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Covid-19Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session

Zwei bunt geschmückte Karnevalistinnen feiern auf dem Düsseldorfer Rathausplatz das Hoppeditz-Erwachen.  (dpa / picture alliance / Ina Fassbender)
Zwei bunt geschmückte Karnevalistinnen feiern auf dem Düsseldorfer Rathausplatz das Hoppeditz-Erwachen. (Archivbild vom 11.11.2018) (dpa / picture alliance / Ina Fassbender)

Den typischen Straßenkarneval wird es dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Dazu zählen die klassischen Karnevalssitzungen, mitunter mit tausenden Teilnehmern, sowie Karnevalsumzüge. Die rheinischen Jecken und Narren wollen ihr Fest nun auf neue Art feiern.

Es gehe nicht darum, um jeden Preis den Karneval zu feiern, teilte der Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals, Christoph Kuckelkorn, mit. Dennoch soll auch Zeiten der Pandemie das Brauchtum gepflegt werden. Sitzungen unter strikter Auflage der Hygienebedingungen mit stark reduzierter Teilnehmerzahl seien aber gerade für kleinere Veranstalter finanziell nicht tragbar. Die Karnevalisten müssten jetzt "kreativ werden und das Herz des Fastelovends herausarbeiten". (Erklärung: "Fastelovend" ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval.)

Welche Veranstaltungen sind erlaubt?

Erlaubt werden nach Angaben der NRW-Landesregierung "kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen" wie etwa Konzerte oder Sitzungen mit überschaubarer Teilnehmerzahl. Auch hier müssen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung eingehalten werden, Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen.

Die Absage der Großveranstaltungen nannte Kuckelkorn den "einzigen Weg". Trotzdem soll am 11.11., dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit, sowohl die traditionelle Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf - Hoppeditz' Erwachen - stattfinden als auch die Auftaktfeier in Köln.

Diese Feier mit bekannten Karnevalsbands werde allerdings nicht wie sonst auf dem Heumarkt in der Altstadt mit vielen tausend Zuschauern abgehalten, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kölner Wagenbauhalle. Der Westdeutsche Rundfunk werde die ganze fünfeinhalb Stunden lange Show live im Fernsehen übertragen. Es solle auch niemand zum Feiern in die Stadt fahren. Normalerweise kommen am 11. November mehrere hunderttausend Menschen in die Kölner Innenstadt, viele auch von auswärts.

Karneval soll in kleiner Runde gefeiert werden

Am Freitag hatten die großen Karnevalsverbände von Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesprochen, dass es in der Saison 2020/21 keinen Sitzungskarneval geben soll und keine Karnevalszüge in bekannter Form.

Ministerpräsident Laschet (CDU) kündigte via Twitter an, dass es keine Karnevalsumzüge und "Party auf engem Raum" geben werde. Gesellige Feiern mit schunkelnden Menschen seien in Corona-Zeiten "nicht denkbar", betonte auch Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski. Für den Karneval gälten die gleichen Vorschriften wie für andere Veranstaltungen auch.

Der Aachener Karnevalschef Frank Prömpeler sagte, der Karneval habe sich immer schon weiterentwickelt, und jetzt seien Ideen im kleinen Rahmen, etwa in Pfarr- und Vereinsheimen, gefragt. Gerade dieser versteckte Karneval sei der, bei dem es auch viele persönliche Momente gebe, sagte Prömpeler.

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