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StartseiteVerbrauchertippEin Recht auf Homeoffice?04.08.2020

COVID-19 und ArbeitEin Recht auf Homeoffice?

Wegen der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen ins Homeoffice geschickt. Zahlreiche Beschäftigte haben mittlerweile daran Gefallen gefunden und möchten nicht mehr zurück ins Büro. Doch wann kann ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter zur Rückkehr ins Büro auffordern?

Von Klaus Deuse

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Frau im Homeoffice (Pexels / Retha Ferguson)
Die persönliche Angst vor einer möglichen Ansteckung am Arbeitsplatz allein genügt nicht, um darauf zu bestehen, weiter im Homeoffice zu arbeiten. (Pexels / Retha Ferguson)
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Die Pandemie ist längst nicht vorüber und darum gelten nach wie vor die Corona-Schutzmaßnahmen. Arbeitgeber können sie für ihren Betrieb nicht einfach außer Kraft setzten, sagt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Boris Dzida:

"Wann Corona in Deutschland beendet ist, das wird letztlich das Robert-Koch-Institut entscheiden. Und so lange Corona noch da ist, müssen Arbeitgeber dafür Sorge tragen, dass das Ansteckungsrisiko auch für Arbeitnehmer im Betrieb so weit wie möglich reduziert wird. Firmen müssen also ein Schutzkonzept für die Mitarbeiter erstellen."

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Es kommt auf den Einzelfall an 

Die persönliche Angst vor einer möglichen Ansteckung am Arbeitsplatz allein genügt allerdings nicht, um darauf zu bestehen, weiter im Homeoffice zu arbeiten. Etwas anderes ist es aber, wenn ein Mitarbeiter einer Risikogruppe angehört. In solchen Ausnahmefällen, so Fachanwalt Boris Dzida, kann durchaus ein Anspruch auf Homeoffice bestehen. Dabei kommt es jedoch immer auf die Umstände im Einzelfall an. Das heißt:

"Wenn ein Arbeitgeber ein Schutzkonzept für Risikogruppen erstellt hat, also zum Beispiel Einzelzimmer statt Großraumbüro oder möglichst wenig Kundenkontakt, Maskenpflicht im Aufzug und so weiter, ja, dann dürfte auch für Risikogruppen eine Pflicht zur Rückkehr ins Büro bestehen."

Schutzmaßnahmen, die sich allerdings nicht in jedem Betrieb haargenau umsetzen lassen. Insofern stellt Boris Dzida fest:

"Wenn es dagegen so ist, dass es aufgrund derArt der Tätigkeit gar nicht möglich ist, Risikogruppen ausreichend zu schützen, dann kann für Arbeitnehmer, die einer Risikogruppe angehören, ein Anspruch bestehen, weiterhin im Home-Office arbeiten zu dürfen."

Auf Mängel bei Schutzvorkehrungen hinweisen

Falls Arbeitnehmer die Schutzvorkehrungen im Betrieb nicht für ausreichend halten, sollten sie nach Empfehlung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Kontakt mit dem Betriebsrat aufnehmen und auf die Mängel hinweisen. Ob ein Arbeitgeber seine Beschäftigten überhaupt zwingen kann, vom Homeoffice wieder zurück ins Büro zu kommen, das hängt übrigens auch davon ab, ob es für die Arbeit von Zuhause aus eine Betriebsvereinbarung gibt. Oder ob Arbeitsverträge dazu entsprechende Regelungen enthalten. Das war übrigens schon vor Corona so.

"Ist dort zum Beispiel geregelt, dass man drei Tage im Homeoffice arbeiten darf, dann kann der Arbeitgeber keine vollständige Rückkehr ins Büro erzwingen. Denn bei einer entsprechenden Vereinbarung hat man ja ein Recht auf Homeoffice."

Daraus resultiert keine betriebliche Übung

Besteht aber keine entsprechende Betriebsvereinbarung oder findet sich im Arbeitsvertrag dazu keine Regelung, dann ist es umso wichtiger, auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu achten. Corona hat die Arbeitswelt verändert. Doch auch wenn über längere Zeit Homeoffice statt Büro angesagt war, resultiert daraus noch keine betriebliche Übung, auf die sich Mitarbeiter nun berufen könnten, betont Fachanwalt Dzida.

"Eine Tätigkeit im Homeoffice während der Pandemie löst keine betriebliche Übung aus, dass man künftig sozusagen immer im Homeoffice arbeiten darf. Denn das war ja eine Ausnahmesituation."

Es bleibt somit abzuwarten, wie lange diese Ausnahmesituation noch andauert und wann die Bundesregierung eine für den Herbst angekündigte gesetzliche Regelung zum Recht auf Homeoffice auf den Weg bringen wird.

33D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2 (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte) (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

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