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Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

Ein medizinischer Mitarbeiter zeigt ein Testkit zur Prüfung von Infektionen auf den neuartigen Coronavirus.  (Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa)
Ein medizinischer Mitarbeiter zeigt ein Testkit zur Prüfung von Infektionen auf den neuartigen Coronavirus. (Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa)

Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

Wo sind aktuell Tests möglich?

Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

(Stand 28.09.2020)

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