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Covid-19Auch jüngere Menschen erkranken schwer und sterben am Coronavirus

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Laut der US-amerikanischen CDC sind bis zu einem Fünftel derjenigen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, zwischen 20 und 44 Jahre alt. (imago | Westend61)

Wer alt ist und Vorerkrankungen hat, gehört bei der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zur Risikogruppe. Doch immer deutlicher wird: Auch junge Menschen sollten die Krankheit ernstnehmen.

In Frankreich ist jetzt erstmals eine Jugendliche an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben. Die 16-jährige Covid-19-Patientin aus der Region Paris habe die Infizierung nicht überlebt, teilte Frankreichs Gesundheitsminister Jérôme Salomon mit.

Laut der US-amerikanischen CDC sind bis zu einem Fünftel derjenigen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, zwischen 20 und 44 Jahre alt. Fast die Hälfte der Patienten, die intensivmedizinische Betreuung benötigten, waren unter 65 Jahren alt. Ein bekanntes Opfer in New York ist die Direktorin der Brooklyn Democracy Academy, Dez-Ann Romain. Sie wurde nur 36 Jahre alt. Sie sei an Komplikationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, berichtete das Time-Magazin.

Die Zahlen aus China indes sehen für junge Menschen erst einmal gut aus: Dort machen die Unter-20-Jährigen laut Robert Koch-Institut (RKI) nur 2,4 Prozent der Erkrankten aus. Das mittlere (mediane) Alter liegt in China bei 51 Jahren. In Deutschland, so berichtet das RKI, liegt dieser Schnitt niedriger - derzeit bei 47 Jahren. Zwar steige das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren. Allerdings seien schwere Verläufe der Krankheit auch bei jungen Menschen sowie bei Menschen ohne Vorerkrankungen vorgekommen, schreibt das RKI.

WHO warnt junge Menschen vor Covid-19

Immer mehr Forscher und Mediziner mahnen junge Menschen, Covid-19 ernstzunehmen. Denn selbst wenn diese Gruppe weniger von schweren Verläufen betroffen ist, besteht ein Risiko dafür. Vor wenigen Tagen hatte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) junge Menschen davor gewarnt, das Infektionsrisiko zu unterschätzen. "Ihr seid nicht unverwundbar", sagte WHO-Chef Ghebreyesus. Das Virus könnte junge Menschen wochenlang ins Krankenhaus bringen - oder sie sogar töten, sagte er. Daten aus verschiedenen Ländern hätten gezeigt, dass Menschen unter 50 Jahren einen bedeutsamen Teil jener Patienten ausmachten, die eine Behandlung im Krankenhaus benötigten, hieß es von der WHO. Ghebreyesus appellierte an Jugendliche und junge Erwachsene, soziale Kontakte zu vermeiden und auf Abstand zu gehen, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und andere Menschen zu schützen.

Inzwischen wurden aus mehreren Ländern einzelne Todesfälle durch Covid-19 bei jungen Menschen gemeldet, darunter den USA, Italien, Spanien und Südkorea. Dass junge Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen landen können, bestätigt auch Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. Seine jüngsten Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt, sagt er. Insgesamt sehe man das ganze demografische Altersspektrum - egal ob auf Normalstation oder Intensivstation.

Gelangen Viren direkt in die Lunge?

Der Virologe Christian Drosten äußerte im NDR-Podcast eine Vermutung, wie es bei jungen Menschen und solchen ohne Vorerkrankungen zu schweren Krankheitsverläufen kommen kann. Im Normalfall beginnt eine Covid-19-Erkrankung demnach im Rachen, wo sich das Virus einige Tage vermehrt. Bereits in dieser Zeit kann der Körper Antikörper bilden. Wenn das Virus dann in die Lunge gelangt, ist der Körper zumindest teilweise vorbereitet. Drosten vermutet, dass in einigen Fällen das Virus aber direkt in die Lunge eingeatmet wird und der Körper somit keine Zeit hat, sich vorzubereiten. Allerdings, sagt er, sei dies nur eine Hypothese, die nun geprüft werden müsse.

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