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Covid-19Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

Krankenhausbetten stehen in einer Messehalle auf dem Messegelände Hannover. Seit dem Frühjahr wird für den Fall hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus ein Behelfskrankenhaus mit über 400 Betten vorgehalten. Im Einsatz war das Notfall-Krankenhaus bishe (dpa / Julian Stratenschulte)
Behelfskrankenhaus Messe Hannover am 5. Oktober 2020 (dpa / Julian Stratenschulte)

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter an. Mehr Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden, einige von ihnen auf der Intensivstation. Mediziner befürchten, dass deren Zahl trotz des Lockdowns zunächst hoch bleibt.

Der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Marx, begrüßte die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern (mehr dazu hier). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Marx, er sei "sehr froh" über die Entscheidung. Die Kliniken seien "wirklich voll und die Intensivstationen auch".

Nach DIVI-Angaben wurden zuletzt 5.415 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen behandelt. Gut 56 Prozent von ihnen wurden invasiv beatmet. Laut DIVI-Intensivregister sind in Deutschland derzeit 24.136 Intensivbetten registriert, davon belegt sind 20.564. Allerdings stehe noch eine sogenannte Notfallreserve von mehr als 10.000 Intensivbetten zur Verfügung. Diese ließen sich innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellen. (Stand: 9.1.)

Regionale Unterschiede - Kleeblatt-Konzept soll bei Verteilung helfen

Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens waren in Sachsen zwischenzeitlich die Intensivbett-Kapazitäten knapp. Für die mögliche Verteilung von Patienten wurden laut Sozialministerium Leitstellen eingerichtet. Diese sollen die Kapazitäten der Krankenhäuser überwachen. Kommt es zu einer Auslastung aller sächsischen Kliniken, dann werden Patienten in Kliniken anderer Bundesländer verlegt.

Beim sogenannten Kleeblatt-Konzept ist Deutschland in fünf Regionen eingeteilt worden, innerhalb derer dann Patienten verteilt werden sollen. Sachsen gehört mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zur Region Ostdeutschland.

In den Ländern ist die Situation unterschiedlich. In Schleswig-Holstein ist der Anteil der freien Betten mit 23,3 Prozent am höchsten. In Berlin sind dagegen nur noch 10,6 Prozent der Intensivbetten frei. Damit verzeichnet die Hauptstadt im Ländervergleich den derzeit niedrigsten Wert. (Stand: 9.1.)

Engpassfaktor Personal

Unklar ist allerdings, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung stehe. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall. Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Der Personalmangel werde dadurch verschärft, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen.

(Stand: 9.1.)

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+ Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)

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+ Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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