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Covid-19Gewerkschaft NGG beklagt Zustände in der Fleischindustrie

Frisch geschlachtete Schweine hängen im Kühlhaus eines Schlachtbetriebes an der Reihe an Haken. (imago / Daniel Schvarcz)
Geschlachtete Schweine in einem Schlachthof (imago / Daniel Schvarcz)

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten hat strengere gesetzliche Vorgaben für die Fleischindustrie verlangt.

Die derzeit geltenden Vorschriften reichten nicht aus, um in der Branche durchzugreifen, sagte der nordrhein-westfälische Gewerkschaftschef Boudih im Deutschlandfunk mit Blick auf die hohe Zahl von Corona-Fällen in mehreren Betrieben. Die Fleischkonzerne hätten ein System geschaffen, in denen Kernbereiche der unternehmerischen Tätigkeit an Subunternehmer ausgegliedert würden. Damit hätten sich die Firmen aus der Verantwortung gestohlen. Insbesondere die Unterkünfte, die den Beschäftigten zur Verfügung gestellt würden, erwiesen sich derzeit als Infektionsherde erster Güte, meinte Boudih. Zudem würden die Beschäftigten ausgebeutet und schlecht bezahlt. Diese Zustände müsse die Politik beenden. - Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hatte die Fabriken gestern zur Beachtung der Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise ermahnt. Die Einhaltung der Regeln müsse zudem von den zuständigen Behörden kontrolliert werden, sagte die CDU-Politikerin nach einer Telefonkonferenz mit der Fleischwirtschaft. Heute Nachmittag beschäftigt sich der Bundestag in einer Aktuellen Stunde mit den Arbeitsbedingungen in der Branche.

Diese Nachricht wurde am 13.05.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.