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Crispr/CasEthiker Dabrock: Erbgut-Eingriffe nicht nur national debattieren

Illustration einer Schere, die ein DNA Molekül modifiziert (imago / Keith Chambers)
Mit der Genschere CRISPR kann das Erbgut in kleinsten Schritten gezielt verändert werden (imago / Keith Chambers)

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, der Theologe Peter Dabrock, fordert eine internationale Konferenz zum Thema Erbguteingriffe beim Menschen.

Das sei keine Sache, die man auf nationaler Ebene debattieren könne, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Dabrock reagierte damit auf einen Appell von Genom-Wissenschaftlern für ein Moratorium für Erbguteingriffe. In ihrer Stellungnahme in der Zeitschrift "Nature" plädieren Pioniere der sogenannten Gen-Chirurgie, mit der sich etwa durch die Gen-Schere Crispr/Cas9 DNA von Tieren, Pflanzen und Menschen verändern lässt, dafür, Eingriffe in die menschliche Keimbahn bis auf weiteres auszuschließen. Dabrock kritisierte, dass die Wissenschaftler vor allem den Nationalstaaten konkrete Regelungen überlassen wollen. Das sei halbherzig und inkonsequent, sagte er.

"Man muss sich klar machen: Wir haben damit die Mittel, die Mendelschen Erbregeln außer Kraft zu setzen oder durch gezielte Erbgutveränderungen ganze Spezies auszurotten, wie etwa Mücken, die Malaria übertragen. Vor allem können wir systematisch in die biologische Grundlage der Menschheit eingreifen", betonte Dabrock.