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Covid-19Welche Rolle spielen Kinder bei der Übertragung des Corona-Virus?

Mutter und Tochter mit Schutzmaske. (imago)
Wie stark steigt die Ansteckungsgefahr, wenn Kinder wieder in die Kitas zurückkehren? (imago)

Angesichts der aktuellen Lockerungen von Corona-Beschränkungen rückt der normale Alltags-Betrieb an Schulen und Kitas näher. Weitere Jahrgänge dürfen in den Präsenzunterricht, in den Kitas wird die Notversorgung ausgebaut. Hier stellt sich die Frage: Welche Rolle spielen Kinder eigentlich bei der Übertragung des Corona-Virus? Steigt die Gefahr, dass sich bei Wiederaufnahme eines normalen Kita- und Schulbetriebs Familien über ihre Kinder infizieren?

Was den Krankheitsverlauf angeht, gibt es bislang beruhigende Erkenntnisse: Kinder erkranken deutlich seltener an Covid-19 als Erwachsene. Das zeigen Studien aus China, Italien und den USA. Demnach waren dort unter den Erkrankten nur ein bis zwei Prozent Kinder und Jugendliche. In Deutschland sind es nach bisherigen Erkenntnissen rund drei Prozent. Hinzu kommt: Wenn Kinder erkranken, sind die Symptome in der Regel eher mild und der Verlauf ist häufig kürzer.

Aber wie ist es mit der Ansteckung? Laut einer Studie stecken sich Kinder etwa gleich oft an und können das Corona-Virus genauso verbreiten wie Erwachsene. Auch ist die Virusmenge bei Abstrichen ähnlich hoch wie bei den Erwachsenen.

Bei kleineren Kindern größere Infektionsgefahr

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer erläutert in einem "Press Briefing", dass die Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie am größten ist, weil Eltern und Kinder dort in der Regel über einen längeren Zeitraum engeren Kontakt haben - und Nähe und Dauer des Kontakts sind nun einmal die Hauptkriterien bei der Ansteckungsgefahr.

Bei der Beantwortung der Frage, ob die Gefahr steigt, dass sich Kinder in der Betreuung anstecken und dann die Eltern infizieren, sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Wie Protzer weiter erläuert, spielt hier das Alter der Kinder eine große Rolle: Kleinere Kinder kommen beim Spielen den anderen Kindern näher als Ältere, die vielleicht schon eher über das Handy kommunizieren. Dazu kommt: Kleinere Kinder sind weniger fähig, die Sicherheits- und Hygieneregeln zu befolgen. Eine Rolle spielt auch, an welchem Ort die Kinderbetreuung erfolgt: In geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr größer als im Freien.

Schrittweise Kita-Öffnung empfohlen

Fazit: Vor allem im Fall kleinerer Kinder steigt mit einer Rückkehr in die Kitas die Gefahr, dass sich auch die Eltern infizieren. Was bedeutet das für die Diskussion über den Weg wieder hin zu einem normalen Schul- und Kita-Betrieb? Ulrike Protzner plädiert für eine schrittweise Öffnung: Vor jedem und nach jedem Schritt sollte gefragt werden: Welches Risiko und welcher Nutzen ist damit verbunden?

Auch der Freiburger Infektionsimmunologe Philipp Henneke plädiert in dem Briefing für eine - wenn auch vorsichtige - Öffnung: Hier gehe es nicht nur um Eltern, die dringend auf Betreuung angewiesen seien, sondern auch um die Kinder selbst. Es gebe Einzelkinder, die seit Wochen keine anderen Altersgenossen mehr gesehen hätten. Das könne man ihnen nicht monatelang zumuten.

Wichtig bei der Frage nach der Rückkehr in die Kitas ist aber natürlich, ob es im häuslichen Umfeld des Kindes Risikopersonen gibt - also etwa erkrankte Eltern oder Großeltern.

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