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Covid-19Kontaktverbote wegen des Coronavirus: Was ist wo noch erlaubt?

Eine Paar geht durch eine menschenleere Gasse in der Innenstadt von Freiburg. Die Stadt erlässt wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre für größere Gruppen. Ein sogenanntes Betretungsverbot für öffentliche Orte soll vom 21. März bis 3. April gelten. 19.03.2020, Baden-Württemberg, Freiburg (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)
Freiburg: Betretungsverbot für öffentliche Orte (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer haben Regeln erlassen, damit Sozialkontakte in der Corona-Krise weitgehend vermieden werden.

In den meisten Bundesländern dürfen nur noch maximal zwei Menschen gemeinsam in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Kernpunkt der Vereinbarung ist eine Abstandsregelung, wonach Menschen in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand "von mindestens 1,5 Metern, besser noch zwei Metern" einzuhalten haben, sagte Bundeskanzlerin Merkel. Ausnahmen gibt es für Familien, das Berufsleben, den öffentlichen Nahverkehr und Beerdigungen.

Strafen für Regelbrecher

Die Bundeskanzlerin betonte, die Vorschriften seien keine Empfehlungen des Staates, sondern Regeln. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen rechnen. So sind im Bußgeldkatalog in Nordrhein-Westfalen Geldstrafen bis zu 5.000 Euro vorgesehen. Im Wiederholungsfall können bis zu 25.000 Euro fällig werden. Treffen in größeren Gruppen von mehr als zehn Personen werden sogar als Straftaten verfolgt.

Gelten damit Ausgangssperren?

Nein. Die neuen Regeln sollen Sozialkontakte weitgehend eindämmen, es handelt sich aber nicht um Ausgangssperren, wie sie zuvor auch diskutiert wurden. Kanzlerin Merkel sagte, es solle beispielsweise Alleinstehenden noch möglich sein, eine Person zu treffen. Ältere Menschen dürfen sich auch von einer Person beim Spaziergehen begleiten lassen. Dennoch sollen Kontakte außerhalb der Familie weitgehend eingeschränkt werden.

Was gilt für die eigene Wohnung?

Generell sollen alle Kontakte zu anderen Menschen außer den Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Innerhalb der eigenen Wohnung wären Treffen mit mehr Menschen möglich; ausdrücklich genannt ist die Zwei-Kopf-Regel für drinnen in dem Beschluss von Bund und Ländern nicht.

Aber auch dort darf es beispielsweise keine Gruppen feiernder Menschen geben. So genannte "Corona-Partys", wie es sie vereinzelt gegeben hat, sind also Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen und sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und mit Geldbußen bestraft werden.

Was ist draußen noch erlaubt?

Joggingrunden, das Toben mit den eigenen Kindern oder Gassi-Gänge mit dem Hund sind noch möglich. Also Sport und Bewegung an der frischen Luft - aber eben individuell. Der Weg zur Arbeit oder zur Notbetreuung der Kinder bleibt erlaubt, ebenso Einkäufe, Arztbesuche, die Fahrt zu nötigen Terminen und Prüfungen sowie die Hilfe für andere Menschen.

Was muss bundesweit geschlossen werden?

Soweit noch nicht vorher geschehen, sind Restaurants und Cafés für Gäste jetzt geschlossen. Essen und Getränke darf man sich nur nach Hause liefern lassen oder es abholen und zu Hause essen. Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios müssen auch geschlossen bleiben.

Müssen Unternehmen schließen?

Nein, die Zwei-Personen-Regel gilt vor allem im öffentlichen Raum. In Betrieben sollen aber Hygienevorschriften eingehalten werden - mit Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher.

Setzen alle Bundesländer die Regel um?

Nein. Bayern, das Saarland und Sachsen wollen die Zwei-Personen-Regel nicht übernehmen, sondern an ihren darüber hinausgehenden Regeln festhalten, die weitgehende Ausgangsbeschränkungen beinhalten. Aus Bayern hieß es, in dem Freistaat würden weiterhin die zuvor von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört. Auch in Berlin und Brandenburg gelten schärfere Regeln.

Wie lang werden die Einschränkungen gelten?

Das ist bislang noch unklar. Einige Politiker fordern eine Diskussion darüber. Bundeskanzlerin Merkel mahnt aber zur Geduld. Eine solche Debatte sei zu früh. Sie sagte, im Moment dauere es nur vier bis fünf Tage, bis sich die Zahl der Infektionen verdoppele. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Nach Ostern wollen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten noch mal darüber sprechen, welche Maßnahmen nötig sind.

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