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Covid-19Sind Schnelltests der Durchbruch bei der Pandemiebekämpfung?

Corona Schnelltests:Flüssigkeit tropft auf den Test. (imago images/Beautiful Sports/KJPeters)
Corona Schnelltests (Symbolbild) (imago images/Beautiful Sports/KJPeters)

Um die Verbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu halten, gelten Schnelltests ein wichtiges Instrument - gerade, wenn mehr Einrichtungen öffnen. Ab dem 1. März soll der Masseneinsatz möglich werden, aber zuerst aus fachkundigen Händen. Welche Rolle könnten Schnelltests künftig spielen?

Im ersten Schritt sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministers Spahn sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Selbsttests als zusätzlicher Hoffnungsträger

Den Einsatz von Corona-Schnelltests bezeichnete der Biophysiker Binding im Deutschlandfunk als eine "zusätzliche Käsescheibe im Kampf gegen die Pandemie". Diese habe zwar Löcher, sei nicht immer perfekt, unterbreche aber Infektionsketten. Weiterhin gelten sollten Distanz- und Hygieneregeln. Binding ist Gründer von "Rapidtests Deutschland", einer Vereinigung von Forschenden verschiedener Disziplinen, die sich seit Monaten für den breiten Einsatz von Schnelltests einsetzen.

Auch Deutschlandfunk-Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth findet, dass Selbsttests "kein Gamechanger" seien, aber eine zusätzliche Barriere gegen das Coronavirus. Gleichzeitig sei ein negatives Testergebnis kein Freifahrtschein.

Schnelltests werden bereits vermehrt eingesetzt

Die Nutzung von Schnelltests wurde in den vergangenen Monaten mehrfach ausgedehnt. Verwendet werden sie etwa in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen zum Beispiel auch in Schulen. Hier wird ihnen nun - bei den stufenweisen Öffnungen - eine wichtige Rolle zugeschrieben, um Gesundheitsschutz und Bildung in Einklang miteinander zu bringen. Das Problem ist allerdings die Organisation der Testungen. Zwar müssen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt werden, die Antigen-Tests gelten allerdings als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Es kommt zum Beispiel vor, dass nicht-infizierte Personen fälschlicherweise auch ein positives Testergebnis bekommen. Laut Robert Koch-Institut muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.

Trotzdem betont Biophysiker Binding, dass die Schnelltests durchaus massentauglich seien. Wenn dadurch mehr infektiöse Personen identifiziert würden, könne der R-Wert viel schneller gesenkt werden und man könne die Pandemie deutlich schneller in den Griff bekommen.

Schnelltests für Heimgebrauch sollen bald kommen

Bislang sind die Schnelltests nicht für den Heimgebrauch zugelassen. Auch das könnte sich bald ändern. Konkret geht es um frei verkäufliche Tests, die auch von Ungeschulten hinreichend sicher anzuwenden sein sollen. Gesundheitsminister Spahn betonte, dass diese Testmöglichkeiten zu einem sicheren Alltag beitragen könnten, gerade auch in Schulen und Kitas. Sein Ressort stehe dazu in Verhandlungen mit verschiedenen Herstellern. Ziel sei, in Rahmenverträgen Mindestmengen für den deutschen Markt zu sichern, heißt es in einem Ministeriumspapier. Zudem sei in der Nationalen Teststrategie des Bundes "ein niedrigschwelliger Zugang für alle Bürger" sinnvoll. Im Gespräch sei "gegebenenfalls eine geringe Eigenbeteiligung von einem Euro". Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen demnach eine Reihe von Anträgen auf eine nationale Sonderzulassung vor, über die schnellstmöglich entschieden werden solle.

Binding erläuterte, dass bei solchen Tests die Anleitung so verständlich wie möglich sein sollte - damit nicht jeder Laie jeden einzelnen kleinen Schritt perfekt ausführen müsse, um gute Ergebnisse zu bekommen. Als Kriterium für eine Sonderzulassung könne die Beurteilung der Bedienung maßgeblich sein.

(Stand: 16.02.2021)

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