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Covid-19Erstmals Coronavirus-Übertragung auf Fötus nachgewiesen

Das Foto zeigt einen sieben Wochen alten Fötus in einer Fruchtblase.  (ZB)
Das Corona-Virus kann auch auf ein ungeborenes Kind übertragen werden. (ZB)

Französische Ärzte haben erstmals nachgewiesen, dass das Corona-Virus von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden kann.

Entsprechende Ergebnisse einer Studie wurden im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht. Danach traten bei einem im März geborenen Jungen 24 Stunden nach der Geburt Hirnschwellungen und neurologische Symptome auf, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 bekannt sind. Die Übertragung habe in den letzten Wochen der Schwangerschaft stattgefunden, berichten die Ärzte. Das Virus sei von der Plazenta durch die Nabelschnur zum Baby gelangt. Inzwischen sind Mutter und Kind symptomfrei.

Bisher war es nicht klar, ob Babys sich bereits im Mutterleib mit dem Corona-Virus anstecken können oder erst bei der Geburt. Ein seltener Fall, sind sich Experten einig. Darauf weist zum Beispiel der stellvertretende Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Erlangen hin. Alexander Hein sagte, der Übertragungsweg über die Plazenta müsse bei erkrankten Schwangeren nun umso mehr berücksichtigt werden. Auch eine intensive Überwachung des Fötus müsse man in Betracht ziehen. "Dennoch muss man festhalten, dass es sich nach aktueller Datenlage um ein sehr seltenes Ereignis handelt."

Schutzmaßnahmen erforderlich

Der Leiter des Fachbereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Universitätsklinikum in Dresden, Mario Rüdiger, weist auf die praktischen Folgen der neuen Erkenntnisse hin: Bei einer schweren Infektion der Mutter solle künftig auch das Neugeborene so behandelt werden, als sei es infiziert. Es seien daher die entsprechenden Schutzmaßnahmen für das Personal erforderlich. Auch sollte das Neugeborene schnell auf das Coronavirus getestet werden. Außerdem müsse eine engmaschige klinische Kontrolle erfolgen – nur so seien eventuelle Folgen der Infektion erkennbar.

Grundsätzlich Vorsicht geboten

Susanne Modrow, Professorin für Molekulare Virologie und Genetik an der Universität Regensburg, weist darauf hin, dass jede fieberhafte Infektion ein Risiko für die Schwangerschaft und die Gesundheit des Fötus darstellen kann. Deshalb sollten sich Schwangere besonders an Hygieneregeln und -maßnahmen zum Schutz vor Infektionen halten, um eine Ansteckung nach Möglichkeit zu vermeiden. Das gelte insbesondere bei Krankheiten, welche die Gesundheit der Kinder schwer beeinträchtigen könnten. Derzeit, so Modrow, gebe es aber für Sars-CoV-2 kaum Hinweise, dass eine Infektion hochrisikohaft für die Gesundheit des werdenden Kindes oder der Schwangeren sei.

Allerdings - und da sind sich alle Experten einig - ist die Datenlage bisher noch relativ dünn. Nötig seien deshalb in jedem Fall mehr Studien zu dem Themenfeld.

Übertragung über Plazenta nachgewiesen

Französische Ärzte hatten erstmals nachgewiesen, dass das Corona-Virus von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden kann. Ihre Ergebnisse stellten sie im Fachmagazin "Nature Communications" vor. Danach traten bei einem im März geborenen Jungen 24 Stunden nach der Geburt Hirnschwellungen und neurologische Symptome auf, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 bekannt sind. Die Übertragung habe in den letzten Wochen der Schwangerschaft stattgefunden, berichten die Ärzte. Das Virus sei von der Plazenta durch die Nabelschnur zum Baby gelangt. Inzwischen sind Mutter und Kind symptomfrei.

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