.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des RKI in den Bundesländern Berlin und Bremen sehr deutlich, in Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland deutlich und in Baden-Württemberg leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert (Stand: 16.10.).

Bundesweit lag die Inzidenz der letzten 7 Tage bei 37,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. In den Berliner Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg, den kreisfreien Städten Delmenhorst und Kassel sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Bitburg-Prüm und Sankt Wendel lag die Inzidenz bei mehr als 100 Fällen pro 100.000 Einwohner. In 62 weiteren Kreisen bzw. Bezirken überschritt der Wert die als kritisch eingestufte Marke von 50 Fällen je 100.000 Einwohner, darunter die Großstädte Frankfurt am Main, Köln, Hamm, Bremen, Stuttgart und München. In zusätzlich 132 Kreisen lag die 7-Tage-Inzidenz bei mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner. (Stand 16.10.)

Derzeit keine Engpässe bei Intensivbetten

Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register mehr als 30.200 Intensivbetten gemeldet, von denen etwa 8.680 frei sind (29 Prozent). Innerhalb von sieben Tagen könnten zudem mehr als 12.300 Intensivbetten zusätzlich aufgebaut werden. (Stand 17.10.)

Auf Intensivstationen liegen aktuell 689 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 341 beatmet werden (Stand 17.10.). Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 23 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 13.10.)

Geringer Anteil an Hospitalisierungen

Immer im Laufe des Dienstags macht das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht auch Angaben zur Hospitalisierung, also zu Infizierten, die ins Krankenhaus müssen. In Kalenderwoche 41 waren das 1005 Personen und damit etwa sechs Prozent. Der Alterdurchschnitt der Infizierten lag bei 38 Jahren. Zum Vergleich: In der Woche mit dem höchsten Hospitalisierungsanteil (22 Prozent in KW 16) lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren.

Der Anteil der Verstorbenen unter den seit der 30. Kalenderwoche gemeldeten COVID-19-Fällen liegt nach RKI-Angaben kontinuierlich unter 1% und habe damit im Vergleich zum Infektionsgeschehen im Frühjahr deutlich abgenommen.

Beides spiegelt die Tatsache wider, dass der Altersdurchschnitt auch bei den Infektionen seit der ersten Hochphase im April deutlich gesunken ist. Das RKI warnt allerdings: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden".

Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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Zahlen und Daten

+ Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 17.10.)
+ Lage in Deutschland: Was bedeutet der rasante Anstieg der Neuinfektionen? (Stand: 09.10)
+ Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)

Test und Schutz

+ Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
+ Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 08.10)
+ Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 07.10.)
+ Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?
+ Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 10.10.)
+ Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 15.10.)

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+ Oberflächen: Wie lange sich das Coronavirus dort hält (Stand 12.10.)
+ Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)
+ Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 14.10.)
+ Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 10.10.)
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+ Übersicht: die Beherbergungsverbote in den Bundesländern (Stand: 17.10.)
+ Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 04.10.)
+ Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 10.10.)

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