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Covid-19Diese Corona-Regeln gelten beim Reisen mit der Bahn und Flugzeugen

Frankfurt/Main: Fast menschenleer ist das Terminal 1 des Flughafens Frankfurt an den Check-In-Schaltern der Lufthansa. (dpa/Boris Roessler)
Noch sind die Flughäfen leer. Ab Juni soll sich das wieder ändern - die Reisenden sollen aber den nötigen Abstand wahren. (dpa/Boris Roessler)

Vor dem Beginn der Corona-Krise hoffte die Reisebranche auf ein Rekordjahr - die Fluglinien ebenso wie die Deutsche Bahn. Während der Flugverkehr erst im Juni wieder einen fast regulären Betrieb aufnehmen soll, fährt die Bahn im Regionalverkehr zum großen Teil wieder nach Plan, auch immer mehr Fernzüge sind unterwegs. Aber welche Regeln gelten, um eine Ansteckung der Reisenden mit dem Coronavirus zu verhindern?

Welche Regelungen gelten bei der Deutschen Bahn?

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist laut Bahn aktuell in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Ausnahmen gibt es im Fernverkehr lediglich für Kinder unter sechs Jahren und für Menschen, die essen oder trinken. Das Abstandsgebot von 1,5 Meter ist in Bahnen, S-Bahnen und Bussen kaum einzuhalten und wird in den entsprechenden Verordnungen der Bundesländer offiziell ausgenommen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn neben der Maskenpflicht auch auf die verstärkte Lüftung und Reinigung der Züge und auf Desinfektionsspender in Waschräumen.

Die Bahn appelliert zudem an Fahrgäste, möglichst nicht zu Hauptverkehrszeiten zu fahren, sondern auf andere Zeiten und Tage auszuweichen. Tickets werden nur noch auf Sicht kontrolliert, also von den Zugbegleitern nicht mehr in die Hand genommen. Auch die Türen der Bahnen sollen nach Möglichkeit automatisch öffnen.

Wie werden die Regeln kontrolliert?

Zugbegleiter sollen es unterstützen, dass Reisende sich gleichmäßig im Zug verteilen und Abstand zueinander halten - soweit es ihnen möglich ist und wenn die Auslastung der Züge es zulässt. Strafen verhängen dürfen Zugbegleiter aber nicht, wenn sich jemand zum Beispiel nicht an die Maskenpflicht hält oder zu eng an anderen Fahrgästen sitzt - das dürfen nur Polizei und Ordnungsamt. Allerdings hat die Bahn in ihren Zügen Hausrecht, darf Menschen also auffordern, den Zug zu verlassen - notfalls mit Unterstützung der Polizei.

Welche Regeln sollen im Luftverkehr gelten?

Im Juni soll der Flugverkehr in Europa wieder verstärkt werden. Die EU hat daher Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Danach sollen Passagiere und Bordpersonal medizinische Schutzmasken tragen – und zwar vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Zudem empfehlen die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde die Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ einzuhalten. Dazu soll möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden.

Die Internationale Luftverkehrsvereinigung hat sich bereits gegen solche Abstandsregelungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass Fliegen dann nicht mehr wirtschaftlich wäre. Eine Maskenpflicht haben aber mehrere Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, bereits festgelegt. Die genauen Vorgaben nach Verkehrsmittel müssen nationale Behörden machen.

Das Bundesverkehrsministerium will mit verschiedenen Vorgaben für mehr Abstand an Flughäfen sorgen. An Schaltern und Automaten zum Einchecken sowie bei Sitzgelegenheiten sollen Markierungen einen Abstand von 1,50 Metern anzeigen. Um Warteschlangen zu vermeiden, sollen möglichst viele Schalter öffnen. Bei Warteschlangen sollen Bänder sicherstellen, dass der Abstand auch seitlich eingehalten wird. Für das Einsteigen ins Flugzeug soll in der Phase der Wiederaufnahme des Verkehrs möglichst auf Vorfeldbusse verzichtet werden.

Wie soll eine Ansteckung in Flugzeugen verhindert werden?

Abgesehen von einer Maskenpflicht an Bord müssen sich Reisende auch auf weitere Änderungen anstellen. So wird aktuell debattiert, ob noch Speisen und Getränke ausgegeben werden dürfen. Nach Angaben des Dachverbands der Fluggesellschaften ist aber im Gespräch, zumindest auf Langstreckenflügen vorher ganz verpackte Mahlzeiten auszugeben.

Die Fluggesellschaften lehnen eine mögliche Pflicht zum Freilassen von Sitzplätzen ab. Obligatorisch Zwischenplätze freizuhalten würde die Kapazität bei steigender Nachfrage begrenzen, sodass die angeschlagenen Airlines mehr Mühe hätten, Geld zu verdienen, so das Argument. Zum erhofften Neustart regulärer Flüge im Juni werden die Flugzeuge aber vermutlich noch so leer sein, dass Abstand zwischen Passagieren möglich ist.

Die Klimaanlagen sollen die Luft an Bord so gut filtern, wie es in Krankenhäusern üblich ist. Lufthansa oder Ryanair erklärten, dies sei schon der Fall. Die Airlines argumentieren, die vertikale Belüftung jedes einzelnen Sitzplatzes verringere schon in Verbindung mit den Schutzmasken die Ansteckungsgefahr ausreichend. Ein enges Aufeinandertreffen, etwa beim Schlangestehen vor der Flugzeugtoilette, soll aber vermieden werden.

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