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Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

Ein medizinischer Mitarbeiter zeigt ein Testkit zur Prüfung von Infektionen auf den neuartigen Coronavirus.  (Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa)
Ein medizinischer Mitarbeiter zeigt ein Testkit zur Prüfung von Infektionen auf den neuartigen Coronavirus. (Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa)

Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten erheblich ausgeweitet worden.

Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 30 (vom 20. bis 26. Juli) fielen demnach 0,8 Prozent der Tests positiv aus. In den drei Wochen zuvor waren es 0,6 Prozent. Insgesamt wurden dem RKI in Kalenderwoche 30 mehr als 563.000 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: gut 537.000). Für die Kalenderwoche 31 gaben die teilnehmenden Labore eine mögliche Testkapazität von gut 1.203.000 an.

Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person kann durchaus mehrfach getestet worden sein.

Wer kann und soll sich testen lassen?

Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten. Zudem sei die Erkältungssaison vorbei und es seien "mehr Treffer" zu Covid-19-Erkrankungen zu erwarten.

Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

Seit dem 1. August können sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Hintergrund ist eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Spahn. Die Tests sind für alle Rückreisenden auch ohne Symptome innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland möglich. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt. Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenkassen, die Finanzierung soll durch Bundeszuschüsse sichergestellt werden. Für einen kostenlosen Test müssen die Reisenden einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalts erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für einen Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später sollen übernommen werden.

Zudem sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Spahn Corona-Tests für Reisende verpflichtend werden, die aus einem Risikogebiet zurückkehren. Spahn teilte mit, er werde eine solche Testpflicht für Einreisende anordnen. Weiter hieß es, man müsse verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere ansteckten und so neue Infektionsketten auslösten. Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

Bayern finanziert als erstes Bundesland Corona-Tests für alle – auch ohne Symptome. Das hat das bayerische Kabinett hat beschlossen. Der Freistaat werde die Kosten für die Tests übernehmen, sofern sie nicht ohnehin von den Krankenkassen bezahlt werden müssten, teilte Ministerpräsident Söder (CSU) in München mit. Dafür werde eine Summe von 200 Millionen Euro für das Jahr 2020 bereitgestellt.

Wo sind aktuell Tests möglich?

Für alle anderen Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Infektionsgefahr ist zu groß. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch einfache Eingabe der eigenen Postleitzahl.

Die Gesundheitsämter informieren dann über die örtlichen Test- oder Abstrichzentren und vergeben Termine dafür. Alternativ können auch Ärztinnen und Ärzte dahin überweisen. Denn bei Teststellen gilt ebenso: nicht unangemeldet vorbeikommen. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

Vielerorts sind sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

Für den Test wird üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt.

Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

Schnelltests

Inzwischen arbeiten viele Unternehmen an Schnelltests. Allerdings wird noch untersucht, wie genau diese sind.

(Stand 1.8.2020)

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