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Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

Die 3-D-Illustration eines Coronavirus ist vor einem hellen Hintergrund zu sehen.  (imago images / Alexander Limbach)
3-D-Illustration eines Coronavirus (Symbolbild) (imago images / Alexander Limbach)

Wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Coronavirus und wer muss in Quarantäne oder darf früher aus der Isolation? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind und das Infektionsgeschehen angemessen dargestellt wird. Hier ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt. Anders verhält es sich mit dem Antigentest: Er weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich. Beim Antikörpertest wird lediglich eine Reaktion des Körpers nachgewiesen. Also die Frage beantwortet: War eine Person bereits infiziert?

Virologen und auch Gesundheitspolitiker forderten in den vergangenen Wochen, neben den teuren und aufwändigen PCR-Tests auch Schnelltests zuzulassen, vielleicht sogar aus der Apotheke. Die Gründe dafür liegen bei steigendem Testaufkommen auf der Hand. Dennoch wird das PCR-Verfahren nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?
Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, aber nicht, ob er noch ansteckend ist. In den Labors werden Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt. Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend.

Sind die PCR-Tests zu empfindlich?
Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen muss, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Womöglich können sich die Viren aber nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?
Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Quarantäne verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Isolation gelockert werden darf.

Mehr Tests = mehr Infektionen?
Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - seit dem Herbst ( 40. KW 2020) bei 1,64.

Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

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