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Covid-19Technische Pannen beim digitalen Distanzunterricht - Hackerangriff in Brandenburg

Ein Junge lernt vor einem Laptop. (dpa)
Störungen beim Start in digitalen Distanzunterricht (dpa)

Mit Beginn des digitalen Distanzunterrichts in weiteren Bundesländern hat es Störungen auf den digitalen Lernplattformen für die Schulen gegeben. Nach Angaben des Kultusministerium in Baden-Württemberg wurden bei 200 Schulen Probleme festgestellt. Auch in Norddeutschland und Bayern hakte es.

Aus Stuttgart hieß es, Teile des Systems seien überlastet gewesen. Man habe "umgehend angepackt" und mehr Serverkapazitäten zur Verfügung gestellt. Bei der überwiegenden Mehrheit der Schulen funktioniere die Plattform "Moodle" störungsfrei.

Aktuell nutzten etwa 600.000 Anwender und etwa die Hälfte der Schulen in Baden-Württemberg Moodle. Auf den Lernplattformen können Lehrer Texte, Videos und andere Unterrichtsmaterialien online bereitstellen. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Aufgaben und laden ihre Ergebnisse hoch.

Kritik an den Störungen kam von der Opposition. Der SPD-Generalsekretär in Baden-Württemberg, Binder, sagte, Kultusministerin Eisenmann habe über neun Monate Zeit gehabt, ein funktionierendes System auf die beine zu stellen. FDP-Fraktionschef Rülke sprach von "Totalversagen". Die Moode.Promleme seien ein eindrucksvoller Beleg dafür, warum Eisenmann so hartnäclkig auf Präsenzunterricht poche.

Moodle hatte bereits beim Schulstart nach den Ferien in Rheinland-Pfalz vergangene Woche gehakt.

NRW: Keine Probleme bekannt

In Nordrhein-Westfalen beschwerten sich in den sozialen Medien etliche Schüler*innen und Eltern über instabile oder überlastete Lernplattformen. Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Gebauer (FDP) sagte im Schulausschuss des Landtags, beim Moodle-basierten System Logineo seien keine Probleme bekannt geworden. Bei der hohen Anzahl angemeldeter Schulen könnten Probleme in Einzelfällen aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Sachsen-Anhalt: Erster Schultag "überwiegend" störungsfrei

In Sachsen-Anhalt haben die Online-Plattformen für den Fernunterricht laut Bildungsministerium überwiegend störungsfrei funktioniert. Es habe ein kleineres Problem wegen der hohen Zahl an Zugriffen gegeben, binnen kürzester Zeit seien aber die Serverkapazitäten erhöht und das System stabilisiert worden, heißt es. Details wurden nicht genannt.

"Ansturm" auf Portal in Hessen

Die Lernplattform "Schulportal Hessen" verzeichnete nach Angaben des zuständigen Ministeriums einen "enormen Ansturm". In der Spitze hätten 100.000 Nutzer gleichzeitig auf die Plattform zugegriffen. Es habe Rückmeldungen gegeben, dass es bei der Anmeldung zur Verzögerungen gekommen sei.

Bayern: Start "weitgehend störungsfrei"

Nach Darstellung des bayerischen Kultusministeriums verlief die Nutzung der eigenen Plattform Mebis "weitgehend störungsfrei". Bis Nachmittag seien 468.000 erfolgreiche Logins registriert worden (Audio-Link). Offiziell befinden sich 1,6 Millionen Schüler+innen in Bayern im Distanzunterricht. Der FDP-Bildungspolitiker Fischbach kritisierte, Mebis habe nur mit Hilfe eines "ministeriellen Bettelbriefs" einigermaßen stabilisiert werden können.

Technikpanne beim Bildungsserver IServ

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, hat eine Panne den Videounterricht von hunderten Schulen in Norddeutschland behindert. Wegen einer fehlerhaften Einstellung sei es am Vormittag zunächst nicht möglich gewesen, Videokonferenzen zu starten. Die Panne sei im Laufe des Tages behoben worden. IServ wird von rund 4.500 Schulen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen genutzt.

Hackerangriff in Brandenburg

In Brandenburg ist die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts Ziel eines Hackerangriffs geworden. Auf der Seite wurde nach einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) ein Hinweis eingeblendet, wonach es infolge eines DDoS-Angriffs zu Verzögerungen und Erreichbarkeitsproblemen komme. Bei solchen Angriffen (Distributed Denial of Service Attack, wörtlich: verteilter Dienstverweigerungsangriff) wird eine Seite von einer Vielzahl von Computern gleichzeitig angefragt und damit blockiert.

Eine Sprecherin des Instituts bestätigte dem RBB den Angriff. Im Laufe des Tages habe es massenhafte Zugriffe aus dem Ausland gegeben. Mittlerweile soll die Cloud aber wieder uneingeschränkt funktionieren.

Diese Nachricht wurde am 11.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.